KreSch-Kurs 2020/2021

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Ilka Schwensfeier

Ich heiße Ilka Schwensfeier und bin 15 Jahre alt. Ich wohne in Hamburg-Blankenese. 

Ich liebe es, kreative Dinge zu machen, zum Beispiel in Form von zeichnen, Fotos machen und zu schreiben. Und generell Dinge zu gestalten, macht mir wahnsinnig viel Spaß.

Seitdem ich klein bin, mache ich Musik und komme aus einer sehr musikalischen Familie! Ich spiele Geige und singe. Genauso gerne höre ich natürlich Musik!  

In meiner sonstigen Freizeit mache ich Cheerleading und tanze!

Die Erde

Ich bin ein Gesteinsplanet. Auf mir gibt es fließend Wasser und ich habe einen Mond. Ich werde von der Sonne gewärmt und kreise in ihrem Sonnensystem. Auch besitze ich riesige Ozeane und Wälder. Auf mir leben sogenannte Tiere. Außerdem bin ich die Heimat einer Spezies, die sich Menschen nennt. Sie leben auf mir und anfangs hatten wir eine großartige Beziehung zueinander, doch nun machen sie mich kaputt. Sie machen mich schleichend krank. Ich bekomme Fieber und das schon längere Zeit. Sie bauen Fabriken und fahren mit Autos und flößen mir wahnsinnig viel CO2 ein. Sie verschmutzen meine Adern, das Wasser, werfen Plastik und Chemikalien in meine Meere und töten damit die Tiere, die nur friedlich mit ihnen zusammenleben wollten. Ein paar Leute wollen mich retten, doch die Mehrheit von ihnen nimmt überhaupt keine Rücksicht mehr auf mich. Sie meinen, sie würden mich kennen und hätten mich erforscht, aber ich berge so manches Geheimnis, das keiner von ihnen je rausfinden wird. Ich würde nicht behaupten, die Menschen seien dumm. Sie haben einen klugen Verstand, jedenfalls ein paar von ihnen, aber von der Tatsache, dass sie einen verheerenden Einfluss auf mich haben, wollen viele nichts wissen. Sie haben Häuser, ganze Städte und Staaten auf mir errichtet und nun werfen sie durch ihr Verhalten all das weg und zerstören ihre eigene Heimat. Sie haben sogar schon nach Ersatz für mich gesucht, doch bisher nichts wirklich Brauchbares gefunden. Ich denke, das werden sie auch nicht. Nicht einmal ich kenne das ganze Universum, bin selbst nur ein kleiner Punkt im Weltall. Ich hoffe, sie werden bald erkennen, wie schlecht es mir bereits geht, und mir endlich zu Hilfe eilen.

Vielleicht später

12 Uhr mittags. Der Wecker klingelte schon zum 8. Mal, doch Ellie schlief noch immer. Letzte Woche hat sie ihren Abschluss an der High School gemacht. An dem Tag gab es eine riesige Feier nur für sie. Ihre ganze Familie war da, ihre Eltern, ihre große Schwester und ihre zwei kleinen Brüder, Tanten, Onkel, Cousinen, Cousins, Großeltern und so weiter. Sie alle hatten die Feier genossen, doch jetzt fühlte sie sich furchtbar. Sie schlief bis spät in den Tag hinein, verkroch sich in ihrem Zimmer, lief immer im selben, längst zu waschenden Pullover und der zu großen Jogginghose herum. Ihre Eltern hatten hohe Ansprüche. Auf eine der großen Elite-Unis sollte sie gehen, wie ihre ältere Schwester. Das hatten sie ihr vor ein paar Wochen offenbart, was sie kolossal stresste. Sie wollte zwar studieren, aber wusste weder was, noch wo, noch ob sie das überhaupt schaffen würde, denn sie stand selbst bei ihrem Abschluss schon wahnsinnig unter Druck und hatte es nur mit viel Mühe geschafft. Sie hatte ein sehr gutes Abi und hätte durchaus Potenzial, aber war es das, was sie wollte, oder musste sie mal wieder nur ihren Eltern gerecht werden? 

Sie wachte nach einer weiteren halben Stunde davon auf, dass ihr Handy, was sie neben sich auf die Ecke vom Bett gelegt hatte, wie wild klingelte. Verschlafen ging sie ran. 

„Ja?“, meldete Ellie sich schlaftrunken.

„Hey, hast du echt bis eben geschlafen?“, hörte sie ihre beste Freundin.

„Ja.“

„Du musst deinen Schlafrhythmus echt wieder in den Griff bekommen…“

„Mhmm“, murmelte sie.

„Ich muss dir was sagen!“, fuhr sie mit aufgeregter Stimme fort.

„Aha und was?“

„Ich hab gerade eben meine Bewerbung für Harvard abgeschickt!“

„Wow.“

„Ich weiß, ich kann es auch kaum fassen, aber ich hab‘s gemacht!“

„Schön. Meine Mutter ruft. Ich muss auflegen. Bye.“

„Oh… ok bye…“

Sie quälte sich aus dem Bett und ging hinüber ins Bad, während sie ihrer Mutter antwortete. Wie jeden Morgen war das ihr schon fast verzweifelt klingender „Weckruf“, sie solle doch endlich aufstehen.

Als sie die Treppe runterkam, sah sie auf dem Küchentisch schon einen Stapel mit Briefen und Formularen. 

Sie spürte, wie sie innerlich erstarrte. Der ganze Druck,  er lastete auf ihr. Anmeldeformulare für Unis. Alle ihre Freunde waren schon fest entschlossen, wie ihr Leben weitergehen sollte, sie war ziemlich die Einzige, die sich noch nicht festgelegt hat. Von ihrer Mutter, die ihr die Briefe vor die Nase hielt und meinte, sie solle sie doch ausfüllen, fühlte sie sich überrumpelt. Ellie gab nur ein „Mmmh, vielleicht später“, zurück. So vergingen Tage um Tage und sie wusste nicht, was sie tun wollte. Ist es das alles wert?

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Johanna Barthel

Hallo, ich bin Johanna Bathel. Bin 12 Jahre jung und gehe in die 7. Klasse eines Gymnasiums. Ich reite und schwimme für mein Leben gerne. Wie fast jedes andere Mädchen auch wünsche ich mir ein Pferd, aber einen Hund hätte ich auch gerne :). Doch leider ist bis jetzt kein Haustier in Sicht. Dafür widme ich mich einer anderen Tätigkeit, die ich auch sehr gerne mag, dem Schreiben. Ich liebe es, meine Träume in einer Geschichte zu verwirklichen und andere Charaktere auf abenteuerlichen Reisen zu begleiten. 

 

Dreams

Immer wenn ich nachts wilde und phantasievolle Träume habe, sprudle ich am nächsten Tag vor solcher Kreativität, so dass ich anfange, meine Träume an die Wände meines Zimmers zu malen. Das regt meine Eltern auf, wie auch an diesem Samstagmorgen. „Alice, was fällt dir ein!“, schrie mein Vater mich an. Er stand unter Stress. Er hatte Angst, wegen Corona seinen Job zu verlieren.Er arbeitete bei einer Fluggesellschaft, die zu der Zeit wenig Gäste hatte. Und obendrein mahnte Mama: „Du weißt doch, dass morgen der Vermieter kommt. Da muss allestip top sein.“Ja, es klang alles nach einer sehr schlechten Angewohnheit, doch ich war mir sicher, dass diese Bilder nicht nur schlechte Laune vollbrachten… Sie hatten etwasMagisches.Was genau konnte ich mir selbst nicht erklären. Geschweige denn meine Eltern.

                                          Vergnügungen

nach Bertolt Brecht

Zusammen sein mit Freunden

Über alte Geschichten lachen

Die Freude miteinander teil`n

Zusammen sein!

 

Neues Erleben

Entdecken

In fremden Welten

Und wenn

Doch mal was schief läuft

Das Beste draus machen

 

Das Leben genießen

In all seinen Farben.

Solang man

Noch was zu

Leben, lieben hat

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Mieke Rentsch

Ich heiße Mieke Rentsch und bin 14 Jahre alt. Ich wohne in Hamburg-Blankenese. In meiner Freizeit mache ich sehr gerne Sport. Ich spiele Hockey im Verein. Außerdem spiele ich das Cello schon seit ich klein bin. Ich liebe es, draußen an der frischen Luft zu sein und neue Dinge zu erkunden. 

Paradies

Ich hab mir immer schon gewünscht, einmal ins Paradies zu kommen. Ich weiß zwar nicht, wie es aussieht, aber ich möchte es unbedingt herausfinden. Ich schließe meine Augen. Plötzlich höre ich das rauschende Meer und zwitschernde Vögel. Ich bin dort. Im Paradies. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Meine Füße versinken im Sand und mir weht die Meeresluft in die Nase. Ich möchte das Paradies erkunden. Wo soll ich bloß anfangen? Ich gehe noch 100 Meter weiter, als ich eine Palme entdecke. So hab ich es mir vorgestellt, das Paradies. Friedlich, ruhig und schön! Meine Neugierde ist geweckt. Ich fange an, die Palme hochzuklettern, und mich erwartet eine atemberaubende Aussicht. So weit ich nur gucken kann ist das türkise Meer. Die Wellen sind sanft und ruhig. Als ich über meine Schulter schaue, erblicke ich einen Berg. Er ist riesig, zugleich aber auch irgendwie klein. Ich springe von der Palme runter und laufe in die Richtung des Berges. Ich möchte auf dem Berg übernachten und in den leuchtenden Sternenhimmel schauen. Ich möchte die Aussicht genießen und einfach nur alleine sein. Auf einmal treffe ich auf einen Wanderweg. Diesem folge ich. Überall liegen kleine Sternchen in den verschiedensten Farben. Die Vögel werden lauter und ich schneller und schneller. Es ist warm im Paradies, aber ich muss nicht schwitzen, obwohl ich gerade einen Berg erklimme. Nach ewigem Gehen wird es langsam dunkel, aber ich komme meinem Ziel näher. Noch 100 Meter, dann bin ich auf der Bergspitze! Ich bin endlich oben und sehe den Mond,  eine kleine Sichel, wobei man seinen ganzen, kreisrunden Umriss als Schatten noch erkennen kann. Die Sterne funkeln am Himmel und ich bin überwältigt. Ich weiß nicht mehr, wie mir geschieht, aber ich hole mein Handy aus der Tasche und will ein Foto machen. Doch plötzlich ist alles weg. Ich bin nicht mehr dort, wo ich war. Ich bin wieder im Alltag. Und da verstehe ich es. Ich kann mir mein Paradies nur erträumen, wenn ich meine Augen schließe. Weil wir die wichtigsten und schönsten Momente im Leben nicht mit dem Auge sehen, sondern in unseren Herzen fühlen.  

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Maya Schwarz

Ich heiße Maya und bin 12 Jahre alt und wohne in Hamburg (Bramfeld). In meiner Freizeit schreibe ich gerne Geschichten oder Gedichte. Ich zeichne auch gerne, weshalb ich manchmal Bilder zu meinen Geschichten male.

   

Träume

Man soll seine Träume nicht einfach loslassen, denn ohne Träume 

macht das Leben keinen Sinn. 

 

Jeder Mensch sollte sich bemühen, seinen Traum zu verwirklichen. 

Jeder Mensch setzt sich Ziele, denn wenn wir keine Ziele haben 

können wir nichts erreichen. 

 

Aber wenn wir etwas erreichen, sind wir glücklich. 

Und was gibt es Besseres, als einfach nur glücklich zu sein.

Maya Schwarz

 

Elfchen

Schön

Das Rauschen

Der Blätter im

Baume wie eines Kindes

Lachen.

