12 Jahre schreibfertig.com!

Dr. Erna R. Fanger und Hartmut Fanger MA

Seit über 25 Jahren erfolgreiche Dozenten für Kreatives und Literarisches Schreiben, Fernschule, Seminare, Lektorat

Juni 2026

Termine. In der Poet’s Gallery feiern wir mit KIRA und der Geschichtenerzähler das Romandebut von Sabine Bellmund. Tauchen Sie ein in die bewegende Geschichte einer Frau in den Wirren der Zeit um den Zweiten Weltkrieg, zugleich ein Fest der Sinne und der Kraft des Erzählens. Unser Buchtipp*: Die Elefanten von dem russischen Autor und Regimekritiker Sascha Filipenko. Eine skurrile Parabel über die Allmacht des Staates, der bis tief in die privaten Beziehungen hineinwirkt. Dabei versteht Filipenko, dies wie unter dem Brennglas nahezubringen. Aufgezeigt wird, wie das Offensichtliche auf Anordnung hin nicht wahrgenommen und verdrängt wird – spannend! *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.

 

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Juni 2026

  Ich kann mich auch nicht darum kümmern, was die Leute von mir denken – ich muß vorwärts, nur daran habe ich zu denken. Und deshalb gehe ich meinen Weg mit einem gewissen Eigensinn, indem ich an manche Dinge glaube und an andere nicht.

Aus Vincent van Gogh, Feuer der Seele. Gedanken zur Liebe und zur Kunst“

 

Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen:

Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.

Die Tapferkeit stärkt, der Eigensinn macht Spaß

und die Geduld gibt Ruhe.

                                                                                                                        Hermann Hesse                                                                                                                     

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,         

wurde uns je, etwa in Kindertagen, Eigensinn bescheinigt, hätten wir es wohl kaum als schmeichelhaft empfunden. Vielmehr fühlten wir uns bloßgestellt. Bedacht mit einem Etikett, das signalisierte, die oder der ist schwierig, unbequem, beharrt stur auf seiner Meinung, gilt gar als störrisch. Jemand, mit dem man eher nicht viel zu tun haben will.

Zu artigen Guten-Tag-Sagern getrimmt und entsprechend genormt, um im Kollektiv zu bestehen, haben wir uns von uns selbst entfernt. Und nicht selten haben wir uns, abhängig von der Welt der Erwachsenen, verbogen, um, den Kindertagen entwachsen, wiederum nicht geringe Anstrengungen zu unternehmen, unseren Eigensinn, sprich unser ureigenes Potenzial, unter den vielen Schichten uns abverlangter Gepflogenheiten wieder zum Vorschein kommen zu lassen.

Bereits Goethe erkannte im Potenzial des Eigensinns ‚innere Kraft sowie persönliches Beharrungsvermögen’. Nicht zuletzt sind es in den Lektüren, die wir bevorzugen, und in den Geschichten, die wir erzählen, eher nicht die blassen Helden, die uns in den Bann ziehen, sondern vielmehr die Figuren, die sich ihren eigenen Sinn bewahrt haben und darum ringen, sich in ihrem So-Sein zu behaupten, ohne sich zu verbiegen, eigensinnig eben. In diesem Sinne wieder unser Appell – schreib Dich in den Wandel JETZT!

 

Herzlich Ihre/Eure erf   

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Mai 2026

Neues aus unserer WebsiteUnter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Erleben Sie diesmal in der Poet’s Gallery ein typisches Klassentreffen, von Carolin Ilsemann authentisch nahegebracht. Zugleich wartet Im Herzen jung, passend zum Mai, mit einer Liebesgeschichte auf – lassen Sie sich überraschen. Unser Buchhtipp*: Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls, so das jüngste Werk von Gabriele von Arnim. Art Zeitgeist Chronik, in der die Autorin Klartext spricht, den Finger in die Wunde legt und die Versäumnisse der Politik einklagt. Deutlich wird, der Wandel, in dem die Menschheit begriffen ist, geht einher mit herben Verlusten und Abschied von so vielem, das uns das Leben einst großzügig bereitgestellt hat. Im Gegenzug wird sie nicht müde, die Essenz unseres Seins hervorzuheben – Liebe, Verbundenheit, Naturerleben.  *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.

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NEWSLETTER www. schreibfertig.com Kleinefeine Schreibschule für Jung & Alt                                                                                   Mai 2026

Blauer Schmetterling/Flügelt ein kleiner blauer/Falter vom Wind geweht,/Ein perlmutterner Schauer,/Glitzert, schimmert, vergeht./So mit Augenblicksblinken,/So im Vorüberwehn/

Sah ich das Glück mir winken,/Glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte, zeigen         

wer kann sich der Magie des Mais schon entziehn, diesem Sehnsuchtsraum par excellence mit seiner überbordenden Energie. „Verweile doch, du bist so schön“ möchte man ihm zurufen. Allein das mit dem Wonnemonat verbundene Glück gleicht eher dem von Hesse beschworenen ‚Blauen Schmetterling‘, der sich allenfalls im flüchtigen Augenblicksblinken, kaum merklich, So im Vorüberwehn zeigt. Das Glück jedoch, obschon zum Greifen nah, entzieht sich. Immerhin hat es sich dem lyrischen Ich zu erkennen gegeben: Sah ich das Glück mir winken. Glück, scheint das kleine Gedicht vermitteln zu wollen, ist nichts, was zu erlangen wäre, sondern zeigt sich wesentlich nur im Vergehn, geht einher mit verheißungsvoller Leere und der Sehnsucht nach Erfüllung. Und je weniger es zu greifen ist, desto mehr scheint es aufgeladen mit unseren vagen Vorstellungen und Wünschen. Doch macht womöglich gerade diese Unbestimmtheit des Begriffs seine Magie aus, offen für jeden, ihn mit seinen eigenen Träumen und Fantasien zu füllen. Das größte Glück wiederum mag dem widerfahren, der die Dinge des Lebens wunschlos, ohne Erwartungen in aller Offenheit hinnimmt, und dem sich so womöglich das unermessliche Potenzial offenbart, das allem was ist innewohnt – Glitzert, schimmert, vergeht. Übertragen wir dieses Fazit einmal auf das Glück des Schreibens, absichtslos, offen, mag dies ein Weg zu unserem inneren Schreibenden sein, der uns unser unerschöpfliches Potenzial offenbart – schreib Dich in den Wandel JETZT!

Herzlich Ihre/Eure erf   

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Archiv

April 2026

Neues aus unserer WebsiteUnter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery haben sich, wechselhaft wie der April, die Kobolde eingeschlichen. Lass dich nicht von Kobolden fangen, so der Titel der 55 kurzen Geschichten von Hartmut Fanger, zugleich literarische Miniaturen, die nicht selten bezaubern, Erinnerungen wachrufen und Alltagsbegebenheiten zum Leuchten bringen, wie etwa in „Das sind zwei linke Schuh‘ ...“ Unser Buchtipp*: Lea Singer: Eine Frage des Formats. Rechtzeitig zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 1926 legt Lea Singer alias Kunsthistorikerin Eva Gesine Baur ihren 159 Seiten umfassende Roman vor. Erzählt wird von der Zusammenkunft der Queen mit dem Kunstmaler Lucian Freud, Enkel von Sigmund Freud, der den Auftrag erhalten hat, ein Porträt von ihr zu erstellen. Dabei lebt das Ganze von der Diskrepanz zwischen der schillernden, so zwiespältigen wie exzentrischen Figur Lucian Freuds und der überkorrekt sich zurücknehmenden Königin.

