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Fridays For Future im Banne von Corona

Erinnerung lehrt nicht sowohl, sie ist auch eine Art Ermahnung

Lucius Annaeus Seneca

 Fridays for Future im Banne von Corona

Erinnern Sie sich noch an Greta Thunberg und Fridays for Future? Es kommt uns sehr lange her vor, dass wir von der Bewegung berichteten. Wir gingen deren berechtigten Forderungen einer neue Klimapolitik nach, die sich, wissenschaftlich begründet, bis zu Alexander von Humboldt und Goethe zurückverfolgen lässt. Dabei war es erst im letzten Jahr, dass Fridays for Future mit außergewöhnlichen Aktionen Aufmerksamkeit erregte, weltweit regelrechte Rekorde an Besucherzahlen auf Demonstrationen in punkto Klimawandel erzielte. Ob Stockholm, ob New York, San Francisco, Hamburg, Sydney oder Paris. Doch seit Corona ist die Aufmerksamkeit nicht mehr dieselbe, ist Fridays for Future in den Medien fast gänzlich verschwunden, kam es aufgrund der Pandemie auch kaum mehr zu öffentlichen Auftritten. Da ist es wenig tröstlich, dass die Wissenschaft eine Spinnengattung nach Greta Thunberg benannt hat, die nun „Thunberga greta“ heißt, um auf die Bedeutung des Klimaschutzes aufmerksam zu machen.

Erinnern Sie sich zudem an die indessen zum Klischee verkommene indianische Weissagung der Cree, die in den 70ern der aufkommenden Umweltbewegung diente und in den 80ern zunehmend Verbreitung fand? Heute mehr denn je so aktuell wie brisant:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ 

Krass indessen, dass aktuell die rechtsgerichtete Regierung Brasiliens aus wirtschaftlichen Gründen die Ablenkung der Gesellschaft im Zuge der Corona-Pandemie nutzen will, um ungestört weitere Großflächen des Regenwaldes abzuholzen.

Greta Thunberg wiederum betont wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge  einen Zusammenhang zwischen der Vernichtung von Natur und Corona. Durch Rodung und Abfackeln des Regenwaldes ist zum Beispiel der Mensch in Regionen des Planeten vorgedrungen, in denen er eigentlich nichts zu suchen hat, wodurch es erst möglich wurde, dass ein solcher bis Dato unbekannter Virus freigesetzt werden konnte.   

Doch sieht sie darin letztlich auch eine Chance. Im schwedischen Rundfunk äußerte sich die Aktivistin kürzlich in einem Mitsommerinterview angesichts der Corona-Epidemie, dass ‚die Menschheit endlich so handele, wie es sein soll. Internationale Krisengipfel würden einberufen, immense Krisenpakete verabschiedet. Die Menschen veränderten ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten grundlegend.’ Für Thunberg eröffne sich mit dem ‚Krisenmanagement eine vollkommen neue Dimension, indem man in der Politik zum Wohle aller zusammenarbeite’ . 

Wir wünschen uns ganz im Sinne von Greta Thunberg und Fridays for Future ein solches Engagement in punkto Klimawandel, um für unsere Jugend eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Denn es ist laut dem Hamburger Meteorologen und Klimaforscher Mojib Latif einfach nicht zu leugnen, dass der Welt ein Klimanotstand unmittelbar bevorsteht. Und er nimmt unmissverständlich die Vertreter der Wissenschaft in die Pflicht, davor zu warnen. Steht unser Planet doch im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen, brennen die Wälder. Zu empfehlen sein Buch „Heißzeit. Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – und wie wir auf die Bremse treten“, Herder Verlag, München 2020. Erinnern wir uns einmal mehr an die Brände in Australien zur Jahreswende 2019/20 und Sibirien im Frühjahr 2020, gefolgt von Kalifornien und Brasilien mit Auswirkungen von unvorstellbarem Ausmaß. Die Erderwärmung nimmt weiter rasant zu, die Pole schmelzen. In der Antarktis werden mehr als 20 Grad plus gemessen. Laut Berechnung der Klimamodelle bestünde jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit noch die Chance, eine Klimakatastrophe zu verhindern. Zugleich würde dies neue Arbeitsfelder erschließen und Wohlstand kreieren, Wege aus der Armutsfalle schaffen können. Packen wir es an, jetzt, mutig und entschlossen.

© Hartmut Fanger

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