Maya Schwarz

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Marlene Wiest

Über die Jahre machte ich Ballett, Leichtathletik, spielte Flöte, Klavier und Gitarre, nähte, häkelte, fotografierte, ging zur Kirche, der Theater Ag, einem Schreibmaschinenkurs und noch viel mehr. Mein musikalisches Talent lag jedoch auf dem Level eines Tauben und Liegestützen endeten für mich mit am Boden liegen. Seit ich aber als Kind meine Eltern überredete, mir meinen ersten Manga zu kaufen hatte ich eine regelrechte Liebe für sie, Anime und Comics, was mich schließlich zum Zeichnen brachte. Seitdem zeichnete ich viel zu Hause, im Freien und besonders gerne im Matheunterricht, wodurch ich schließlich auch begann, mich für alle möglichen Formen der Kunst und der Selbstexpression zu interessieren – Marlene Wiest (*2005)

 

Nur ein Frosch

Klein und glitschig schau ich hoch, erst aus dem Teich, nun von einem Seerosenblatt, und überwache die Umgebung mit meinen Glupschaugen. Ein Vogel mustert mich gierig, doch meine kräftigen Hinterbeine spannen sich an und platsch, lande ich erneut im Wasser. Dass ich klein bin, ist hier im Teich mein Vorteil. Ich lebe als grüner Punkt in einem Unterwasserparadies, schwimme und hüpfe vor meinen Problemen davon und bringe gelegentlich kleine Kinder zum Schreien. An besonders schönen Tagen küsst mich auch ein Prinz oder eine Prinzessin, doch sie enttäusche ich, wenn sich herausstellt, dass ich nicht ihr verzauberter Seelenverwandter bin. Das anschließende Geschrei und Gemecker macht mich jedoch wieder froh, doch nur ein simpler Frosch zu sein.

 

Wie erwartet

„Ich teile jetzt die Klassenarbeiten aus“. Plötzlich war Ash wieder auf den Unterricht konzentriert. Mathe war eigentlich immer eines ihrer stärksten Fächer, aber diesmal wurde sie ungewohnt nervös. Sie fing an, den Stift in ihrer Hand langsam um ihre Finger zu drehen, als sie zu letzter Woche zurückdachte. 

Da saß sie wieder vor der Arbeit. Kaum genug Zeit übrig und unsicher über die letzte Frage. Sollte sie abschreiben? Diese Antwort war die meisten Punkte wert. Ohne sie und mit weiteren Fehlern, welche Note wäre das? Sie wollte im Kopf rechnen, doch sie wusste, dafür fehlte die Zeit. Abzuschreiben wäre riskant und wäre es dann ihr Verdienst? Nein, wenn sie nicht einmal dies könne, wie wollte sie es dann später im Leben schaffen. Sie schloss ihre Augen, atmete aus, nahm ruhig den Stift in die Hand und setzte ihr Kreuz. 

Plötzlich hörte sie, wie ein Blatt auf ihren Tisch geschoben wurde. Aus der Vergangenheit gerissen starte sie auf das Papier, dann ihren Lehrer. Ein Lächeln. Aber aus Freude oder Mitleid? Ihre Freunde schauten sie erwartungsvoll an, sie drehte das Papier um Eine 1. „Wie erwartet, die Arbeit war doch leicht.“

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Amelie Kassow

Biographie

Name: Amelie Kassow

Alter: 12

Wohnort: Hamburg

Hobbys: Tennis, Volleyball, Golf

Geburt: 15/06/2008

 

  

 

Erfolg

 

Schau nach vorn und nicht zurück

In der Zukunft liegt dein glück

In der Zukunft kannst du was erreichen

In der Zukunft kannst du groß und stark sein

In die Vergangenheit gucken bringt nichts

Da siehst du nur deine Fehler, drum 

sieh nach vorn denn da liegt dein Glück!

 

 Vergnügungen

Nach Bertolt Brecht

Der Sonnenuntergang am Meer

Die frische Windbrise in den Bergen

Backen, Kochen

Mit Freunden Zeit verbringen

Schwimmen, Klettern

Verreisen, Neues erkunden 

Tiere, Sport machen

Entspannen, Shoppen gehen

Lachen, Spaß haben

Im Regen Auto fahren  

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Jasmin Welk

Mein Name ist Jasmin Welk, ich bin im März 2008 geboren und lebe in Hamburg. Ich gehe in die 7. Klasse des Gymnasiums Grootmoor und mein Lieblingsfach ist Deutsch. Meine Hobbys sind, neben dem Schreiben und Lesen, Klavier und Tennis spielen.

Das Schreiben ist eine meiner großen Leidenschaften, schon von klein auf habe ich sehr gerne Kurzgeschichten geschrieben. Auch das Lesen bringt mir sehr viel Spaß, am liebsten lese ich Liebesromane.

Im KreSch-Kurs von Frau Dr. Erna R. Fanger habe ich sehr viel Neues gelernt und verschiedenste Schreibversuche gemacht. Generell hat mir der Kurs sehr viel Spaß gemacht und ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung. Ich hoffe, dass ich mit Hilfe vieler Tipps, die ich dort bekommen habe, nun demnächst meinen ersten Roman schreiben kann.

 

Sein und Schein des Glücks

Bist du glücklich? Ich meine wirklich glücklich? Oder tust du nur so? Versteckst du dein wahres Ich vor anderen? Versteckst du dein wahres Ich vor dir selbst? Versuchst du ständig, dich zu verändern? Bist du so frei, wie du gerne sein würdest? Oder versuchst du einfach nur, dir und anderen etwas vor zu machen, um allen Erwartungen zu entsprechen? So zu sein, wie es „normal“ ist? 
Über diese Fragen kann man lange nachdenken und viele Menschen sind nicht im Stande, diese wahrheitsgemäß zu beantworten. Sie haben sich teilweise schon so sehr daran gewöhnt, ihr falsches Ich anzunehmen, dass sie dadurch vergessen haben bzw. nur noch tief in ihrem Inneren wissen, wer sie wirklich sind. Sie haben sich daran gewöhnt, vor fremden Menschen so zu tun, als wären sie schüchtern, vor ihrem Partner so zu tun, als wären sie perfekt, vor wichtigen Menschen zu schleimen … Dadurch finden sie oft keine Zeit mehr, sie selbst zu sein und zu lachen, leben, lieben, träumen, ihre Träume zu verfolgen, einfach frei zu sein. Wenn du nicht so enden möchtest, dann sei nicht immer so, wie andere es von dir erwarten, du bist keine Maschine! Öffne dich, vergiss mal alles um dich herum und entspanne einfach. 

Denk nicht so viel über alles nach! Tu mal etwas Unanständiges, träume wild um dich herum und du wirst sehen: 
Das wahre Glück kommt von ganz alleine.

Loslassen

Man sollte aufhören, so viel über die Vergangenheit nachzudenken. Es gibt zu viele Menschen, die sich, indem sie die Vergangenheit nicht loslassen, ihre Gegenwart und ihre Zukunft ruinieren. Doch die Vergangenheit ist vergangen, man kann sie nicht rückgängig machen, man kann die Zeit nicht zurückdrehen, das ist unmöglich! Man sollte die Vergangenheit loslassen und der Zukunft eine Chance geben, auch wenn einem das schwerfällt. Man sollte, statt seinen Fehlern hinterher zu trauern, aus ihnen lernen, für die Taten der Gegenwart und die Entscheidungen der Zukunft. In Selbstmitleid zu versinken, ist keine Lösung und macht deine Gegenwart und deine Zukunft ungenießbar. Also weine nicht wegen der Vergangenheit, sie ist vergangen, lasse sie sterben, damit sie dich loslässt. Die Zukunft hält so viel Traumhaftes für dich bereit, du musst es nur wollen und zulassen!
Also atme langsam mal die Vergangenheit aus und die Gegenwart ein, um der Zukunft genügend Luft zu geben. 

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Ava Thöne

Ava ist zwölf Jahre alt und kommt aus Hamburg. Neben dem Schreiben tanzt sie und spielt gerne Theater.

Was wir wollen

 

Schreiben wir wirklich, was wir wollen? Wissen wir, was wir wollen? Schreiben wir nicht eigentlich nur das, was uns in die Wiege gelegt wird? Wir schreiben über Liebe und über das, was wir wollen und was nicht. Ist es das, was wir wirklich wollen? Wir wollen Freiheit und ein Leben ohne Sorgen. Gibt es das? Ist es das, was wir wollen? Wir würden ja schreiben, was wir wirklich wollen, wenn uns doch niemand kritisieren würde. Denk mal nach. Tun wir das, was wir wollen? Oder machen wir einfach das, was von uns erwartet wird?

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Abdul-Mattin Alikhel

Hallo, mein Name lautet Abdul-Mattin!

Ich bin 11 Jahre alt und gehe aufs Gymnasium Phorms Hamburg.

Ich komme ursprünglich aus Afghanistan, bin aber in Deutschland geboren

und lebe seit meiner Geburt in Hamburg.

Meine Hobbys sind, neben dem Schreiben von Geschichten, Tae-Kwon-Do, 

Schachspielen, Mathematik,

Fußball und Lesen.

 Ich liebe es, Geschichten zu verfassen, besonders aber mag ich es, anderen 

Leuten meine Texte vorzulesen. So kriege ich neue Ideen, die mich anregen, neue Texte zu kreieren.

 

Verzweifelte Götter

 

Es war einmal ein Mann, der mit Gott stark in Verbindung stand.

Er betete jeden Tag zu ihm: 

„Lieber Gott! Lass mich bitte im Lotto gewinnen!“

Jeden Tag!

Heute ist er schlapp und alt  und kann kaum gehen.

Trotzdem betet er immer noch:

„Lieber Gott! Lass mich bitte im Lotto gewinnen!“

Eines Nachts, nachdem er wieder sein Bittgebet ausgesprochen hatte,

hörte er eine verzweifelte Stimme rufen:

„Oh, alter Mann! Gib mir eine Chance und kaufe dir ein Lotto-Los!“

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Tatja Drechsel

Das bin ich

Mein Name ist Tatja Drechsel, ich bin 13 Jahre alt und werde im Mai 14. Ich wohne in Blankenese, in Hamburg. Ich liebe es, Geschichten zu schreiben, aber genauso, Geschichten zu lesen. Bei mir war es schon früher so, dass ich weniger auf den Inhalt der Bücher als auf die Art, wie sie geschrieben waren, achte  (natürlich mag ich auch Bücher mit einer interessanten Storyline).

Außer dem Schreiben mach ich extrem gerne Sport und betreibe auch Hockey als Leistungssport, zudem mag ich Mathe und interessiere mich für Naturwissenschaften. Ich male und zeichne gerne, und wenn ich Zeit dazu finde spiele ich leidenschaftlich Klavier. Ich hoffe, Ihr habt mich hier ein bisschen besser kennengelernt und könnt aus den folgenden Texten noch ein weiteres Merkmal meinerseits herauslesen: Meine Lebensfreude.