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NEWSLETTER www. schreibfertig.com Kleinefeine Schreibschule für Jung & Alt                                                                                   April 2026

Manchmal/spricht ein Baum/durch das Fenster/mir Mut zu//Manchmal/leuchtet ein Buch/als Stern/auf meinem Himmel//Manchmal/ein Mensch/den ich nicht kenne/der meine Worte/erkennt Rose Ausländer (1901-1988)

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,         

2012 legt der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr (1929-2014) das Buch Es gibt keine Materie! Revolutionäre Gedanken über Physik und Mystik vor und stellt damit unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit radikal infrage. Die Lyrikerin Rose Ausländer, deren Gedicht „Manchmal“ (siehe oben) aus ihrer letzten Lebensphase (1977-1988) in einem Düsseldorfer Altenheim stammt, wo sie, ans Bett gefesselt, ihr Zimmer nicht mehr verlassen konnte, scheint dies zu bestätigen: „Die so genannte Wirklichkeit gibt es ja eigentlich nicht ... Hinter dem Wort Wirklichkeit steht, meine ich, das Wort Leben.“* Ein Blick in ihre Vita verrät die Lebensgeschichte einer Entwurzelten. Einst in Czernowitz, Bukowina, zu Hause, war sie im Zweiten Weltkrieg der Judenverfolgung ausgesetzt, verbrachte vier Jahre im Ghetto, um 1946 mit ihrem Mann in die USA auszuwandern, 1964 wieder nach Europa zurückzukehren. Die Wirklichkeit, in der sie lebte, war die Lyrik. Nicht der Blick nach vorn, nicht der Blick zurück inspirierte im Wesentlichen ihr Schaffen, sondern der Blick nach innen. Es scheint in unserem Inneren einen pulsierenden Herzraum grenzenloser Freiheit zu geben, unabhängig von äußeren Bedingungen und lebensgeschichtlich erlittenen Traumata. Und gerade in ihren Gedichten der letzten Jahre erlangt sie den Höhepunkt ihrer Sprachkunst. Was für ein Trost. Was für ein Fest. So gesehen, möchte man behaupten, das eigentliche Leben ereigne sich im Wunder, und dies mag hienieden aus der Wunde erwachsen, die das Menschsein unabdingbar mit auszumachen scheint. Und einmal mehr, wieder und wieder – schreib Dich in den Wandel JETZT!

Herzlich Ihre/Eure erf   

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* Deutschlandfunk Kultur „In der Lyrik zu Hause“ von Joachim V. Hildebrandt 03.01.2008 

März 2026

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Auch im März präsentiert Reinhard Glüer in der Poet’s Gallery mit Der Tod die so bemerkenswerte wie „Wunder volle“ Phantasie des Todes in Gestalt einer Frau. Unser Buchtipp*: Ferdinand von Schirach: Der stille Freund. Der neuste Band des renommierten und vielfach ausgezeichneten Autors Ferdinand von Schirach überrascht mit einer bunten Mischung aus völlig unterschiedlichen Textsorten und Themen. Neben Kurzgeschichten findet sich Essayistisches, wie etwa „Wirklichkeit und Wahrheit“ über den Hamas-Terror oder ein Vergleich des Begriffs der Zeit bei Capote und Proust. In Voices FOR FUTURE! beschäftigen wir uns unter dem Motto „Apokalypse: now?“ – Menschheit am Scheideweg? mit dem neuen Buch des Musikers, Theologen und Fernsehmoderators Julian Sengelmann: Ankerpunkte. Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist.

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Wir werden Frieden finden./Wir werden Engeln lauschen/und den Himmel sehen,/

funkelnd von Diamanten. Anton Tschechow (1860-1904)

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

just am Morgen des 1. März haben uns die Nachrichten über die Bombardierung des Irans seitens Israels und der USA ereilt. Ein paar Stunden später fand im Abaton, Hamburgs renommiertestem Programmkino, eine Matinee statt anlässlich der Vorstellung des Films „Giora Feidman – Seele des Klezmers“ unter Anwesenheit des jüdischen Meister-Klarinettisten und Botschafters für den Frieden und seinem Komponisten und Manager, Majid Montazer, mit iranischen Wurzeln. Unter dem Schock der Ereignisse nahm die Veranstaltung naturgemäß einen anderen Verlauf als geplant. Am Ende ein Moment, der alles Dunkel im Außen überstrahlte: Giora Feidman und Majid Montazer, ein Jude und ein Iraner, treten gemeinsam, sich die Hände reichend, auf die Bühne. Geste der Versöhnung, die nicht nur von Standing Ovations begleitet war, sondern auch das Publikum zu Tränen rührte. Giora Feidman: „Ich glaube so sehr, dass Gott diesen Krieg beenden wird.“

Einig ist man sich, dass die deutliche Mehrheit der Weltbevölkerung nichts anderes als in Frieden leben will. Vielleich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dies umzusetzen. Der erste Schritt, Frieden zu erzielen, beginnt mit dem inneren Frieden. Jedes Zeichen der Verbundenheit, jede freundliche Geste ein Puzzle, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Matthieu Ricard: „Ein Lächeln hebt die Grenzen auf, die uns trennen.“ Vorübergehende anlächeln, einfach so. Wir mögen staunen, wie viele es prompt erwidern, und reich beschenkt nach Hause gehen. Probieren wir es aus, werden wir nicht müde, Zeichen zu setzen, Zeichen der Verbundenheit, eines Miteinanders, das trägt. Und schreiben wir darüber, wieder und wieder nach dem bewährten Motto –schreib Dich in den Wandel JETZT!

 

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Februar 2026

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Eine so bemerkenswerte wie „Wunder volle“ Phantasie des Todes in Gestalt einer Frau präsentiert uns diesmal Reinhard Glüer mit Der Tod in der Poet’s Gallery. Unser Buchtipp*: Salman Rushdie: Die elfte Stunde. Fünf Erzählungen. Nach der Messertacke im August 2022, die Rushdie nur knapp überlebte, hat der inzwischen 78jährige einen Geschichtenband erster Güte vorgelegt. Und wen wundert’s, kreisen die Erzählungen allesamt um das Thema Tod. Doch entgegen der damit einhergehenden Bedeutungsschwere, erzählt Rushdie, durchdrungen von Weisheit, mit Leichtigkeit und Witz davon.

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Es ist beinahe einfach/ein Gedicht zu schreiben/

man braucht nur ein Stück/Papier und einen Stift, als brächte/

die Erde einen Grashalm hervor/oder eine Margerite.

