Sachbuchtipp des Monats Dezember 2021

© Erna R. Fanger: Meret Oppenheims Kosmos surrealer Welten Grandiose Werkschau in Zeiten der Pandemie

 „Meret Oppenheim. Mon exposition“, herausgegeben von Nina Zimmer, Kunstmuseum Bern; Natalie Dupêcher, The Menil Collection, Houston; Anne Umland, The Museum of Modern Art, New York, mit Lee Colón und Nora Lohner. Hirmer Verlag GmbH, München 2021, www.hirmerverlag.de, www.kunstmuseum.ch

Bei „Meret Oppenheim. Mon exposition“ handelt es sich um die erste, groß angelegte transatlantische Retrospektive, die sich nicht zuletzt der engen Zusammenarbeit zwischen Kunstmuseum Bern,  The Menil Collection, Houston, und The Museum of Modern Art, New York, verdankt. Der Ausstellungstitel wiederum verweist auf eines der letzten Projekte der 1985 im Alter von 72 Jahren verstorbenen Künstlerin, einer imaginierten Retrospektive Ihres Lebenswerks in ihrer Wahlheimat Bern mit einer Auswahl von über 200 Arbeiten, eigens dafür in Miniaturansicht gezeichnet. Oppenheim verfügte, dass nach ihrem Tod dem Kunstmuseum Bern, das heute über den größten Anteil ihrer Werke verfügt, ein Drittel ihrer Arbeiten überlassen würde. Es bildet daher mit Die Kunst der Retrospektive. Meret Oppenheims Zeichnungen einer „Imaginären Ausstellung“, 1983, den dritten Schwerpunk und Abschluss dieses Bands, eröffnet mit The Menil Collection unter dem Motto „Endlich Freiheit!“ Das Schaffen Meret Oppenheims von 1932 bis 1954, gefolgt von den Sammlungen des Museum of Modern Art mit Schwerpunkt Surrealismus unter dem Titel MERET OPPENHEIM ALS ZEITGENÖSSISCHE KÜNSTLERIN. FÜNF NAHAUFNAHMEN AUS DEN JAHREN 1966 bis 1982.

Dass Oppenheims Werk mit diesem opulenten Bildband, ästhetisch ansprechend, kunstwissenschaftlich fundiert und in herausragender Bildqualität aufwändig gestaltet, gerade jetzt, im Zuge der Pandemie, einem größeren Publikum zugeführt wird, ist für viele Kunstfreunde, die es derzeit nicht riskieren wollen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, ein ausgesprochener Glücksfall. Aber das ist nur ein Grund. Ausschlaggebend scheint vielmehr die Sprengkraft von Oppenheims visionärer Kreativität, originell, voll Witz und eine innere Freiheit und Souveränität atmend, die den Horizont weitet und neue Perspektiven in den Blick nimmt. Inspiration, die in Zeiten umfassenden Wandels neue Sichtweisen erschließen kann. Keiner weiß derzeit, wohin die Reise geht. Und mühsam nach Orientierung ringend, bedarf es jetzt mutiger Schritte heraus aus dem Dilemma, in das wir als Menschheit geraten sind, und nicht zuletzt der inneren und äußeren Freiheit, sich über Grenzen hinwegzusetzen. Diese muss man sich laut Oppenheim „nehmen, sie wird einem nicht gegeben.“ Lassen Sie sich mitreißen von diesem großartigen Band und der imaginären Kraft der Fantasie Meret Oppenheims – verschenken Sie ihn zu Weihnachten!

Unser herzlicher Dank für ein Rezensionsexemplar gilt dem Hirmer Verlag, München                                                                                                                

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