 

Der Frieden

Was ist Frieden für mich? Ist es schon Frieden, wenn im eigenen Land kein Krieg herscht? Wir sagen, unser Land ist friedlich, da keine Kämpfe geführt werden, doch gleichzeitig reisen Soldaten in andere Länder, um dem Krieg dort ein Ende zu setzen, aber muss man dafür erst selbst zu den Waffen greifen? Wir sagen, unser Land ist friedlich, unterstützen keinen Krieg und doch exportieren wir Waffen. Was ist Frieden, der Frieden zwischen den Menschen, zwischen Freunden, Geschwistern, Schulen. Der Frieden zwischen Königen, Ländern und Weltmächten. Ist nur das der Frieden, der "Zwischenmenschlichefrieden" oder ist es auch schon der innere Seelenfrieden, der zum großen Ganzen beiträgt? Auch in der Kirche spielt der Frieden eine Rolle. "Friede sei mit dir“, den Satz, den man in meiner Gemeinde seinen Mitmenschen gesagt und ihnen die Hand geschüttelt hat. Doch machen sich die Menschen bei dieser Geste überhaupt klar, was sie sagen? Wissen diese Menschen, wissen sie was Frieden ist? Haben sie eine Antwort auf diese Frage gefunden?  Wir sagen es herscht Frieden, da wir uns in keinem Krieg befinden, und doch wird Krieg geführt, in anderen Ländern dieser Erde, doch bei uns? Bei uns herrscht angeblicher Frieden. Wird es diese Welt jemals geben? Wird es irgendwann einen Weltfrieden geben? Eine Welt, in der kein einziger Krieg geführt wird. Meine Antwort auf diese Frage lautet nein, denn der große ganze Frieden hängt von jedem einzelem ab, er kann nur erreicht werden, wenn man keinen Krieg mehr mit sich selbst führt, wenn man einen Seelenfrieden besitzt. Also herrscht erst ein endgültiger Frieden, wenn jeder einzelne Mensch mit sich zufrieden und mit sich im reinen ist, wir Menschen müssten aufhören, uns einfach zu nehmen, was wir wollen, nur weil wir das Geld oder die Macht haben.  WIr müssten lernen zu teilen und zu vergeben. Insgesamt müssten wir denen geben, die es nötig haben, den Reichtum gerecht aufteilen. 2000 Superreiche haben gemeinsam mehr Vermögen als 4,5 Milliarden Menschen! Um endgültigen Frieden und Fairness zu erreichen, müssten die Menschen geben und nicht nehmen.

 

Schreiben mit den Füßen

Ich lief durch das taufrische und feuchte Gras, ich spürte die kleinen kalten Tropfen an meinen Füßen und erfreute mich des Lebens. Mitten auf der Wiese blieb ich stehen, schloss meine Augen und streckte meinen Kopf gen Himmel. Die Sonnenstrahlen kitzelten auf meinem Gesicht und ich begann zu lachen, ein frisches, herzhaftes Lachen, das ganz tief aus dem Inneren kam, es nahm meinen ganzen Körper ein. Meine Füße bis zum Kopf begannen zu kribbeln und ich fühlte die Fröhlichkeit in mir. Das Gefühl der Freiheit und der Freude breitete sich immer weiter aus und ich steckte die ganz Blumenwiese damit an. Schmetterlinge stoben auf und sanken wieder hinab, als würden sie tanzen. Bienen summten um mich herum und selbst die Blumen wiegten sich leicht im Wind, wie Wellen auf dem Meer. Das alles wirkte wie eine große Aufführung in der Staatsoper, jedoch improvisiert und jeder machte das, was er wollte. Und doch griffen die einzelnen Lebewesen ineinander wie ein riesiges Uhrwerk mit vielen kleinen Zahnrädern. Ich rannte weiter, spürte das Gras unter meinen Füßen und die kitzelnden Halme an meinen ausgestreckten Fingern. Und da wurde es mir bewusst: Diese Welt ist wunderbar, mit jedem noch so kleinen Lebewesen, und es ist unglaublich, wie wunderschön das Leben doch sein kann.

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Finn Behrmann

 

 

 

Finn Behrmann

Schule:

Marion Dönhoff Gymnasium

Geburtsdatum:

12.02.2008

 

Spuren der Zeit 

 

Man lebt, um zu sterben

in den machtvollen, herben

Kurven des Lebens

wo viele vergebens

mit heißem Begehr

erwarten die Möglichkeit zur Wiederkehr

Doch wer dort zwischen Leben und Tod

Veränderungen in den Stein des Lebens schlägt

vielleicht Wege in grün, vielleicht Spuren in rot

Der schon seit Dauer des Lebens mit einem funkelnden Lächeln

durch die Straßen schwebt

Und wenn der Tag ist gekommen, die Stunde geschlagen

wird er nicht jammern nicht klagen

Denn er hat es geschafft

Er lebt nicht mehr, doch ist er nicht tot

Sein Körper erschlafft

Seine Seele jedoch sitzt nun ewig im Boot

im ewigen Leben zwischen Leben und Tod

So heißt es, dass man lebt, um zu sterben

in den machtvollen herben

Kurven des Lebens

wo viele vergebens

mit heißem Begehr

erwarten die Möglichkeit zur Wiederkehr

 

doch wer Spuren zum Treten und Wege zum Gehen

hinterlässt die das menschliche Auge vermag nicht zu sehen

der lebt weiter zwischen Leben und Tod und

schwebt in den Wolken bei Morgenrot

Und blickt auf die Menschen, die Tiere, die Pflanzen

auf die Käfer, die Würmer, die Vögel, die Wanzen

Und wundert sich nur, was ist bloß geschehen?

Doch Wege verwachsen und Zeiten vergehen 

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Malona Paulo

Malona Paulo

Moin, ich bin Malona und wurde 2006 in Hamburg geboren. In der schönsten Stadt der Welt, finde ich. Neben Hamburg habe ich auch Bücher und das Schreiben lieb gewonnen. In Geschichten kann ich mich verlieren und eine Pause vom Alltag nehmen, in eine andere Welt eintauchen, egal, ob sie besser oder schlechter ist. Hauptsache ich bin weg und kann kreativ sein, beziehungsweise mich zum Kreativsein inspirieren lassen und beim Schreiben meine Gefühle ausdrücken und verarbeiten.

Stimmen

Ich fühle mich verletzt, versetzt, alleingelassen und enttäuscht. Ich stehe hier und warte. Nichts passiert. Obwohl ich schon eine halbe Stunde warte, ist in mir immer noch Hoffnung und diese Hoffnung sträubt sich gegen meine Beine und mein Gehirn, die sagen: „Sie kommt nicht mehr. Geh nach Hause, das lohnt sich nicht.“ 

Doch die Hoffnung sagt: „Sie kommt noch. In fünf Minuten ist sie bestimmt da. Und fünf Minuten kann man doch wohl warten.“ 

Fünf Minuten sind um. Sie ist nicht da. Während die Stimme der Hoffnung immer leiser wird, wird die der Wut, Enttäuschung, Angst und Verletzlichkeit lauter. Sie erzählt mir, dass es ablaufen wird wie damals, dass ich nicht alles richtig gemacht habe, dass es ja häufiger vorkommt, dass sie mir ihre Absagen mit nicht Erscheinen mitteilt. Doch sie sagt mir auch, dass sie unzuverlässig und eine schlechte Freundin ist, wenn sie nicht absagt, wenn sie mich ignoriert, beleidigt, vor anderen bloßstellt, meine Hilfe ausnutzt und sich immer wieder entschuldigt, sich aber nicht ändert. Ich habe Angst. Angst davor, eine Freundin zu verlieren, Angst davor, ehrlich zu sein.Die Stimme der Hoffnung kommt wieder hoch. Sie sagt mir: „Das sind ja nur ihre schlechten Eigenschaften, meistens ist sie eine gute Freundin und für dich da. Außerdem ist das nur die Pubertät und geht vorüber. Damit musst du dich abfinden.“ 

Die Stimme der Hoffnung verschwindet und die der Selbstverurteilung wird laut.

„Ansonsten bist du die schlechte Freundin“, sagt sie. Ich akzeptiere ihre schlechten Eigenschaften nicht, ich akzeptiere nicht, dass sie es nur macht, weil es ihr schlecht geht und sie beliebt sein will. Ich sollte sie trösten und durch diese Zeit begleiten. 

„Du akzeptierst ihre schlechten Eigenschaften nicht, du bist die schlechte Freundin und sie die, die trotzdem weiter zu dir hält, deine schlechten Seiten akzeptiert“, die Stimme des Weitblicks lässt die Stimme der Selbstverurteilung abklingen und wird lauter. Sie sagt mir, wie widersprüchlich das klingt, dass es nur eine Phase sei, undgibt der Stimme der Hoffnung recht. Allerdings sagt sie auch, ich müsse auf mich selbst achten, mich von Menschen, die mir nicht gut tun, abwenden, undgibt der Stimme der Wut recht. 

„Sie wird diese Phase auch alleine bewältigen, du bist eine Freundin, die sie mal hatte und ausgenutzt hat. Wenn du ehrlich zu ihr bist, wird sie daran noch mehr wachsen und du auch. Vielleicht werdet ihr dann nicht mehr befreundet sein, aber ihr habt euch ausgesprochen. Danach wird es dir besser gehen, ganz bestimmt.“

Aber ich weiß, dass ich nicht ehrlich zu ihr sein werde, kam zuletzt die Stimme der Selbsterkenntnis auf. Ich habe dieses Gespräch schon oft geführt, aber habe mich noch nie getraut. Ich habe Angst, Angst davor, ehrlich zu sein.

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Clara Kayser

 

Biopic:

Name: Clara Kayser

Alter:  12 Jahre

Geschlecht: Hamburger Deern

Hobbys: Zeichnen, Schaukeln, Anime

 

 

Die „Burger-Queen“

„Ryo, du Idiot! Hörst du wohl auf, Essig aus der Flasche zu saufen?!“, schrie Muzan. Ryo setzte sich beleidigt auf den Esstisch, von dem sie keine Sekunde später auch wieder hinunter gescheucht wurde. Die beiden Mädchen waren Zimmergenossinnen in einem Internat, aber während Muzan eine gute, fleißige Schülerin war, erwies sich Ryo als faules Dummerchen.  Vor den meisten machten sie den Eindruck, sie könnten sich nicht leiden. Aber so oft sie sich auch ärgerten, sie blieben beste Freundinnen. Heute war Samstag, das hieß, die Schüler durften einen Ausflug machen und vom Taschengeld selbst einkaufen gehen. Gemeinsam verließen die Beiden den östlichen Teil des Gebäudes mit den Mädchenzimmern und schritten hinaus auf den Weg zur Stadt. „Und, wo gehst du heute hin?“, fragte Muzan beiläufig. „Nirgendwo gehe ich hin. Ich bringe dich nur zum Hafen, weil du da hinwolltest“, knurrte Ryo, ihre grauen Haare aus dem Gesicht pustend. Muzan schielte misstrauisch zu der Jüngeren hinab: „Du würdest mich nie freiwillig irgendwo hinbegleiten, wenn du nicht selber irgendetwas vorhättest.“ „Ach ne. Ich seh mir halt den Hafen halt.“„Du siehst dir nie einfach nur irgendwas an!“, klagte Muzan verzweifelt. 

Streitend kamen sie in der kleinen, belebten Hafenstadt an, wo ein großes Passagierschiff ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Muzan staunte nicht schlecht. Ryo wurde langsam nervös. Beunruhigt blickte sie sich immer wieder um, ließ Muzans Arm los und starrte dann wieder hoch hinauf zum Schiff. „Ryo, hast du was?“„Nö.“„Wusstest du von dem Schiff?“ „Nein.“ Bevor die besorgte Muzan weiter nachhaken konnte, stürmte ihre Freundin los. Vor dem Schiff nahm eine Kontrolle die letzten Fahrkarten von einsteigenden Gästen an, zu denen sich Ryo plötzlich durchdrängelte. „Ryo! Ryo, was tust du da?!“, schrie ihr Muzan hinterher. Sie kam nicht weit genug durch, da hielt die Grauhaarige dem Mann bereits selbst ein Papier hin, das sie plötzlich aus der Tasche ihres Parkers gezogen hatte. Muzan blieb entsetzt stehen, dann sprintete sie mit den Ellenbogen voraus über die Planke, quetschte sich an der erzürnten Fahrkartenkontrolle vorbei, die sogleich nach der Security schrie. Ohne vorher drüber nachgedacht zu haben, befand sie sich nun inmitten eines riesigen Dampfers. Panisch blickte sich die Schülerin um. Aus dem Augenwinkel erkannte sie zwei schwarz gekleidete Männer mit Sonnenbrille. Plötzlich. Dort. Zwischen den schwatzenden, bunt gekleideten Leuten wehte ein grauer Zopf. Muza drängelte sich weiter vor, stolperte am Ende des Ganges eine Treppe hinab und gelangte anscheinend in den unteren Teil. Schwach beleuchtete Gänge erstreckten sich vor ihr, nur ein „Exit“ Schild erhellte den Eingang. „Herzlich Willkommen Muzan“, sprach die ruhige Stimme Ryos, die aus allen Gängen zu kommen schien, „Willkommen auf der >>Burger Queen<<. Das hier wird keine normale Kreuzfahrt, meine Liebe, aber ich freue mich, dass du bald Teil von allem hier sein wirst.“ t.b.c

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Roberta Icker

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Über mich ...