Vivian Lamarque *1946 Tesoro/Italien

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,         

 

‚es ist beinahe einfach‘, das Leben. Nehmen wir das Licht im Februar. Noch beschwert der Winter mit Frost und Schnee den Alltag. Aber das Licht im Februar nimmt unbeirrt zu. Auch jetzt, wo wir in apokalyptischen Zeiten zu leben scheinen, die gemeinhin mit Weltuntergang in Verbindung gebracht werden. Doch vom griechischen Ursprung her bedeutet Apokalypse „Enthüllung“. Und ist es nicht so, dass immer deutlicher wird, wie die Dinge gerade laufen, geht es nicht weiter. Vielleicht dringender denn je sind wir als Menschheitsfamilie aufgefordert, uns zu fragen, wie wir leben wollen, uns dem Mediendauerbeschuss zu entziehen, um zur Besinnung zu kommen. ‚Es ist beinahe einfach‘, man horche nur einmal in sich hinein. Wozu sind wir hier. Welche Rolle wollen wir jetzt einnehmen. Wo stehen wir auf und antworten gemäß dem hebräischen Begriff „Hineni“, dt. „Hier bin ich“ mit einem „Hier bin ich, bereit, Verantwortung zu übernehmen, mich einzubringen!“ Julian Sengelmann hat „Hineni“ in seinem bemerkenswerten Buch “Ankerpunkte“* eindrucksvoll ins Spiel gebracht.

‚Es ist beinahe einfach‘, einmal dem nachzugehen, was uns wirklich am Herzen liegt, uns, die wir uns in Worten, Gedichten und Geschichten wiederfinden und selbst ‚zur Feder greifen‘. Stellen wir unser Licht nicht unter den Scheffel, sondern dehnen es aus mit dem Februarlicht, teilen wir diese Freude am schöpferischen Austausch über Wort und Schrift, erforschen im Zuge dessen, wie wir mitwirken können, diesen unseren Planeten heller, freundlicher, freudiger zu gestalten  – ‚es ist beinahe einfach/ ... man braucht nur ...‘  Was es wiederum im Einzelnen bedarf, ist bei jedem verschieden, wir sind unendlich vielfältig, sind in dieser Hinsicht unendliches Potenzial. Daher einmal mehr und immer wieder –schreib Dich in den Wandel JETZT!

 

*Julian Sengelmann: Ankerpunkte. Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist,  bene! Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur, München 2025

Herzlich Ihre/Eure erf   

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Januar 2026

 Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery startet Gabriele Veit mit südländischer Leichtigkeit – Zucchini und Tomate in Lissabon. Unsere Buchtipps*: Zu Ehren Ilma Rakusas anlässlich ihres runden Geburtstags nochmal unser Buchtipp vom November 2025 Wo bleibt das Licht. Auch Daniel Schreiber mit seinem Liebe! Ein Aufruf soll zum Jahresstart einmal mehr hervorgehoben sein. Überdies eines unserer Lieblingsbücher: Martina Hefter mit ihrem Romandebut HEY GUTEN MORGEN, WIE GEHT ES DIR?, wofür sie 2024 den renommierten Deutschen Buchpreis erhalten hat. Last but not least empfehlen wir zum Studium künstlerischer Pro- & Exzesse Frank Schätzing: SPACE BOY. Über David Bowie. Über mich. 

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... die Last des Lebens/ist eine Libelle/ über dem Morast Aus „Klein Libelle“

von Luis Carvalho in Hundert Hamburger Gedichte. Lyrikwerkstatt des lit (HG), 1983

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

Wo bleibt das Licht, so der Titel des jüngsten Werks der Grande Dame de Lettres Ilma Rakusa, der wir an dieser Stelle nachträglich zu ihrem 80. am 2.1. herzlich gratulieren. Beantwortet hat sie die Frage im Grunde selbst, es manifestiert sich im empathischen Miteinander und im Bewusstsein, dass alles mit allem verbunden ist. Für uns Anlass, 2026 vorneweg schon mal nach lichtvollen Räumen in Wort und Schrift Ausschau zu halten. Dazu heißen wir Sie/Euch im Jahr der Libelle willkommen, steht die Libelle mythologisch doch für Wandel, Transformation und Glück. Aber wer weiß schon, dass das Wort Libelle 2004 von einer Kinderjury, initiiert vom Deutschen Sprachrat, zum schönsten Wort der Kinder gekürt wurde. Aufgespürt hat das eine wortverliebte Freundin. Die sammelt z.B. besonders wohlklingende Wörter, vom Verschwinden bedrohte, mit Wissenswertem drumherum, unterhaltsam und amüsant arrangiert, was sie wiederum mit anderen teilt und damit ein leuchtendes Feld von Wortverliebten beglückt. Ein leuchtendes Feld Literaturverliebter wiederum haben Jan Ehlert, Daniel Kaiser und Katharina Mahrenholtz, NDR Kultur, vor fünf Jahren bestellt: den indessen schon legendären Podcast eat.READ.sleep. Bücher für dich. Nicht nur im Norden, landauf, landab sind daraus Lesekreise, literaturverliebte Communitys, hervorgegangen. Erfolgsgeschichte, die beweist, wir haben viel mehr in der Hand, als wir glauben. Hier schließt, last but not least, Daniel Schreibers leidenschaftliches Plädoyer Liebe! Ein Aufruf an, glühender Appell, die Liebe als grundlegende Essenz menschlichen Miteinanders wieder in den Blick zu nehmen. Mit all den lichtvollen Kräften des Wortes appellieren wir, 2026 umso mehr – schreib Dich in den Wandel JETZT!

 

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Dezember 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery: Eine Story zum Nachdenken anregend und angereichert mit magischen Momenten, wo die Grenzen zwischen dies- und jenseits verwischen, das Wunderbare sich auftut, zu lesen in „Der Holzkreuzmann“ von Katja Wüstenhöfer, gefolgt von „Jährchen“, womit wir glücklich vom alten ins neue Jahr gleiten mögen. Unsere Buchtipps*: Schwebebahnen, von Hanns-Josef Ortheil, erzählt anrührend autofiktional aus der Kindheit des Autors in der Nachkriegswelt mit jeder Menge Zeitkolorit der fünfziger Jahre unter dem Motto ‚Hochbegabt in Wuppertal‘. Des Weiteren Daniel Schreibers Liebe! Ein Aufruf, längst überfällige Auseinandersetzung mit dem großen Scheitern der Menschheit an der Fähigkeit zur Liebe als Grundlage allen Seins. Differenziert leuchtet Schreiber die spaltenden Kräfte aus, um sich dann auf die Spuren einer Art Kulturgeschichte des Liebens zu begeben; von vorchristlicher Zeit bis heute. Dringlich sein Appell, als Gesellschaft eine Entscheidung zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, Mitgefühl und Solidarität walten zu lassen, „Ehrfurcht vor dem Leben“ à la Albert Schweitzer ... *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

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Kunst ist ein Vexierspiel, das will den politisch Überkorrekten nicht in den Kopf: täuschen, verwirren. Ein Jonglieren mit Rollen und Identitäten, das Gegenteil von Eindeutigkeit, Grenzüberschreitung statt Verkapselung. Sich nicht zuordnen, vereinnahmen

lassen, unempfänglich bleiben für ideologische Verordnungen, ob links, rechts, faschistisch oder woke. Das sollte das Glaubensbekenntnis jedweder Kunst sein, Aus Frank Schätzing, in Space Boy. Über David Bowie. Über mich. (2025)