Ich heiße Roberta Icker, bin 16 Jahre alt und besuche die zehnte Klasse der Stadtteilschule Bergstedt. In meiner Freizeit lese ich am liebsten und schreibe hin und wieder Gedichte Schule bin, möchte ich Journalismus studieren und Kurzgeschichten. Wenn ich fertig mit der und im Ausland für ein großes Magazin arbeiten. Ich habe diese Kurzgeschichte geschrieben, um zu üben, wie man Personen beschreibt, dabei ist ein recht eigenartiger Mensch entstanden. Wenn ich irgendwann mal berühmte Schriftstellerin bin oder in der Politik arbeite, werde ich auf meinen ersten veröffentlichen Text zurückschauen. Ich werde mich herzlich bei Eleanor bedanken und ihr vielleicht ein paar neue Merkmale hinzufügen.

 

Ein Mädchen namens Eleonor

Eleanor war außergewöhnlich. Lange, dicke, lockige rote Haare, die ihr Gesicht umrahmten, lange dünne Beine, die sie riesig erscheinen ließen, und Bernstein braune Augen, die der ganzen Welt einen Grund zum Lachen gaben. Ein leichtes Schmunzeln umspielte ihre vollen Lippen, mit denen sie alle um sich herum auslachte. Die kleine Stupsnase mit den vielen Sommersprossen gaben ihr etwas Neckisches, etwas Freches, das sich in ihrer Körperhaltung widerspielte. Immer lief Eleanor kerzengerade, nur ihr Kopf war leicht erhoben, so dass Regentropfen in ihre Nase hätten laufen können. In ihren Augen konnte man nicht lesen, sie waren groß und ihr Blick war fröhlich, doch an ihren Augenbrauen konnte man jede Stimmungsschwankung bemerken. Bei einem Zucken nach oben hieß es, dass sie zufrieden war. Doch wenn sich Eleanors rechte Augenbraue nach oben und die linke nach unten zog, hätte man das Weite suchen sollen. 

Alles an ihr war widersprüchlich. Ihre großen ehrlichen Augen mit dem frechen Grinsen und den Lachfalten, ihr rotes Haar sowie die wackelnden Augenbrauen. Wenn man glaubte, Eleanor zu kennen, überraschte sie einen mit einer neuen Facette ihres Wesens. Ihre schlanke Figur verbarg sie gerne unter tiefschwarzer Kleidung, die von ihrer Größe ablenken sollte. Warum sollte man auch auf schwarze Kleidung schauen, wenn man ein so außergewöhnliches Gesicht vor sich hatte? Eleanor war unberechenbar. An einem Tag gab sie sich klug, witzig und charmant, während sie die Woche darauf schüchtern und verschlossen wirkte. Was bei ihr im Kopf vorging, ließ sie niemanden wissen. Gläubig war sie nicht, sie gehörte nicht zu der Sorte Mensch, die aus einer Kleinstadt kam und jeden Sonntag zur Kirche ging. Wenn sich Eleanor als eine Stadt beschreiben würde, wäre sie New York. Eine Stadt, die nie schlief, in der immer die Lichter brannten und das laute Geräusch des Verkehrs nie verklang. Wenn man sie schon näher kannte, wusste man, dass sie etwas verbarg. Sie liebte Geheimnisse mehr als alles andere. Auch wenn man ihr etwas nicht erzählen wollte, erfuhr sie nach einiger Zeit jedes kleinste Detail. Aber nicht durch Erpressung, vielmehr tat Eleanor so, als würde es sie nicht interessieren, sie wechselte das Thema und lenkte ab. Irgendwann war man ihr Gerede so satt, dass man das Geheimnis preisgab. Die Geheimnisse anderer hatte sie noch nie ausgeplaudert, ganz im Gegenteil, sie behielt alles für sich und spann im Kopf weiter, wie die Geschichten hätten enden können. Dabei gab es meistens ein dramatisches Ende, in dem jemandem das Herz gebrochen wurde oder ein Mensch starb. Wenn es um das Diskutieren ging, war Eleanor ein Überflieger. Man konnte sie nicht unbedingt streitlustig nennen, aber sie liebte es, Theorien zu widerlegen. 

Wenn man von dem Faible der Geheimnisse absah, lief es in Eleanors Leben ziemlich gut. Sie gehörte zur Mittelklasse, wohnte mit ihren liebenden Eltern in einem Reihenhaus in einer ruhigen Straße und war gut in der Schule. Deshalb wollte sie von sich ablenken, sie liebte Drama und Abenteuer. Darauf war wahrscheinlich auch ihre Liebe zu Büchern zurückzuführen. Egal, ob es schneite, hagelte oder regnete, Eleanor besuchte einmal die Woche die Bücherei am Ende der Straße zum Meer. Dort lieh sie sich drei bis vier Bücher aus und quartierte sich in ihrem Zimmer ein. Ihre Sammlung reichte von Krimis und Klassikern bis zu Abenteuerromanen. Für jedes gelesene Buch verfasste sie einen Leserbrief an den Autor, in dem stand, was ihr an dem Buch gefallen hatte und was nicht. Eine Antwort hatte sie noch nie bekommen, was Eleanor aber auch nicht besonders störte. Sie schrieb diese Briefe für sich selber, sie hatte sich weitergebildet und das Bestmögliche getan, um ihre Ratschläge zu erteilen. 

Wenn man in Eleanors Zimmer ging, fand man nicht das Reich eines rebellischen Teenagers vor, wie man es hätte erwarten können. Ihre Zimmerwände hatten einen zarten Fliederton, der einen an Lavendel erinnerte. Ihr Himmelbett war aus weißem Holz mit Creme farbigen Vorhängen. Über ihrer weißen kleinen Kommode hing ein großes Leinwand Bild. Der Hintergrund war von hellem metalligem Blau. Darauf sah man Äste mit kleinen hellrosa farbigen Rosen. Eleanors Kleiderschrank war größer als man denkt. So wie die Kommode und das Bett war er weiß. Er  hatte zwei große Schwingtüren mit einem Spiegel, in dem man sich von Kopf bis Fuß anschauen konnte. Darin hingen lauter schöne Kleidungsstücke in allen möglichen Farben, und doch trug Eleanor nur Schwarz. Das Zimmer spiegelt ihre Seele wider. Unschuldig, schüchtern und verträumt. Warum sie diesen Teil von sich niemandem zeigte? Sie hatte Angst, Angst, verletzt zu werden. Eleanor gab sich vor anderen gerne stark und selbstbewusst, damit sie niemand verletzte, doch eigentlich war sie so gar nicht. Sie war das Mädchen von nebenan. Brav, gutherzig und großzügig. Eine einzige Sache an ihrem Äußeren verriet sie. Egal, wo Eleanor hinging, ihr Terminplaner folgte ihr. Ein kleines rosanes Ringbuch, in dem man To Do  Listen, Tagesplaner und alle Termine fand. Sie ist war eine Planerin. Jede neue Minute musste durchgeplant sein, so dass nichts sie  ablenken konnte. Wie erwähnt, wäre sie als Stadt vielleicht New York gewesen, leben tat sie jedoch in einer durchschnittlichen Kleinstadt namens „Jacksonville“ in Kalifornien, wo sie womöglich der einzige Mensch war, der nicht etwas Sonnenbräune abgekommen hatte. Eleanors größtes Ziel war es, diese allzu normale Stadt zu verlassen und an einen Ort zu gehen, wo man an jeder Straßenecke auf ein Drama stoßen konnte. 

KreSch-Kurs 2020/2021

Li-Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

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Lena Kallmayer

Ich bin Lena und 12 Jahre alt. Schon seit ich das Schreiben erlernt habe, verfasse ich kurze Geschichten. Ich finde großen Gefallen daran, die Wörter so zusammenzusetzen, dass sie Bilder in die Köpfe anderer Leute zaubern. Mich hat es immer beindruckt, wie Autoren es schaffen, Gefühle auszulösen, als würde alles wirklich passieren. Wie man in ganz andere Welten eintauchen kann, während man liest. Das wollte ich auch können. Einer meiner größten Träume ist es, einmal einen Job zu erlernen, bei dem ich meine Kreativität beim Schreiben von Texten herauslassen kann.  

Die stille Kriegerin

Dort liegt sie nun. Das Mädchen, das so lange im Krieg an meiner Seite gekämpft hatte. Das Mädchen, das mir so viel bedeutet hatte, ohne es selbst zu wissen. Das wunderschöne, stille Mädchen aus der letzten Reihe. Das Mädchen, das jetzt dort vorne in ihrem Sarg liegt. Vor hunderten von trauernden Kriegern, die sich einbilden, sie gekannt zu haben. Das war mein Mädchen gewesen. Sonja Luisa Martens. Sie war eine stille Kriegerin, zugleich eine starke. Immer hatte sie sich im Hintergrund gehalten. Selten etwas gesagt. Sie war nie jemandem richtig aufgefallen. Jeder sah sie und übersah sie doch. Übersah das Mädchen, das sie war. Außer mir. Ich habe sie sogar mehr als bemerkt. Ich habe sie geliebt. Ich habe alles an ihr geliebt. Von ihren seidenen langen braunen Haaren mit den schwachen helleren Strähnen, bis zu ihren grünen Augen. Grüne Augen, in der Farbe des schönsten Edelsteins, den ich je gesehen hatte, die ihre braunen Haare leicht widerspiegelten. Ihren langen Pferdeschwanz, der immer hin und her schwang, wenn sie rannte, aber auch ihre offenen Haare, die in einer leichten Welle auf ihren Schultern lagen. Ich habe ihren perfekten Körper geliebt. Er war nicht zu dick und nicht zu dünn. Mit dem fantastischen Gleichgewicht zwischen Hüfte und Taille. Der Körper mit den perfekten Kurven, die immer dann zum Vorschein kamen, wenn Sonja ihre Uniform angelegt hatte. Ich habe ihr Gesicht geliebt. Die fast symmetrische Nase, mit dem kleinen süßen Höcker. Die so schön geschwungenen Lippen. Die Lippen, die immer so verdammt wunderbar gezuckt haben, wenn sie versuchte, nicht zu lachen. Dabei war ihr Lachen so schön. Die Art von Lachen, die einen mit so viel Wärme erfüllt hat, dass man Angst hatte zu zerschmelzen. Ihre blasse Haut, die jetzt fast weiß war. Jetzt, wo sie tot war. Sie war ohne Grund gestorben. Sie hatte gekämpft. Sie hatte gut gekämpft. Sie hatte sich geöffnet, das Wort ergriffen, als wir fast keine Krieger mehr übrighatten. Sie hat uns angeführt. Uns immer wieder motiviert zu kämpfen und nicht aufzugeben. Sonja, das stille Mädchen, das zur kräftigen, starken Anführerin geworden war, hat mehr gekämpft als jeder andere. Und doch musste sie sterben. Das kleine unschuldige Mädchen, das einmal aus sich herausgekommen war, um uns zu retten. Dieses Mädchen, das mich mit so viel Stolz erfüllt hatte, dass ich mich so unfassbar unbesiegbar fühlte. In ihr hatte jemand den Grund gesehen, sie sterben zu lassen. Für mich war sie der einzige Grund gewesen zu kämpfen. Egal, ob Gott, Allah oder wer auch immer beschlossen hatte, sie sterben zu lassen. Ich weiß nicht, wie ich ohne sie noch weitermachen soll. Denn auch wenn wir einen Feind besiegt haben, es werden weitere folgen.

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Clara Wulff

Ich heiße Clara Wulff, bin 12 Jahre alt und wohne mit meiner Familie in Hamburg. Ich schreibe gerne Geschichten, bin Jugendfeuerwehrmitglied und interessiere mich für die Natur! 

                                               

Ein Pistazien Wunder         

Meine Mutter zog mich über die Straße und redete dabei pausenlos auf mich ein: „Röschen, jetzt komm doch! Ich bin mir sicher, es wird dir gefallen! Es ist so schön hier. Nun komm doch“, ich verdrehte die Augen, was meine Mutter zum Glück nicht bemerkte, „Rosa nun komm doch!“. Mann, versteht sie nicht, dass ich darauf keine Lust habe! Ich meine, wer möchte schon freiwillig in ein Restaurant, in dem es nur Veganes zu essen gibt? Richtig, niemand. „Jaja, komme schon. Aber warum genau nimmst du mich noch mal mit?“ Ich hatte diese Frage bestimmt schon 100 Mal gestellt, aber Mama hatte mir nie eine richtige Antwort gegeben. „Rosa, das Restaurant wird nächste Woche eröffnet und die Gerichte werden noch einmal von unparteiischen Leuten getestet und diese Leute sind wir!“ Meine Freude hielt sich in Grenzen, ich hasste Gemüse! Bestimmt würde ich ein Erbsen-Bohnenmus mit panierten Karotten und einem Tofu-Steak oder so was bekommen. Furchtbar. 

Nachdem wir mehrere Straßen überquert hatten und gefühlte 300 Kilometer gelaufen sind, standen wir vor einem modernen Hochhaus. Über dem Eingang stand in geschwungenen Buchstaben „Grünes Gemüse“ Wer nennt so ein Restaurant? Oder war das gar nicht das Restaurant? Ich hoffte es. 

Doch zu meiner Enttäuschung war es wie befürchtet, „Grünes Gemüse“ war ein veganes Restaurant. Ich beschloss, reinzugehen und mich der Sache zu stellen. Ein Kellner kam zu uns, wünschte uns guten Morgen, obwohl es Nachmittag war, und brachte uns zu einem Tisch mit vier Stühlen. Ich setzte mich neben meine Mutter und versuchte, sie mit Blicken aufzuspießen, leider ignorierte sie das komplett. Nachdem der Kellner gegangen war, kam ein kleiner, rundlicher Mann mit Kochschürze und Holzlöffel in der Hand: „Oh Claudia, wie schön dich zu sehen!“, sagte er mit leicht italienischem Akzent. Moment. Es gab hier gar keine Claudia. Meinte der Mama? Nein, er guckte mich an. „Ähm… meinen Sie mich?“ „Natürlich meine ich dich, Claudia! Siehst du hier noch eine Claudia?“ „Nein, genauer gesagt gibt es in diesem Raum gar keine Claudia! Ich heiße Rosa“, gab ich ein bisschen spitz zur Antwort. „Oh natürlich Rosa! Tut mir leid. Ich habe es nicht so mit … mit … wie sagt man nochmal … ach ja, genau, Namen! Ich habe es nicht so mit Namen! Aber dafür kann ich kochen. Das Essen ist auch gleich fertig.“ Na immerhin etwas. Obwohl sich allmählich Bilder von riesigen Salaten mit Erbsen und anderem Grünzeug in meinen Kopf schlichen, hatte ich riesigen Hunger. 

Nach einer Ewigkeit kam der Ich-kann-mir-keine-Uhrzeiten-merken-Kellner zurück und brachte uns zwei Metall-Hauben, unter denen anscheinend das Essen auf uns wartete. Meine Mutter hob den Deckel an und freute sich sichtlich über ihr Erbsen-Steak mit Grünkernbratlingen und Sauerampfer, und meine sonst so höfliche Mutter begann sofort zu essen. Vielleicht bekam ich ja auch etwas Leckeres, also öffnete ich ganz langsam die Haube und traute meinen Augen nicht.

Denn ich bekam keinen vollen Teller mit irgendwelchem Gemüse und auch kein echtes Steak mit Soße. Ich bekam auf einem kleinen roten Samtkissen ein kleines grünes Ding serviert. Eine Pistazie! So langsam glaubte ich, dass hier nur Verrückte wohnten. Wie soll ich denn von einer Pistazie satt werden?! Egal, ich hob die kleine Nuss hoch und ließ sie in meinen Mund fallen. Zu meiner Überraschung schmeckte sie gut, sehr gut. Und ich war so satt wie noch nie in meinem Leben. Dabei hatte ich nur eine kleine Pistazie gegessen! Ich sollte weniger Vorurteile haben. Jeder Mensch sollte weniger Vorurteile haben. Gegenüber Pistazien, anderen Menschen und überhaupt allem. Und so hatte der Tag doch noch ein überraschendes Ende genommen.

KreSch-Kurs 2020/2021

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Benjamin Müller

 

Hi, ich bin Benjamin und ich bin zwölf Jahre alt und gehe auf das Gymnasium Rissen.

Willst du auch an KreSch teilnehmen? Na dann viel Spaß!

 

 

Leben

 

Ach, das Leben, welch schöne Pracht,

brachte ich mit mir und gab auf mich Acht.

Es ist wie eine Blüte.

Am Anfang klein und zart,

am Ende ganz knochig und hart.

Das Leben ist,

was du draus machst,

eine wahre Perle, eine wunderbare Pracht.

Die bösen Menschen dieser Welt

sorgen dafür, dass sie langsam zerfällt.

Das Leben so mächtig

und die Arten so trächtig.

Ob Mensch, ob Tier,

wir alle leben auf dieser Erde hier.

Darum lasst uns leben

und unsere Gemeinschaft pflegen.

KreSch-Kurs 2020/2021

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Nina Ers

Nina Ers, *2004, geht auf das 

Gymnasium Osterbei 

 

Paradies

Es war einmal ein junges, ahnungsloses Mädchen auf der Suche nach dem Paradies.

Auf ihrer Reise ist sie vielen Hindernissen begegnet, die sie auf die eine oder andere Weise überwunden hat. Es heißt zwar, dass was dich nicht umbringt, dich stärker macht, doch das Mädchen wurde viel zu oft verletzt. Sie ist zwar nicht daran gestorben, aber leben tut sie ebenfalls nicht, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Wunden waren tief und brauchten Zeit, um geheilt zu werden. Jedoch wollte das Mädchen sich diese Zeit nicht nehmen, aus diesem Grunde ignorierte sie diese Wunden und führte ihre Reise weiter fort. Ungeachtet ihres Leidens zog sie eine Maske mit dem perfekten Lächeln auf und ging weiter in der Hoffnung, das Paradies endlich zu finden. 

Jedoch ist ihr Weg nicht einfacher geworden, im Gegenteil. Der Ort, an dem sie sich befand, wurde nur noch düsterer als zuvor, ein kalter Wind stieg auf und ließ seinen gesamten Zorn raus. Kurze Zeit später fielen auch dicke Regentropfen auf das Mädchen hinab. Mit jedem Schritt, merkte sie, dass ihre Kräfte schwanden, trotzdem setzte sie ihren Weg fort, ihren Schmerz missachtend. Sie ging weiter und weiter und weiter … Bis sie es nicht mehr schaffte und zusammenbrach. 

Mit einem Mal spürte sie den Schmerz, der sich über all die Jahre angesammelt hatte. Daraufhin verfiel sie scheinbar endgültig dem schwarzen Loch aus Verzweiflung, Trauer und Leid. 

Sie wusste nicht, wie lange sie sich dort befand, es könnten Tage, Wochen, sogar Jahre gewesen sein. Betäubt von ihren eigenen Gefühlen, die wie ein wütender Fluss auf sie zuschnellten, konnte sie bis auf die vollkommene Dunkelheit nichts mehr um sie herum wahrnehmen. 

Doch eines Tages bemerkte sie einen kleinen Lichtschimmer, einen Funken Hoffnung. Dieses warme Gefühl hatte sie schon beinahe vergessen, also nahm sie das Licht vorsichtig in ihre kalten Hände und klammerte sich daran fest. Sie merkte, dass sie nicht allein war und plötzlich realisierte sie, dass sie ihr persönliches Paradies gefunden hatte. Es ist kein Ort, der sich auf einer Karte markieren lässt, sondern da, wo die Menschen sind, die sie liebt und von denen sie geliebt wird. Es sind die Menschen, die ihr selbst dann Hoffnung geben, wenn sie selbst keine mehr finden kann. 

Corona School Februar 2021

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Sophia Grießmann

Hallo, ich heiße Sophia Grießmann und bin 14 Jahre alt. Ich komme aus dem Saarland und gehe in die 8. Klasse eines Gymnasiums. 

In meiner Freizeit schreibe ich gerne Texte und lese auch sehr gerne. Zu meinen Lieblingsbüchern gehören zum Beispiel "Die Tribute von Panem", "Ophelia Scale" oder "Harry Potter". Ich habe eigentlich schon immer Geschichten geschrieben, meistens Fantasy, aber seit kurzem schreibe ich auch gerne young adult Geschichten. Wenn man selbst schreibt, kann man eigene Welten erschaffen, mit anderen Menschen und anderen Regeln, aber ich glaube, man versteht es nicht so richtig, wenn man nicht selbst gerne Geschichten erfindet. Außerdem möchte ich noch dieses wunderschöne Zitat von Margaret Atwood über das Schreiben mit euch teilen: "A word after a word after a word is power". Und jetzt viel Spaß beim Lesen! 

 

Ein Phönix in der Asche

 

Ein Phönix in der Asche

Er verbrennt langsam

Wann wird er zurückkehren?

Er erhebt sich aus dem Feuer 

 

Er verbrennt langsam

Ein mythischer Vogel

Verschwindet im Nichts

Er mordet nicht, ist sanft

 

Ein mythischer Vogel

Gezeichnet vom Feuer

Verschwindet im Nichts

Er mordet nicht, ist sanft

 

Gezeichnet vom Feuer

Ein Phönix in der Asche

Er mordet nicht, ist sanft

Wann wird er zurückkehren?

 

Momentaufnahme mit Phönix

Die helle Sonne schien am Horizont. Oft stand sie dort und lauschte dem Klang der Wellen, die auf die Sandbank der Insel schlugen. Noch nie hatte sie etwas Schöneres gesehen. Sie fixierte einen Punkt irgendwo in der Ferne und stellte sich vor, wie ihr Phönix sich aus der Asche erheben würde. Wie er die Flügel ausbreitete und neue Orte erkundete. Wie er wegflöge, weg von hier, irgendwo hin, und sie ihn vielleicht nie wieder sähe. 

Corona School Februar 2021

Poesie der Geduld“ Vom Schreiben in Zwischenräumen

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Dayana Leclere

 

 

 

 

 

 

 

 

"Mein Name ist Dayana (geb. 2003).

Neben der Schule verbringe ich Zeit mit Freunden und Familie, engagiere mich vorwiegend für Sammlungen, sowie Aufklärung, und erfinde Geschichten. Diese fasse ich dann in Zeichnungen und oder in Texten zusammen. Insgesamt habe ich viel Spaß am Kreieren (inkl. gestalten, dekorieren, zusammenstellen usw.). Mindestens genauso sehr liebe ich es, Neues zu lernen/entdecken. Damit meine ich Geschichten (v.a. in Form von Fantasy Romanen oder realen Erzählungen) zu lesen/hören, eigene Erfahrungen zu machen und Wissen aus Schule und Alltag mitzunehmen.

Dabei verbinde ich auch gerne Gelerntes mit Eigenem, um neue Dinge zu schaffen."

 

Geduld

Schneller Herzschlag

Und wilder Geist.

Ich atme tief ein.

Geduld soll mit mir sein.

 

Schlüssel zur Geduld

Ein neuer Versuch. Ich stehe bereit und spanne den Bogen.

Ein kräftiges Ziehen ist in meiner Schulter zu spüren, 

doch ich muss mich konzentrieren.

Fokussier' dich, sage ich mir.