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,         

Kunst als Vexierspiel zu betrachten, das gängige Ordnungen unterläuft, sie durchkreuzt, verwirft, neu arrangiert, in einem Akt der Selbstermächtigung, erfordert ein hohes Maß an Souveränität und innerer Freiheit. Letzteres nun ist uns nicht immer vergönnt. Sind wir doch seit Generationen darauf getrimmt, die Deutungshoheit über das Leben anderen, Institutionen etwa, zu überlassen. Und nicht nur das, erliegen wir nicht selten unseren Konditionierungen, sind teils erbittert in Werturteilen verstrickt. Dabei entgeht uns, Wirklichkeit in ihrer Durchlässigkeit, nicht zuletzt pulsierenden Vitalität und Vielschichtigkeit wahrzunehmen. Dies zu erkennen, wäre ein erster Schritt, unser schöpferisches Potenzial zur Entfaltung zu bringen, es aufleuchten zu lassen und in Flow zu kommen, spielerisch leicht das Leben zu tanzen, mit ihm zu fließen ... Vom Gleichnis, wie in Rilkes „Der Panther“ beschworen – „Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe/und hinter tausend Stäben keine Welt“ zu Rumis (Begründer der islamischen Mystik, 1207-1273)  Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. Machen wir uns auf, jenem Ort in unserem Inneren nachzuspüren, wo unsere kreativen Fähigkeiten nur darauf warten, ihnen Flügel angedeihen zu lassen – schreib dich in den Wandel JETZT, in „Wunder volle“ Tage zwischen den Jahren!

 

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November 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Leichtigkeit, Charme und Tiefsinn verbinden die 12 Kurzgeschichten von Doro Wilhelm in Klitzekleine Alltäglichkeiten. Eine Kostprobe daraus, „Die Gartenschere“, offeriert sie uns in der Poet’s Gallery. Unsere Buchtipps: "Wo bleibt das Licht" von der grande femme de lettres, Ilma Rakusa. Ein leidenschaftliches Plädoyer für die Ausweitung des empathischen Blicks angesichts der Engpässe und Aporien, in die wir geraten sind. In poetischen Skizzen appelliert sie für beherztes Engagement sowie nicht zuletzt an die verwandelnde Kraft der Kunst, die ihr innewohnende Inspiration, die uns mit erhellenden Perspektiven in Berührung bringen kann. Überdies der britische Kultautor Jonathon Coe mit "Der Beweis meiner Unschuld". Nicht nur so aktuelle wie hochbrisante Realsatire à la Großbritannien, geht es darin zugleich um die Frage nach Lüge und den Wahrheitsgehalt von Fiktion ebenso wie der Autor nicht ohne Augenzwinkern souverän zwischen diversen Genres changiert – reines Lesevergnügen mit politischem Biss ... 

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Das Formulieren folgt eigenen Gesetzen, schon bin ich ein Jota

vom Ursprünglichen abgewichen, lasse ich mich verführen und

treiben, als zwinge mir die Sprache ihren Willen auf Was da

steht gefällt. Aber ist es das, was ich sagen wollte? Wo

beginnt die Verfälschung, die kleine, große Lüge?

Never mind, tröstet das Gewissen. Wahrheiten

gibt es viele.Am schönsten ist die erfundene.

Ihr Name: höhere Wahrhaftigkeit.

Aus Ilma Rakusa in Wo bleibt das Licht

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

wer, der schreibt, kennt ihn nicht, diesen leisen Zweifel, dass der Ausdruck in Wort und Schrift, verglichen mit dem, wie man die Dinge und Ereignisse des Lebens im Inneren fühlt, nicht standhält. Dass da immer etwas ungesagt, in der Schwebe bleibt, und uns so nahezu unbemerkt eine tiefere Schicht der Wahrheit entgleitet. ‚Wahrheiten gibt es viele‘ schließt im Grunde aus, von der Wahrheit sprechen zu können. Dies bestätigt wiederum der Protagonist in Coe’s Der Beweis meiner Unschuld, gemünzt auf das digitale Zeitalter: „Wenn jeder die Welt anders sieht, wie soll man dann erkennen, was Wahrheit ist?“ Und kommt zu dem Schluss: „In einer Welt, in der alle Bemühungen, die Wahrheit in Worte oder Bilder zu fassen, kompromittiert oder kontaminiert werden, hat die Fiktion etwas Einzigartiges. Etwas Authentisches. Etwas, auf das man sich verlassen kann.“ Dies wiederum korrespondiert erhellend mit Rakusas der ‚erfundenen Wahrheit‘ zugeschriebenen ‚höheren Wahrhaftigkeit‘. Letztere beruht weniger auf faktischer Realität als sie vielmehr einen vielstimmigen Echoraum präsentiert, der sich eher erspüren als klar definieren lässt und somit eine poetische Dimension eröffnet, die uns neue Bewusstseinsebenen erschließen mag. Spüren wir dem einmal nach – schreib dich in den Wandel JETZT!

 

Herzlich, Ihre/Eure erf

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Oktober 2025

 

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Hoch brisant und nicht zuletzt von bedeutsamer gesellschaftspolitischer Relevanz die Story Echtes Kino von Michaela Regneri in der Poet’s Gallery, kreist sie doch um die Frage, welche Herausforderungen im Zuge von KI auf die Menschheit zukommen könnten. Druckfrisch: der dritte Band von edition schreibfertig.com, Hartmut Fanger, Lass dich nicht von Kobolden fangen. 55 kurze Geschichten, 1 Bonus-Track, 1 Gedicht. In diesem Band. Unser Buchtipp*: SEE YOU LATER von Alan Bennett. Hierzulande bekannt vor allem von seiner 'Liebeserklärung' an Queen Elisabeth II in Die souveräne Leserin, schildert der inzwischen neunzigjährige Erfolgsautor pointenreich mit Witz und morbidem Charme, wie in einer britischen Altersresidenz 'die Zeit totgeschlagen' wird - bis sich im Zuge von Corona alles ändert ...

*Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.

 

 

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Oktober 2025

 

Ich hege die wiesen wie die dielen meines hauses,/schaue auf das gras wie auf den teppich auf dem/die kinder wurzeln und eine heitere zeit./Es gibt keine pflicht zum besitz./Jeder grashalm ist eine zuwendung,/dank der bescheidenheit eines anderen/ der vor ihm war und den ich geschnitten,/... Roberta Dapunt *1970, Südtirol

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

welche Energie des Wandels dem poetischen Schreiben innewohnt, das einen anderen, offeneren Blick auf die Dinge des Lebens wirft, offenbaren die ersten Zeilen aus obigem Gedicht „mein glaubensbekennntnis“ von Roberta Dapunt. Und während der Begriff „Glaubensbekenntnis“ zunächst traditionell dem Bereich der Religion zugeschrieben ist, geht es hier um ein radikal anderes, persönliches Glaubensbekenntnis, getragen von so zarter wie entschiedener Wertschätzung des augenscheinlich Profanen, wie etwa das Gras auf den Wiesen, vom lyrischen Ich als ‚Teppich‘ wahrgenommen, ‚auf dem die Kinder wurzeln und eine heitere Zeit‘. Nichts von der Unerbittlichkeit eines, der ‚richtet‘. Stattdessen pulsierendes Leben und Heiterkeit, zugleich Demut angesichts der Erkenntnis ‚Jeder grashalm ist eine zuwendung,/dank der bescheidenheit eines anderen/der vor ihm war ...‘ Ein poetisches Sprechen, das uns eine Ahnung vermitteln mag von dem miteinander Verwobensein von allem was ist und damit einer allumfassenden Dynamik, die den Urgrund allen Wirkens und Seins zu bilden scheint, der über die Möglichkeiten menschlichen Fassungsvermögens hinausweist, allenfalls im Bereich der Künste, hier des poetischen Wortes, beheimatet sein mag. In diesem Sinne einmal mehr unser Apell – schreib dich in den Wandel JETZT!

 

Herzlich, Ihre/Eure erf fanger & fanger schreibfertig.com

September 2025

Neues aus unserer Website! In der Poet's Gallery führt uns Monika Erath diesen Monat gekonnt auf die falsche Fährte, indem gleich der erste Satz dem Leser eine Liebesgeschichte suggeriert, die sch jedoch schnell als bemerkenswerte Parabel entpuppr, indem sie uns einen Spiegel vorhält. .All die falschen Erwartungen, an eine Paarbeziehung herangetragen, werden entlarvt. Am Ende das so weise wie ernüchternde Fazit: Geteilte Freud ist halbe Freud, trifft sie auf die Falschen. Unser Buchtipp*: Michael Köhlmeier: Das Schöne. Eine Reise durch die Welt der Bücher, Literaturen, die Welt des Theaters, der Künste schlechthin. Zugleich lesbar als Kulturgeschichte der Begeisterung, die stets über die materielle Sphäre hinausweist und damit immer auch etwas Rätselhaftes, dem Verstandesbewusstsein nicht zugängig, birgt. Voices for FUTURE! wiederum präsentiert diesmal eine Initiative, die hoffen lässt – Pioneers of Change,

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Die Stille hat Flügel und flattert mit ihnen./Sie ist überall,/selbst wenn man sie nicht hört./Da sind keine Worte,/keine Träume, keine Gedanken. Erste Strophe des Gedichts „Die Sprache der Stille“ von Reiner Kunze. htttps://gedichteseele.com/reiner-kunze-gedichte/

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

wer als Schreibender die Kunst beherrscht, der ‚Sprache der Stille‘ zu lauschen, mag sich auf dem Königsweg der Klaviatur literarischer Kreativität bewegen. Ein Weg, der nach innen führt. Weg von Hektik und Lärm im Außen, wo wir allenfalls ein winziges Puzzleteil des Felds an Möglichkeiten wahrnehmen, das uns – im Unsichtbaren – als Potenzial stets umgibt. Stille ist zugleich auch die eloquente Sprache der Seele, einer Eloquenz, die sich dem Getöse im Außen entzieht, uns hingegen im Innen mit Empfindungen und Gefühlen, Impulsen in Berührung bringen kann, die uns bedeutsame Botschaften zu übermitteln vermögen. Uns bewegen, mitunter in ihrem Erkenntnispotenzial erschüttern können, uns verstummen lassen. So treiben wir in Sphären, wo uns keine Worte zur Verfügung stehen. Stattdessenn tauchen wir ein in eine beredte Leere – einem Dazwischen, das die Grenzen unseres Verstandes übersteigt und uns nach Erkenntnissen der Quantenphysik mit einem alles durchdringenden und umgebenden, unerschöpflichen Potenzial in Berührung bringt. Kunze auf seine poetische Weise kündet davon des Weiteren: „Die Stille lebt im Augenblick,/in der Sekunde zwischen den Sekunden./Sie umgibt dich wie ein unsichtbarer Mantel,/nimmt dich auf, wenn du es ihr erlaubst.“ Sprich, wenn wir offen dafür sind, was wiederum voraussetzt, uns als Nichtwissende zu erfahren, auf dass wir darüber hinauszuwachsen vermögen. Erst dann und nur dann entfaltet die Stille ihren ganzen Segen, wovon wiederum die beiden letzten Verse Kunzes künden: „Sie ist wie ein Geschenk,/das man nur auspacken muss.“ Ein Geschenk, das unser Bewusstsein weitet – schreib dich in den Wandel JETZT!

 

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Wer große Literatur schreiben will, der kann nicht warten,

bis der Mond aufgeht. Er kann nicht warten,

 bis die Trauerweide ihm die Hand küsst,

er kann nicht warten, bis die Flut kommt,

der Vulkan ausbricht oder der Mond

sich vor die Sonne schiebt,

Wer große Literatur schreiben will,

der muss bereit sein, 

jedes Stück von der Wirklichkeit

als das einzig Beschreibbare anzusehen...

 

Alain Robbe Grillet, Französischer Filmemacher und Autor (1922-2008),

in: Im Traum suche ich immer das Weite von Hilmar Klute,

Verlag Galiani Berlin 2025 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

was Robbe Grillet uns Schreibenden hier so eloquent wie bildhaft mit auf den Weg gibt, lässt sich in einem Begriff fassen. Denn worum es hier geht, ist Präsenz. Wahrnehmen heißt zugleich ja auch, die Wahrheit der Ereignisse und Dinge des Lebens zu erfassen, in denen wir begriffen sind, die uns umgeben, in denen wir uns bewegen. Bei genauer Betrachtung eine Kunst insofern, als wir in unserer Wahrnehmung in der Regel weniger präsent als vielmehr in festgefahrenen Denkmustern unterwegs sind, was uns meist nicht bewusst ist.

Haben wir uns das erst einmal klargemacht, beginnen wir zu hinterfragen, inwiefern unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit standhalten mag, oder Glaubensmustern entspringt, die uns nicht mehr dienlich sind und uns daran hindern, die Dinge des Lebens so zu erfassen, wie sie sind. In all ihrer Vielschichtigkeit und Komplexität. Auf einen so einfachen wie in seiner Schlichtheit weisen Nenner bringt es der Ausspruch „Glaube nicht alles, was du denkst“, unter anderen auch dem großen, nicht selten unterschätzten Komiker Heinz Ehrhardt (1909-1979) zugeschrieben. Dies könnte ein Wendepunkt sein in unserem Selbstverständnis. Wir beginnen, uns selbst und alles, womit wir verwoben sind, zu beobachten. Was uns wiederum uns in die Lage versetzt, die Welt als Schreibende, und zwar aus unserer ureigenen Perspektive, ganz im Sinne Robbe Grillets, in voller Präsenz wahrzunehmen. Wagen wir es, das Abenteuer – schreib dich in den Wandel JETZT!

Herzlich, Ihre/Eure erf   

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Juni 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Diesmal In der Poet’s Gallery ein Petit Four, sprich literarische Feinkost Kurzprosa aus dezidiert weiblicher Perspektive des Titels Der Schatten, feil geboten von Sabine Rudolph,  darf man sich auf der Zunge zergehen lassen!