Der Bogen ist schon fast in der richtigen Stellung, 

doch meine Finger wollen sich widersetzen und schon lösen.

Nicht jetzt. Sie bleiben wo sie sind.

Die Spannung in meinem Körper i

st nicht schmerzhaft und dennoch enorm.

Ich muss mich gedulden, es ertragen. So ist es richtig.

Doch kaum gezielt, verliere ich auch schon wieder die Geduld.

Sehne los. Pfeil weg. Pfeil daneben. So frustrierend...

Nächster Versuch.

Ich stehe bereit und spanne den Bogen.

Das Ziehen in meiner Schulter spüre ich nicht, 

denn mein Blick ist starr an die Zielscheibe geheftet 

und meine Gedanken sind losgelöst.

Die richtige Stellung habe ich automatisch angenommen,

denn mein Fokus liegt einzig und allein bei dem Korn, 

das ruhig bei der goldenen Mitte liegt.

Trotz der Spannung in meinem Körper, stehe ich still. 

Ich muss sie nicht ertragen,

ich muss sie einfach ausblenden.

Kontrolliert gezielt, löse ich meine Finger von der Sehne.

Sehne los. Pfeil weg. Mitte getroffen. So erleichternd...

Weiter üben.

 

 Der kleine Sprössling

Neulich habe ich einen Samen gesetzt. Ganz klein war er.

Jetzt liegt er da in einem Tontopf. Unter der Erde. Im Dunkeln.

Davon hab' ich ehrlich gesagt nichts.

Wie er da liegt, kann ich ihn ja nicht einmal sehen. Ich ziehe ab.

Am nächsten Tag kehre ich zurück.

Setze mich vor den kleinen Topf, in dem der kleine Samen liegt.

Ungesehen.

Ich gieße vorsichtshalber etwas Wasser auf die Erde. Sicher,

kommt bald was hervor.

Täglich kehre ich auf's Neue zurück, um einen Fortschritt zu sehen.

Nur um wieder und wieder kläglich enttäuscht zu werden.

Und doch weiß ich, dass sich das Grün bereits auf den Weg macht, 

das Tageslicht zu entdecken.

So bin ich gewillt, ganz geduldig zu warten.

Nächster Tag.

Was seh' ich da?

Ein kleiner Sprössling aus dem Topfe ragt.

So winzig klein und dennoch so großartig.

Das ist doch kaum wahr!

Glücklich schenke ich ihm Wasser zu,

damit er auch weiter in seinem ganz eigenen Tempo wachsen kann.

Corona School Februar 2021

Poesie der Geduld“ Vom Schreiben in Zwischenräumen

Poet’s Gallery für Junge Autor*innen schreibfertig.com

Olivia Schmid

Ich bin 16 Jahre alt und wohne seit meiner Geburt in Hamburg-Altona, wo ich jede Straße kenne.

Aber keine Straßennamen. 
Seit einem halben Jahr schreibe ich kleine Texte auf meiner beigen Schreibmaschine. Immer wenn auf meiner Triumphdas leise Klingeln eine fertige Zeile signalisiert, ziehen meine Mundwinkel sich

nach oben.

Ich spiele auch Theater, im Thalia Theater und in der Schule, wo ich strebermäßig 15 Punkte 

(eine 1+) bekommen habe. 
Seit fünf Jahren spiele ich Saxophon in einer Big Band, habe dort aber noch nie ein Solo gehabt.

Unterricht nehme ich erst seit zwei Wochen.

Handbremse

Wecker, 7 Uhr, KaffeeKaffee, zu heiß im Rachen, Lackschuhe an, Krawatte
 um, Zähne putzenputzen, Nachrichten hören, ausspülen, Tür abschließenabschließen, 7 Uhr 30, Treppen runter zur Tiefgarage, klackklackklackklack, 7 Uhr 35, Motor an, Handbremse gelöstgelöst, hochfahren, auf die Straße, Vorfahrt nehmen, 10, 20, 40, 60,
dein erstes Lächeln beim Blick auf die Zeit, 
doch was w-e-n-n a-l-l-e-s n-i-c-h-t s-o g-u-t l-a-u-f-e-n- w-ü-r-d-e?
Wie geht es dir danndann?
Lächeln? Fingerknabbernknabbern?
Gas durchdrücken?
Sekunden zählen?
Zählenzählen?

Olivia Schmid

Geduld... 

...dich doch, Mutter zum Jungen,
Junge nur beschäftigt mit der Eisauswahl, 
nur noch 3, 

das Eis mit Schokostreuseln und die Spitze einmal in Bunte getaucht, er hat keine Zeit mehr,
nur noch 2, 

die Zeit rennt wie ein Wettrennen,
Mutter hat genug Zeit,
möchte sogar in der sonnigen Schlange stehen,
zu zweit mit ihrem Kind, ohne Basketball, ohne Zeitdruck, 
nur noch 1er, 

Sie hat Zeit,
Kann man Zeit haben? Kann man Zeit nicht haben? 
Kann man sie besitzen?
Welche Sorte darf`s denn sein? 

Olivia Schmid  

     Poet's Gallery Beitrag für Junge Autoren                                                       www.schreibfertig.com

 

 

 

Sara K.-C.

"Ich heiße Sara und wurde im September 2004 in Hamburg geboren. Ich schreibe, seit ich schreiben kann: vor allem Geschichten für meine drei jüngeren Geschwister. Ich möchte später gerne Lehrerin werden und daneben Bücher schreiben. Bücher sind meine Welt, vor allem Fantasy-Bücher. In deren Welten kann ich eintauchen und finde Abstand zu meinem Alltag. Im KreSch-Kurs mit Frau Dr. Erna R. Fanger habe ich viele spannende Schreibversuche gemacht, die mir noch viel mehr Möglichkeiten aufgezeigt haben, wie ich meine Gedanken, Ideen und Gefühle ausdrücken kann. Der Kurs ist ein weiterer Schritt in Richtung Schriftstellerin.    

 Keine Zeit

Ich schlug die Augen auf und hörte die Stimme meiner Mutter: „… ja … sie hat gerade gekotzt und ist dann einfach umgefallen …! … bewegt … ihre Beine nicht mehr!“ Auch wenn ich nicht alles verstanden hatte, spürte ich, dass es ernst war.

Heute, am 3. Februar 2017, würde ich meine beste Freundin verlieren: meine Katze Mickey. Ich schloss die Augen wieder und hoffte, dass ich nur einen furchtbaren Albtraum hatte. Doch im nächsten Moment, es war genau 7:15 Uhr, kam Mama auch schon weinend an mein Bett, um mich zu wecken.

Ich sprang auf und auch mir schossen die Tränen in die Augen. Ich war plötzlich hellwach, obwohl ich eigentlich todmüde war, ich wäre normalerweise erst in einer Dreiviertelstunde aufgestanden. Mama erzählte mir dann noch einmal, dass Mickey sich um 7:14 Uhr übergeben hätte, was an sich völlig normal sei, dann aber umgekippt sei und sich nun nur noch mit den Vorderpfoten auf dem Boden entlang ziehen würde.

Dann sah ich selbst Mickey, wie sie sich hilflos und verwirrt auf dem Boden rollte. Ich musste richtig weinen. Mir wurde klar, dass auch wenn Mama und Papa zum besten Tierarzt der Stadt fahren, würden sie ohne Mickey zurückkommen.

Ich verstand es einfach nicht: Gestern war Mickey noch ganz normal durch die Wohnung gerannt. Sie war niemals krank und noch nicht einmal 14 Jahre alt … Und wir wollten unseren Geburtstag im September doch wie immer zusammen feiern!

Ich wollte Mickey noch so viel sagen. Und ich machte mir Vorwürfe, da ich sie die letzten Wochen immer abgewiesen hatte, wenn sie abends zu mir ins Bett wollte. Und es regte mich auf, dass meine kleinen Geschwister nicht eine Miene verzogen, als sie langsam aus den Betten trotteten und Mama ihnen erzählte, was Mickey passiert war.

Aber langsam musste auch ich in die Schule. Und ich konnte mich nicht einmal von Mickey verabschieden! Sie war mein ganzes Leben lang da gewesen, wenn ich sie gebraucht hatte. Sie kannte mich schon fast so lange wie Mama. Wir waren die besten Freundinnen, sie hat mich immer getröstet, wenn ich geweint hatte. Oft hat sie meine Tränen einfach abgeleckt. Wir haben uns sogar den Schokopudding geteilt. Ich konnte ihr alles erzählen, wir haben uns fast immer verstanden, auch ohne Worte.

Und jetzt sollte sie einfach von einer Minute auf die andere gehen?! Das Leben war so unfair. Mickey war immer wie eine Schwester für mich gewesen. Und sie war Mamas erstes Baby, da sie eigentlich keine Kinder hatte kriegen können. Jetzt hatte sie fünf, von denen eins heute gehen würde.

So oft hatte Mickey mich genervt. So oft hatte sie mich versehentlich gekratzt – aber das war mir egal. Ich wollte sie noch einmal streicheln, bevor ich zur Schule musste. Aber sie wollte es nicht, denn sie merkte selbst, dass etwas nicht mit ihr stimmte. Sie schrie. Diese Laute hatte noch keiner von ihr jemals gehört. Es war nicht mal mehr Zeit für ein Lebewohl. Ich wünschte mir in diesem Moment wie nie zuvor, dass sie sprechen könnte.

Dann fuhren Mama, Papa, mein kleiner dreijähriger Bruder und Mickey zum Tierarzt.

Ich lief zur Schule. Dort quälte die Zeit mich. Ich wollte wissen, was mit Mickey los war und nicht im Klassenraum sein. Meine Freundinnen waren zwar sehr lieb zu mir und sprachen mir zu, alles würde gut, doch ich hatte keine Hoffnung mehr.

Als ich nach der Schule nach Hause kam, kam mir unsere Wohnung trotz meiner Familie und unserer Einrichtung furchtbar leer vor, obwohl sie sehr winzig ist. Denn Mickey war nicht mehr da. Mama hatte sie einschläfern lassen müssen. Denn ihre Beine wurden durch eine beim Spucken verstopfte Aorta im Bauch nicht mehr durchblutet.

Alles erinnerte mich an Mickey. Ich weinte an diesem Tag bis in die Nacht.

Das Schlimmste ist, dass mein kleiner Bruder bis heute noch darauf wartet, dass Papa Mickey vom Tierarzt abholt. Doch sie wird nie wieder komme

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Poet's Gallery Beitrag für Junge Autoren www.schreibfertig.com

 

Lilly Siegmund

Geburtstag: 11.2004 (um 3:33 Uhr) in Hamburg Harburg

2006 bis Sommer 2011: Kindergarten und Vorschule

Sommer 2011 bis Sommer 2014: Besuch der Grundschulein der Alten Forst in Hamburg Harburg

Seit Sommer 2014: Besuch des Heisenberg Gymnasiums in Hamburg Harburg

Hobbys: Sport treiben, Freunde treffen,. kreativ sein (Filme drehen, schreiben, malen und basteln

Leidenschaften: Lesen und Fußball spielen (beim FC St. Pauli)

Lilly Siegmund

Hamburg

So, jetzt sitze ich hier an meinem Laptop und soll einen Text schreiben… über Hamburg. Eigentlich ganz einfach. Doch wenn ich jetzt so über Hamburg nachdenke, frage ich mich: Was genau ist Hamburg eigentlich? Naja, eine Stadt, das weiß jeder, aber eigentlich nicht nur das. Viele Menschen verbinden noch etwas anderes damit, sei es die Heimatsstadt oder der Geburtsort, die Stadt, in der man geheiratet hat, oder einfach nur Fc. St.Pauli oder HSV. Für mich ist Hamburg etwas von all dem. Es hat einfach alles, was eine Stadt haben muss, aber auch etwas, was eine Stadt nicht unbedingt braucht. Die ganzen Touristen, die hierherkommen, machen immer nur die gleiche Runde: Michel, Hafen, Alster. Und das war´s dann auch schon. Obwohl es hier in Hamburg so viele andere Sehenswürdigkeiten gibt. Hamburg  hat fast alles: Flüsse, Seen, Wälder, Parks, aber auch mal die totale Großstadt. Also fast alles, was eine perfekte Stadt ausmacht! Nur Berge haben wir hier nicht, aber das ist nicht wirklich schlimm, da man auch ohne Berge hier jeden Tag etwas Neues erleben kann. Und überall riecht Hamburg anders, kommt nur drauf an, wo man gerade ist. Ist man im Wald, riecht Hamburg nach Moos, Tannennadeln und Blättern. Ist man in der Mönckebergstraße, unserer Shopping Mall im Herzen Hamburgs, riecht es eher nach Abgasen, nach all den Essensständen, aber vor allem nach den zahllosen umherrennenden, gehetzten Menschen. Ist man wiederum an einem See, riecht es nach Wasser, Algen und vielleicht nach nassem Sand. Aber was hat das jetzt mit diesem Text zu tun, was will ich damit eigentlich sagen? Nun ja, mit diesem Text will ich ausdrücken, dass Hamburg wunderschön ist und auch mal aus einem anderen Blickwinken heraus, wie eben, wonach es riecht, betrachtet werden sollte. Für manche Menschen ist Hamburg halt nur eine Stadt. Für mich ist Hamburg fast alles.

 

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Laura M. David

Laura M. David

Ich wurde am 9.7.1996 in Hamburg geboren.  Seit dem KreSch- Kurs von Frau Dr.Fanger ist das Schreiben meine  liebste Beschäftigung  geworden. Meine Leidenschaft zum Lesen und Schreiben entdeckte ich durch die „The Dark Is Rising Sequence“ von Susan Cooper. Ihre Bücher erweckten in mir die Faszination für das Handwerk des Schreibens und die englische Sprache; der Grund, weshalb ich hauptsächlich auf Englisch schreibe. Schnell entstand der Traum später einmal eigene Bücher zu verfassen. Einen Traum, den ich noch immer verfolge.

Laura M. David

 

Lauf!

 

Das Telefon klingelte.

Zum vierten Mal an diesem Abend. Als ich den Hörer abnahm, nur Rauschen - genau wie die letzten drei Male. Wahrscheinlich wieder einer dieser aberwitzigen Streiche meines Bruders und seiner dämlichen Freunde.

 

Wirklich sehr witzig, Chester“, murmelte ich, als ich zur Haustür ging und abschloss. Das Schloss klickte zweimal und ich legte den Schlüssel in die Schale auf der Kommode neben der Tür.

 

Die Stufen der alten Holztreppe knarrten, als ich nach oben ging. Der Flur war dunkel und ich tastete die kalte Wand ab, bis meine Finger den Schalter fanden. Warmes Licht flutete den Raum und floss an den weißen Türrahmen hinunter. Ich ging in mein Zimmer, machte das Licht an und warf mich aufs Bett. So hatte ich mir den Abend nicht vorgestellt. Ihr müsst wissen, dass es nicht oft vorkommt, dass mein nerviger Bruder und meine Eltern nicht da sind. Ich hatte mich auf einen schönen Abend mit Freunden, Pizza und einem Film gefreut. Das Einzige, was ich davon hatte, war eine falsche Pizza. Eine falsche Pizza? Das könnt ihr den Pizzaboten fragen. Er war ja derjenige, der „meine Pizza wohl jemand anderem“ gegeben hatte. Er „könne mir aber eine neue bringen“, was auch „nur dreißig Minuten“ dauern würde.  Nein Danke! Mit den sogenannten Freunden, die den  Abend mit mir verbringen sollten, war es auch nicht so richtig etwas geworden:

 

„Sorry, Gwyn! Ich habe da diesen Termin - davon habe ich dir doch neulich erzählt, oder? Der steht schon ganz lange. Aber beim nächsten Mal!“

 

„Ja genau, beim nächsten Mal.“

 

Jody hatte natürlich auch (mal wieder) keine Zeit:

 

„Tut mir wahnsinnig leid, Gwynny! Aber ich kann nicht. Am Samstagabend kommt meine Familie und ich muss noch eine Pizza backen.“

 

„Aber heute ist doch erst Freit...“

 

„Das nächste Mal bestimmt!“

 

„Genau. Das nächste Mal.“

 

Ich stöhnte und zog mir die Bettdecke bis zur Nase.

 

„Wenigstens habe ich Dich“, sagte ich und sah zu dem getigerten Kater herüber, der im Türrahmen stehen geblieben war. Müde blinzelte er mich an und stolzierte weiter den Flur hinunter.

 

Und jetzt?  Es war gerade halb zehn. Schlafengehen war keine Option. Lesen? Zu deprimierend. Die Charaktere hatten immer ein spannenderes Leben als ich. Ich drückte die Fernbedienung. Bunte Lichter flimmerten über die Wände. Ich versank in einem angenehmen Dämmergefühl, als ich zusah, wie ein Typ in einer blauen Box über den motorway flog und versuchte, eine Frau im Hochzeitskleid aus einem fahrenden Taxi zu retten, das von zwei, als Weihnachtsmänner verkleideten Robotern gefahren wurde. Ich sage ja, jedes Leben ist spannender als meins.

 

Ein Krachen im Erdgeschoss ließ mich zusammenfahren. Wahrscheinlich wieder dieser klettersüchtige Kater. Erneutes Klirren. Ich schaltete den Ton aus.

 

„Hallo?“, rief ich in die Stille.

 

Ich schwang die Beine über die Bettkante. Der Holzboden war kalt unter meinen Füßen, als ich an der Treppe stand.

 

„Gucken kann nicht schaden“, sagte ich mir selbst und ging die knatschenden Stufen hinunter.

 

Wie zu erwarten, war alles ruhig. Ich ging zur Tür, um zu nachzusehen, ob auch wirklich abgeschlossen war. Ich griff in die Schlüsselschale auf der Kommode. Was meine Finger ertasteten, war der kühle Boden der Schüssel. Ich runzelte die Stirn. Ich hätte schwören können, dass ich den Schlüssel in die Schüssel gelegt hatte, so wie immer. ‚Merkwürdig’, dachte ich. ‚Ich muss ihn wohl verlegt haben, ohne es zu merken.’ Ich zuckte die Achseln. Darüber würde ich mir morgen im Hellen Gedanken machen. Ich knipste das Licht aus, zum zweiten Mal an diesem Abend, und ging wieder in mein Zimmer. Ich schlüpfte unter die Bettdecke und griff nach der Fernbedienung, um den Ton wieder laut zu machen. Doch der Fernseher war aus. Genervt drückte ich den Einschaltknopf. Nichts. Großartig. Schlimmer könnte der Abend nicht werden.

 

Das Licht flackerte. Ich hatte mich geirrt. Ein Stromausfall stand auf der Liste der Dinge, die das Desaster dieses Abends tatsächlich noch steigern könnten, ganz oben.

 

Ein Ast schlug so unvermittelt gegen die Fensterscheibe, dass ich zusammenfuhr. Ich lachte nervös über mich selbst. „Blöde Gwynneth. Das war nur ein Ast. Keine Dämonen, kein Monster, kein Garnichts. Reiß dich zusammen.“

 

Nur ein Ast? Der Baum vor dem Fenster war viel zu klein, als dass der mit einem seiner knorrigen Äste gegen mein Fenster trommeln könnte. Ich schluckte. Ein weiterer Unterschied zwischen den Protagonisten der Bücher, die ich las, und mir? Sie waren alle mutiger als ich. Langsam, Schritt für Schritt ging ich zum Fenster.

 

Das war der Moment, in dem das Licht ausging.

 

Für einen Augenblick herrschte vollkommene, tiefschwarze, alles verschlingende Dunkelheit. Ich hörte meinen eigenen Herzschlag in meinen Ohren hämmern wie Paukenschläge. „Chester, das ist nicht lustig!“, rief ich. Niemand antwortete.

 

Das Licht ging wieder an und mir blieb das Herz stehen.

 

An meinem Fenster klebte ein Zettel. Auf dem Zettel stand etwas:

 

„Lauf“.

 

Ich stolperte zurück und lief in den dunklen Flur. Mein Herz raste, als ich zwei Treppenstufen auf einmal nahm. Ich stürzte zur Tür. Der Schlüssel! Mir stockte der Atem. Der Schlüssel war weg. Ich hörte vergeblich auf, an der Tür zu rütteln, wirbelte herum und stürzte zum Fenster. Das Fenster ließ sich nicht öffnen. Das nächste auch nicht. Ich war eingeschlossen!

 

Unten im Keller schepperte es. Keuchend hechtete ich die Treppe hinauf. In meinem Raum riss ich die Tür hinter mir zu. Meine Tür hatte kein Schloss. Verdammt! Ich lief zum Schreibtisch, zerrte den Stuhl mit mir und klemmte die Lehne unter den Türknopf. Ich zitterte am ganzen Leib, obwohl es nicht kalt war.

 

Die Treppe knarrte. Einmal, zweimal, dreimal. Schritte kamen den Flur herunter. Mein Herz klopfte so laut, dass ich sicher war, dass man es draußen hören konnte. Die Schritte stoppten. Direkt vor meiner Tür. Ich biss auf meine Lippe, um das Geräusch zu ersticken, das drohte meiner Kehle zu entkommen. Der eiserne Geschmack von Blut brannte auf meiner Zunge. Langsam drehte sich der Türknopf.

 

Ich wich zurück, weiter und immer weiter. Der Stuhl kratzte über den Boden, als immer heftiger an der Tür gerüttelt wurde. Ich saß in der Falle. Mein Blick schoss zum Fenster. An der Scheibe hing immer noch der Zettel. Ohne meinen Blick von der Tür abzuwenden, stolperte ich zum Fenster. Mit zitternden Fingern drückte ich es nach oben. Kalte Nachtluft strich über mein verschwitztes Gesicht. Mit einem ohrenbetäubenden Krachen wurde der Stuhl durch das Zimmer geschleudert, als die Tür aufflog. Ohne mich umzudrehen, schob ich die Beine aus dem Fenster und sprang. Der Baum vor dem Haus bremste meinen Fall. Kleine Äste kratzen über mein Gesicht, zerrten an meinen Haaren und zerrissen meine Kleider, als ich zu Boden rutschte. Ich war immer noch barfuß und die Kälte biss in die empfindliche Haut meiner Fußsohlen.

 

Noch ein Unterschied zwischen Buchcharakteren und mir? Ich tat das, was man mir gesagt hatte;

 

in Form eines kleinen Zettels an meinem Fenster: Ich lief.

 

Ich blieb nicht stehen. Blickte nicht zurück.  Ich sah nicht die dunkle Silhouette in meinem Fenster,  hörte nicht wie sie lachte.