 

Unser Buchtipp*: Carlo Levi (1902-1975), Die doppelte Nacht. Eine Deutschlandreise im Jahr 1958. Einem größeren Publikum bekannt wurde der italienische Autor mit Christus kam nur bis Eboli (Gleichnamiger Film unter der Regie von Francesco Rosi, 1979). Nicht nur Homme de Lettres, war Levi außer Schriftsteller auch noch Maler und Arzt. Im Übrigen wirkte er im Widerstand gegen Mussolini, wurde im Zuge dessen zwischenzeitlich auch aufs Land verbannt. Wie er in „Die doppelte Nacht“ wiederum die Atmosphäre des Wirtschaftswunders und deutsche Mentalität nach dem Zweiten Weltkrieg in seinen subtilen Ausdifferenzierungen beobachtet und entsprechend nahebringt, ist sprachlicher Hochgenuss. Darunter nicht zuletzt die allesamt unter den Tisch gekehrten Schattenseiten. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

Wegzehrung

NEWSLETTER www. schreibfertig.com Kleinefeine Schreibschule für Jung & Alt                                                                             Juni 2025

In den finsteren Zeiten,/Wird da auch gesungen werden?/Da wird auch gesungen werden./Von finsteren Zeiten. (1939)

Aus Bertolt Brecht: „Svendborger Gedichte“,

benannt nach dem Ort seines Exils

auf der dänischen Insel Fünen

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

allenthalben werden sie beklagt, landauf, landab, besagte finstere Zeiten. Die Antwort, ‚ob da auch gesungen werde‘, scheint einfach und klar: ‘Da wird auch gesungen werden‘. Punkt. Allein dieser Punkt täuscht, wird die Eindeutigkeit doch in der letzten Zeile wieder verworfen, wenn zwar gesungen wird, aber ‚von finsteren Zeiten‘.

Doch gerade in der Diskrepanz zwischen dem ‚Singen‘, das zugleich für Poesie und Dichtung stehen mag, und dem vermeintlich einschränkenden ‚von finsteren Zeiten‘, scheint sich ein Raum in der Schwebe, ein Raum außerhalb der Zeit aufzutun, in dem noch nichts festgeschrieben ist. Hierin verbergen sich (Frei)Räume, in denen die harten Konturen unserer Konditionierungen, die uns eine entsprechend verzerrte Wirklichkeit widerspiegeln, an ihre Grenzen stoßen und kippen können. Das versuchen wir wiederum naturgemäß zu vermeiden, ängstigt uns doch solch unbekanntes Terrain. Doch was, wenn gerade diese Kipppunkte, wo wir aus eingefahrenen Bahnen herauskatapultiert werden, genau besehen der Nährboden sind, aus dem Neues hervorgeht. Einhergehend mit innerer und äußerer Bewegung, die uns ungeahnte Perspektiven eröffnen mag, unser Potenzial zu entfalten. Am Ende singen wir womöglich ein neues Lied ‚von finsteren Zeiten, ja pfeifen darauf. Bei Ralph Waldo Emerson heißt es in diesem Sinne:  Zu lichtem Äther löst die Zeit die harte Kantigkeit des Lebens auf. Vertrauen wir solchen Prozessen der Wandlung und schreiben darüber – schreib dich in den Wandel JETZT!

Herzlich, Ihre/Eure erf        

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Mai 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery nimmt uns Sabine Bellmund mit auf eine Fernreise, die zugleich auch nach innen führt. Die Herausforderung des Älterwerdens kurz streifend, verweist der Text jedoch auf eine Weite im Innen wie im Außen, die eine gänzlich andere, poetische Sicht auf unser Sein eröffnet und den Leser am Ende mit dem Wunderbaren in Verbindung bringt. Unser Buchtipp*: Beginnend mit Heidenreichs Bestseller Altern im Frühjahr 2024 in der „Reihe Leben“ des Hanser Verlags, ist jüngst Wohnen von Doris Dörrie, Filmemacherin und Autorin, erschienen. Ihr Blick darauf ist allein schon aufgrund der ihr eigenen Scheu, überhaupt sesshaft zu werden, sich an einem bestimmten Ort häuslich niederzulassen, so vielgestaltig wie erhellend. Hinzu kommt ihre Erfahrung, in fernen Ländern in West und Ost gewohnt zu haben, sei es USA, sei es Japan. Nicht zuletzt wird deutlich, inwiefern Wohnen überdies ein Politikum ist. Kurzum eine Kulturgeschichte des Wohnens, lebendig, originell, weltoffen. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery nimmt uns Sabine Bellmund mit auf eine Fernreise, die zugleich auch nach innen führt. Die Herausforderung des Älterwerdens kurz streifend, verweist der Text jedoch auf eine Weite im Innen wie im Außen, die eine gänzlich andere, poetische Sicht auf unser Sein eröffnet und den Leser am Ende mit dem Wunderbaren in Verbindung bringt. Unser Buchtipp*: Beginnend mit Heidenreichs Bestseller Altern im Frühjahr 2024 in der „Reihe Leben“ des Hanser Verlags, ist jüngst Wohnen von Doris Dörrie, Filmemacherin und Autorin, erschienen. Ihr Blick darauf ist allein schon aufgrund der ihr eigenen Scheu, überhaupt sesshaft zu werden, sich an einem bestimmten Ort häuslich niederzulassen, so vielgestaltig wie erhellend. Hinzu kommt ihre Erfahrung, in fernen Ländern in West und Ost gewohnt zu haben, sei es USA, sei es Japan. Nicht zuletzt wird deutlich, inwiefern Wohnen überdies ein Politikum ist. Kurzum eine Kulturgeschichte des Wohnens, lebendig, originell, weltoffen. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

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Leben wie ein Baum, einzeln und frei / doch brüderlich wie ein Wald, /

das ist unsere Sehnsucht. Nazim Hikmet *1902, 1963

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

bei der Präambel handelt es sich um die letzten Verse des berühmten Gedichts „Davet“, deutsch ‚Einladung‘, des türkischen Dichters Nazim Hikmet, der als Begründer der modernen türkischen Lyrik gilt. Auf geniale Weise und im wahrsten Sinne des Wortes verdichtet, markieren sie präzise die Pole, innerhalb derer sich die Existenz der menschlichen Spezies bewegt. Auf der einen Seite als Individuum, ausgestattet mit einzigartigen Merkmalen und Talenten, die entsprechend Raum beanspruchen. Auf der anderen Seite der gleichwohl dringliche Wunsch nach Zugehörigkeit. Beides Gegenpole, denen entsprechend Reibungspotenzial innewohnt, wie es sich auch in den Figuren der Geschichten, die wir erzählen, manifestiert.

Dies ist vielleicht der Grundkonflikt überhaupt, den es immer wieder neu auszuloten heißt. Inwieweit übertreten wir mit unserem Entfaltungswillen eben die Grenze, wo wir anderen den Raum streitig machen, und drohen – der Mensch ist ein soziales Wesen –, der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft verlustig zu gehen, auf die wir angewiesen sind.

Uns eben dieses Reibungspotenzial zunutze zu machen, könnte das Gebot der Stunde sein. In kultiviertem Rahmen für Bedingungen zu sorgen, wo wir uns trauen, in unserer Einzigartigkeit hervorzutreten, ohne unser Licht unter den Scheffel zu stellen und uns den Erfordernissen des Kollektivs zu beugen, um daraus nicht verstoßen zu werden – einer Urangst. Schreiben wir also, bringen wir Worte zum Klingen, Sätze zum Leuchten – Schreib dich in den Wandel JETZT!

Herzlich, Ihre/Eure erf           fanger & fanger  schreibfertig.com

April 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery gibt Irene Thiele mit Der Brief eine Kostprobe Ihrer immer witzig-spritzigen Kurzprosa – in Hamburg bisweilen auch auf der Bühne vor Publikum zu erleben. In Der Brief nun wird aus dessen Perspektive sein trauriges Schicksal erhellt, hat man ihn doch auf dem Telefontischchen unter einem Stapel mit Werbeprospekten einfach vergessen ... Unser Buchtipp*: Diesmal widmen wir uns dem neuen Stern am Himmel der Kurzgeschichte, dem israelischen Autor Etgar Keret: Starke Meinung zu brennenden Themen, in 40 Sprachen übersetzt und unter Kennern regelrecht gefeiert. So etwa von Daniel Kehlmann: »Etgar Keret ist der Großmeister einer Gattung, die nur er schreiben kann: die Etgar-Keret-Kurzgeschichte ... Keret wird von Buch zu Buch besser darin, Etgar-Keret-Geschichten zu schreiben; dieser Band ist der bisherige Höhepunkt seines Schaffens.« Daniel Kehlmann.

Mit überbordender Fantasie schreiben sich Absurdität und Aporie menschlicher Existenz in vielfältiger Spiegelung in seine Storys ein. Spielerisch leicht, gespickt mit Weisheit und Witz, schriller Komik und tiefgründigem Humor. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

Wegzehrung

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 [W]enn das Schreiben nicht ... ein flüchtiges Sprechen in den Wind ist, so ist es nichts. Wenn das Schreiben  nicht jedes Mal alle Dinge zu einem ein­zigen, seinem Wesen nach Unbestimmbaren vereint, so ist es nichts ... Marguerite Duras in Der Liebhaber

 

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

bei den Teilnehmenden unserer Schreibgruppen, die diese Plattform, sich auszutauschen, zum Teil über Jahre hinweg nutzen, ist ein seltsames Phänomen zu beobachten. Nicht selten gelangen gerade diejenigen, die am ernsthaftesten und mit augenscheinlich sichtbarem Erfolg an ihren Texten arbeiten, unverhofft an einen Punkt, wo sie ihr Schreiben auf den Prüfstand und sich selbst die Frage stellen: Was ist der Grund, warum wir schreiben. Sicher, es macht Spaß, hat etwas Befreiendes ... Doch mit einem Mal genügen diese Antworten nicht mehr. Wir suchen nach einem tieferen Sinn dahinter, wollen ihm auf den Grund gehen. Phasen, die in eine Auszeit münden können, in der wir uns neu justieren. Ein Innehalten, um neue Horizonte in den Blick zu nehmen, unser Bewusstsein auszudehnen. Vergleichbar etwa mit dem ‚Anlauf nehmen‘ im Bereich des Sports.

 

Bestenfalls gelingt uns im Zuge solcher Phasen eine Art Quantensprung, wo wir vorgegebene Konzepte hinter uns lassen und etwa im Sinne von Duras ein Schreiben ‚mit dem Rücken zum Wind‘ etablieren. Durchlässig für die vielfältigen Schwingungen, die ein Text dann freigibt, wenn neben den vordergründigen, weitere Aspekte mitschwingen, Aspekte von denen wir nicht wirklich wissen, die wir allenfalls erahnen können. Ein Art Nullpunkt, von dem aus nach einem längeren Prozess innerer Wandlung etwas Unerhörtes sich Bahn bricht, etwas, das unser Bewusstsein in eine neue Umlaufbahn katapultiert und unser Schreiben entsprechend neu belebt. Erforschen wir es, viel Inspiration dabei!

 

Herzlich, Ihre/Eure erf 

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März 2025

Neues aus unserer Website Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Den März in der Poet’s Gallery bestreitet Barbara Monika Wagner mit „Die Großmutter“ unter die Haut gehendes Zeugnis unbarmherziger Sexual-Moral zur Zeit unserer Altvorderen, erhellt anhand des Schicksals einer minderjährigen schwangeren, von ihrem Liebhaber verlassenen jungen Frau. Unser Buchtipp*: Joachim Meyerhoff: Man kann auch in die Höhe fallen. Dieser Autor bringt es fertig, eine bedrohlich anmutende Gesundheitskrise im Zuge der Folgen eines Schlaganfalls mit umwerfender Komik zu erzählen. Und dies nicht nur aufgrund seiner hypochondrischen Neigungen, sondern indem sein tief verunsicherter Ich-Erzähler zu dessen 86jähriger, putzmunteren umtriebigen Mutter, die er in seiner Not aufsucht, einen köstlichen Kontrast erzielt. Im Sachbuch-Tipp Unbedingt lesen, wenn ...wiederum bietet die renommierte klinische Psychologin und Erfolgsautorin Dr. Julie Smith zahlreiche Kniffs und Tipps, sich aus alltäglich wiederkehrenden Misslichkeiten zu lösen, den Fokus auf das zu lenken, was uns guttut. In Voices FOR FUTURE! lesen Sie diesmal einen Beitrag zum Thema Würde in Zeiten ihrer Verletzlichkeit.

*Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.

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Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

Nichts ist absolut. Alles ändert sich, alles bewegt sich, alles dreht sich, alles fliegt ...

Frida Kahlo

Wenn es nur eine einzige Wahrheit geben würde, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen. Pablo Picasso

 

für die schreibende Zunft mag die Frage nach der Wahrheit eine der spannendsten sein. Belebend hier auch die Ansicht Bildender Künstler wie Frieda Kahlo oder Picasso, wonach keine Wahrheit absolut, ein jeder seine eigene, individuelle sprich unteilbare Wahrnehmung zu kreieren scheint.

 

Dies korrespondiert mit einem bemerkenswerten Gespräch zwischen einem Urlauber und der buddhistisch geprägten Betreiberin eines kleinen Dorfladens in dem Roman der irischen Schriftstellerin Roisin Maguire, Mitternachtsschwimmer (2024). Während der Urlauber draußen auf die Straße eine Gefahr wittert, weist die Dorfladenbetreiberin ihn darauf hin, dass ‚der wahre Feind im Inneren laure, es keine irdische Gefahr gebe‘. Und wenn man akzeptiere, dass die Welt, die wir wahrnehmen, nicht der Wirklichkeit entspräche, sondern eine Projektion unseres Verstandes sei*, hätte man es selbst in der Hand, sich zum Beispiel kein Leid auszudenken, sondern offen zu sein für das, was das Leben an uns heranträgt, ohne in der Regel einschränkende Bewertung. Der Urlauber, traumatisiert vom kürzlichen Tod seines kleinen Sohnes, ist bestürzt, demnach hätte er sein Leid erfunden.

 

Das Wissen um die Relativität der Wahrheit hat eine entlastende Wirkung und mag gerade uns Schreibenden ungeahnten Gestaltungsspielraum eröffnen. Vor der schmerzhaften Wahrheit wiederum angesichts des Verlusts eines geliebten Menschen ist keiner gefeit. Alles gehört zur Fülle des Menscheins, erkunden wir es weiter fort und schreiben darüber! In diesem Sinne wieder

herzlich, Ihre/Eure erf          

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* Siehe hierzu auch Es gibt keine Materie (2012) des Physikers und alternativen Nobelpreisträgers Hans-Peter-Dürr.

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Februar 2025

Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Diesen Februar gibt die vielfach begabte Klavierlehrerin, Pianistin und Buchautorin, Katja Fink, in der Poet’s Gallery Ihre so witzig wie inhaltlich erfrischend unkonventionell erzählte Geschichte „Die Stadt der langen Nasen“ zum Besten. Unser Buchtipp*: Lucy Fricke: Das Fest. Der schmale, so vergnügliche wie philosophisch grundierte Roman – eigentlich eine Novelle – über das Älterwerden zählt laut Literaturredaktion des Deutschlandfunk zu den zehn besten deutschen Romanen 2024. Darin will Protagonist Jan unter keinen Umständen seinen 50. Geburtstag feiern. Dass aus dieser Art Kapitulation völlig überraschend eine Feier des Lebens, seines Lebens, wird, ist in erster Linie Jugendfreundin Ellen zuzuschreiben. Die rückt mit großer Einkaufstasche an, darin auch Champagner und Geburtstagskerzen, gefolgt von diversen Begegnungen mit Weggefährten, die sich wundersamen Zufällen zu verdanken scheinen ...

*Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

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Mit den Geschichten, die wir uns erzählen, erschaffen wir die Welt. Wenn du

in der Welt etwas verändern willst, musst du andere Geschichten erzählen.

Michael Margolis *1939, †2023, US-amerikanischer Schauspieler

 

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

 

warum erzählen wir überhaupt Geschichten. Sartre meinte, weil wir ‚alles im menschlichen Leben durch Geschichten verstünden‘. Insofern stellt jede Geschichte auf ihre ganz eigene Art, und sei es lediglich zwischen den Zeilen, Fragen an das Leben. Im Zuge des Erzählens von Geschichten vergewissern wir uns sozusagen unserer Existenz.

Wenn wir andererseits, wie oben proklamiert, durch das Erzählen von Geschichten die Welt erst erschaffen, lohnt es womöglich, näher draufzuschauen, was für Geschichten wir uns erzählen. Welchen Blick richten wir auf die Welt. Und wie kann es uns gelingen, aus genormten Wahrnehmungsmustern auszubrechen und offen zu sein für neue Sichtweisen, die es uns ermöglichen, tatsächlich, wie in der Präambel vorgeschlagen, ‚andere Geschichten zu erzählen‘. Geschichten etwa, wo die Seiten wechseln, die Blickrichtung sich ändert, die dadurch ihren Beitrag – und sei er noch so klein – zu einer veränderten Sichtweise leisten.

Gekonnt hat dies Ende letzten Jahres Martina Hefter in Hey guten Morgen, wie geht es dir demonstriert. Erzählt wird aus dem komplizierten Alltag eines Künstlerpaars, sie Tänzerin und Performance-Künstlerin, er ein an den Rollstuhl gefesselter Autor. Allein schon von der Namensgebung her, sie Juno, er Jupiter, fallen die beiden verheißungsvoll aus dem Rahmen. Die beschwerlichen Auflagen einer solchen Konstellation werden mit Witz, manchmal auch Wut, aber mit immer wieder überraschenden Wendungen in poetischer Sprache, federleicht, ohne zu beschönigen, zum Besten gegeben.

„Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält“, so Max Frisch.

Welche Geschichten haben wir uns erfunden, spüren wir dem einmal nach ...

In diesem Sinne wieder herzlich, Ihre/Eure erf

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Januar 2025

Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine.  Das Jahr 2025 in der  Poet’s Gallery eröffnet mit Katja Wüstenhöfer eine starke weibliche Stimme Lyrik, der Stille abgelauscht, geerdet und von erotischer Kraft. Unsere Buchtipps*: Martina Hefter: Hey guten Morgen, wie geht es dir?, wofür die Autorin den Deutschen Buchpreis erhalten hat. So fantasievoll wie poetisch, witzig und originell, dabei nicht ohne Tiefgang und nur zu empfehlen. Außerdem, gerade richtig zum Jahresbeginn, Stefanie Jacksch: Über das Helle. Radikale Zuversicht in herausfordernden Zeiten. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten. 

 

Neues aus unserer Website

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Wir sind so sehr verraten,/von jedem Trost entblößt./

In all den schrillen Taten,/ist nichts, das uns erlöst.

 Werner Bergengruen *1882, 1964

Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,

von frappierender Aktualität muten die obigen Verse der Präambel an, ein Aufschrei, und man wundert sich, dass der Autor aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Es ist die erste Strophe des Gedichts „O komm, Gewalt der Stille“, Art Anrufung derselben. Nicht von ungefähr lauten auch die beiden letzten Verse der zweiten Strophe Wir wollen den Klang des Schweigens,/das uns erschaffen hat. Mit Wucht wiederum postuliert die dritte und letzte Strophe Gewalt und Gier und Wille/der Lärmenden zerschellt./Oh komm, Gewalt der Stille,/und wandle diese Welt.

 

Einmal mit Abstand die globale Lage betrachtet, könnte man meinen, wir sind mit unserem Latein  am Ende. Umdenken fordern die einen, der Vernunft gemäß und wie folgt von Kant formuliert, ‚raus aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, Gedankengut der Aufklärung. Im Gegensatz dazu der Appell Bergengruens, der eben gerade nicht auf das Denken, sondern auf Stille setzt und in ihr das Potenzial erkennt, die Welt zu wandeln. Dies steht letztlich dafür, nach innen zu gehen, steht für Meditation, Kontemplation. Und während das Denken auf Unterscheidung der Dinge beruht in einer Welt, die auf Dualismus basiert – richtig /falsch, gut/böse –, geht es bei einer eher meditativen Sicht um die Überwindung eines solchen Dualismus. Hierbei ist wiederum weniger Erkenntnis von Belang, als vielmehr die Erfahrung, die Erfahrung nämlich eines einheitlichen Raums, in dem alles in permanenter Bewegung miteinander verbunden ist. Dies übersteigt unser Verstandesbewusstsein, ist überdies verknüpft mit Gefühlsebenen, die gleichwohl ein erheblich weiteres Erfahrungsspektrum bieten.

 

Es kann nicht Anliegen sein, Denken, Verstandesbewusstsein und meditative Zugänge zur Wirklichkeit gegeneinander auszuspielen. Vielmehr gilt es, in beiden Modi die Ressourcen zu erkennen und ihr Potential zu nutzen. Siehe hierzu auch Gert Scobel  https://youtu.be/URuORWBzK30?si=K6w5CV7gYVXuMfBy 

 

Schreiben ist das Medium, in dem beides zum Tragen kommt – Logik, logos=Wort –, und die Stille, das nach innen lauschen, zu spüren ... Schreib dich in den Wandel JETZT!

Mit hellen Wünschen für 2025, Ihre/Eure erf

 

*Ob in der Bibel – Zwölf Apostel, aber auch in den meisten anderen Religionen, ob im Volksglauben, in den Kulturen der Welt, in der Astrologie – Zwölf Tierkreiszeichen, ob in der Musik – Frédéric Chopin, Zwölf Etüden, Arno Schönberg, Zwölftonmusik, in allen möglichen Bereichen gilt die Zwölf als Konstante und damit zugleich als Verbindung stiftendes Element. 

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