 

„So ist es gut, kleines Reh. Lauf.“

 

 

 Poet's Gallery für Junge Autoren 2016 

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Margarete Seidenberg

Ich bin 13 Jahre alt und liebe es, Geschichten zu lesen und zu schreiben. Außerdem spiele ich Geige und Klavier und tanze gerne: 

Ein Farn erlebt Geschichte                                                         

 

Ist es so weit? Ist es endlich Frühling? Glücklich rolle ich meine Farnwedel aus. Meine Blätter sind gefiedert. Ich bin froh, dass es hier so feucht ist, denn Trockenheit kann ich nicht ausstehen. Meine Wurzeln greifen in den nassen Boden und die Feuchtigkeit wird durch meinen Stamm in meine Blätter gesaugt. Das tut gut! Ich bin im letzten Jahr wirklich groß geworden! Meine Eltern werden staunen! Auch sie werden immer größer und dicker. Sie meinen, dass mein Stamm sechsmal in ihren passen würde und man mich dreimal übereinanderstapeln könnte. Dann erst würde ich so groß sein wie sie. Eine Frechheit! Ich bin doch kein Kleinfarn mehr wie meine Geschwister! Immerhin habe ich schon mindestens fünfmal das Erwachen im Frühling erlebt. - Was fliegt denn da? Das ist ja riesig! Ich zittere, als das Insekt auf mir landet. Die Schachtelhalme, unsere Nachbarn, lachen über mich. „Das ist doch nur eine Libelle. Das solltest du eigentlich wissen. Hier, in den Kohlesümpfen, gibt es außer Spinnen, Libellen und anderen Insekten doch keine Tiere.“ Eine Bärlapppflanze mischt sich ein: „Spürt ihr es auch? Kälte naht. Sie wird sehr lange bleiben, das fühle ich ganz deutlich in meiner linken Wurzel.“ Wieso sollte es kalt werden? Jetzt kommt doch erst einmal der Sommer. Was der immer faselt. Unsere Ahnenreihe reicht schließlich schon mehrere Millionen Jahre zurück und ich werde noch viele Nachfahren bekommen. Was sollte uns schon passieren? Ein Windhauch streicht über meine Wedel und ich entspanne mich. Wie das Wasser in meinem Stamm rauscht. Meine Blätter sprühen voller Energie. Ich spüre, wie sie wachsen wollen. Ich muss mich nicht beeilen. Die anderen aus meiner Familie wachsen auch noch nicht. Ich schaue mich um. Der Wald ist viel dichter als im letzten Frühling. Ein Glück. Das bedeutet für uns Sonnenscheue mehr Schatten. Meine Familie ist ziemlich groß. Wir sind stolze 128 Farne. Meine 65. Schwester ist die Schönste im ganzen Wald. Sie hat ein sanftes Grün und ihre Blätter sind so zart... Ich finde mich aber auch gar nicht so hässlich. Ich weiß nicht, was die anderen haben.

 

Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so groß bin wie sie; vielleicht aber auch daran, dass mein Grün so dunkel ist, dass es beinahe nachtschwarz aussieht. Plötzlich erzittert der Boden. Ich habe Angst. Alle sind in Aufruhr. Doch zum Glück sind wir fest in der Erde verankert. Nun aber werden wir unkontrolliert hin- und hergeschüttelt. Mir wird schwindelig. Das muss das Ende sein! Sind wir zu schwach? Der Boden bebt noch lange, bis er sich wieder beruhigt. Das muss eine Kollision von zwei Erdplatten sein, wie wir es durch Pflanzen aus anderen Gegenden erfahren haben. Wir haben nämlich eine Pflanzenpost. Nachrichten geben wir von Nachbar zu Nachbar weiter und verbreiten sie so. Plötzlich bemerke ich, dass die Bärlapppflanze recht hatte! Nun, wo ich mich beruhigt habe, spüre auch ich, dass eine beängstigende Kälte Einzug hält, die alles mit einer dicken Eisschicht überziehen wird.  Als würde es bald keinen Frühling oder Sommer mehr geben. Keine Jahreszeiten. Ein Schaudern fährt über meine Blätter. Eine Spinne krabbelt über einen meiner Wedel, um sich dann in den Schutz eines Blattes zurückzuziehen. Würde es in der kommenden Zeit noch Spinnen oder Insekten geben? Würden wir überhaupt noch existieren? Und wenn, würden wir ganz alleine in den Kohlesümpfen für eine schier endlose Zeit durch die Kälte erstarren, um dann irgendwann Millionen Jahre später wieder zu erwachen? Jetzt ist es so weit. Es ist so kalt und ich kann mich nicht mehr bewegen! Eine schwere Eisschicht überzieht mich. Ich erstarre. Hilfe!

 

 

Hannah Hennig: 

  

Der Mars

 

Jeden Tag schaue ich auf meine Nachbarin, die Erde, und ich bin mittlerweile einfach nur entsetzt, wie sehr die Menschen sich verändert haben. Sobald sich die Ersten von ihnen auf der Erde zeigten, war klar, dass sie neugierig sind. Sie haben es geschafft Feuer zu entfachen, gelernt die Meere zu überqueren, mit dem Boot oder dem Flugzeug, und sie haben mich entdeckt.  Ich weiß nur nicht, ob ich das gut finden soll, denn sie sind dabei ihren wunderbaren Planeten zu zerstören. Und sie hören nicht auf, im Gegenteil!

 

Jetzt versuchen sie mich zu besiedeln. Ein paar Experimente wurden bereits durchgeführt. Aber so richtig leicht mache ich es ihnen nicht, denn sie brauchen Sauerstoff. Und davon gibt es bei mir wenig. Zum Glück! Einige Menschen haben sich freiwillig gemeldet um auf mir, in eine paar Jahren, eine Kolonie zu bilden. Eine Kolonie, die mich dann genau so krank machen wird wie die Erde. Bitte lieber Gott, die Menschen glauben an dich, also hilf mir. Eigentlich glaube ich nicht an Gott. Die Menschen meinen, er wäre im Himmel. Ich habe ihn dort noch nie gesehen. Aber ich lasse ihnen gerne ihren Glauben. Und ein bisschen beten kann ja nicht schaden.

 

Hannah Hennig

 

 

Ich und mein Bruder

 

Ich öffnete schüchtern die Tür. Die anderen saßen schon angespannt in einem Halbkreis. Alle sahen nervös den Psychiater an, der uns diese Woche betreuen sollte.

„Ah, da kommt auch schon der Letzte, setz dich doch“, sagte er, holte kurz Luft und sprach dann weiter:

 “Es ist schön euch kennenzulernen. Wir werden diese Woche zusammen eure Probleme besprechen. Ich bin offen für eure Fragen, euch muß nichts peinlich sein.“

 Keiner sah so aus, als wolle er ihm unbedingt sein Privatleben offenbaren.

 Ich sah mir die Leute neben mir an. Das junge Mädchen links von mir nagte an ihren Fingernägeln, während der Junge rechts von mir aufgeregt mit seinem Stuhl wippte.

 Ich selbst hatte Depressionen und brauchte (laut meiner Eltern) Unterstützung.

 Früher waren ich und mein Bruder durchgehend glücklich und hatten Spaß am Leben. Aber seitdem ich meinen Bruder in dem Rollstuhl unseres Cousins über die Straße gerollt

  hatte und er von einem Auto erwischt wurde, war für mich Schluss mit lustig. Es war ein  völlig neues Gefühl ihn jetzt nicht mehr aus Spaß im Rollstuhl zu schieben. Doch am

 schlimmsten war das Schuldgefühl.

 

Hannah Hennig

 

 

Poet's Gallery  

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Laura M. David

Ich wurde am 9.7.1996 in Hamburg geboren. Seit dem KreSch-Kurs von Frau Dr. Fanger ist das Schreiben meine  liebste Beschäftigung  geworden. Meine Leidenschaft zum Lesen und Schreiben entdeckte ich durch die „The Dark Is Rising Sequence“ von Susan Cooper. Ihre Bücher erweckten in mir die Faszination für das Handwerk des Schreibens und die englische Sprache; der Grund, weshalb ich hauptsächlich auf Englisch schreibe. Schnell entstand der Traum später einmal eigene Bücher zu verfassen. Diesen Traum verfolge ich immer noch und arbeite zurzeit an dem ersten Buch einer Trilogie.

   Flammen der Finsternis    

 

Albion lief schneller. Immer schneller. Angst schnürte ihm die Kehle zu, machte es ihm schwer zu atmen. Sie  war sein ständiger Begleiter seit dem Moment, an dem das Grauen den ersten Schritt in sein Leben getan hatte. Der Geruch von Rauch stieg ihm in die Nase. Scharf und beißend wurde er von den erbarmungslosen Böen des Windes über die grünen Baumwipfel getragen. Bei dem Geruch drehte sich Albion der Magen um. 

Er blieb stehen. Nach Atem ringend und seine zitternden Finger an die raue Borke eines Baumstamms gepresst, versuchte er seine rasende Angst unter Kontrolle zu bringen. Kleine graue Partikel wurden vom Wind durch die Luft gewirbelt und peitschten ihm mit einer Welle der Hitze ins Gesicht. Albions Herz begann schneller zu schlagen und für einen Moment verschwamm die Welt vor seinen Augen.

Er konnte es nicht sehen, dennoch wusste er, was hinter diesen Bäumen war.

Flammen. Alles verschlingende, lichterloh brennende Flammen.

Und Albion wusste, dass der Wind wieder gedreht hatte, wusste, dass er laufen musste.  Die Übelkeit machte es ihm schwer einen klaren Kopf zu bewahren. Jeglicher Gedanke war ausgelöscht, ertränkt vom flüssigen Gift der Angst.

„Bitte lass es nicht wahr sein“, dachte er. „ Bitte lass es nicht wahr sein.“ Wie ein Mantra wiederholte Albion diese Worte, hatte dies bereits unzählige Male an diesem Tag getan.

Er blieb mit dem Stiefel an einer Wurzel hängen und stürzte. Das Gesicht in das trockene Gras gepresst, schloss er zitternd die Augen.

 

Die Erde unter seinem Kopf begann zu beben. Albion riss die Augen auf.

Das Geräusch wurde lauter. Er konnte die Vibration unter seinen Fingerspitzen spüren.

Und plötzlich - Stille.

Zitternd setzte Albion sich auf und hob den Kopf.

Direkt vor ihm, schwarz wie die tiefste Nacht, stand ein Pferd.

Auf dem Rücken des Pferdes thronte ein Reiter. Sein Gesicht war verborgen von einer Kapuze, die in ein pechschwarzes Gewand überging. Wie schwarze Tinte floss es über die mitternachtsfarbenen Flanken des Pferdes.

Albion sprang auf. Direkt hinter ihm das donnernde Geräusch der Pferdehufe auf dem staubtrockenen Boden. Keuchend brach er durch die letzten Bäume des Waldes und stolperte hinaus auf die Wiese eines kleinen Tales.

Jegliches Geräusch verstummte. Der Wald hinter ihm war ruhig. Kein Blatt bewegte sich. Das Einzige was Albion hörte, war sein eigener Herzschlag, der in seinen Ohren hämmerte.  Krach! Das schwarze Pferd brach durch die Äste des Waldes.  Das rabenschwarze Gewand des Reiters wellte sich hinter ihm wie eine lange Schleppe aus purer Finsternis. Albion rannte. Das schwarze Pferd donnerte hinter ihm über das Feld. Der Boden bebte. Auf einer Hügelkuppe bog Albion um einen Felsen und ihm stocke der Atem.  Direkt vor ihm, aufgebäumt auf den Hinterhufen stand ein zweites schwarzes Pferd.

Die Vorderhufe wirbelten durch die Luft und verfehlten Albions Kopf um Haaresbreite.

Die Felsen standen aufrecht auf dem Hügel und ragten in den grauen Himmel, wo sich dunkle Wolken übereinander schoben und jegliches Licht verschluckten.

Der eine Reiter stand vor ihm. Bewegungslos, verharrend.

Der Zweite ließ sein Pferd zwischen zwei zerklüfteten Felsen zum Stehen kommen.

Albion wich zurück.

Der Boden erbebte, als unmittelbar hinter Albion ein dritter Reiter in vollem Galopp auf ihn zu donnerte.

Albion schloss die Augen und alles ging in Flammen auf.

 

 

Poet's Gallery Beitrag Junge Autoren  

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Marie-Kristin Kleinfeldt   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marie-Kristin Kleinfeldt,

Jahrgang 1999,

besucht die Oberstufe

des Heinrich-Heine-

Gymnasiums, über das

Schreiben hinaus,

macht sie Ballett.


 Was ich in Berlin gelernt habe

 

Menschen sind schrecklich.

Menschen sind Kannibalen.

Aber sie geben es nicht zu, sie lassen ihre Opfer langsam verrecken.

Menschen lieben es, andere leiden zu sehen.

Menschen lieben Macht.

Sie lieben es zu kommandieren.

Sie lieben es andere einzuschränken und besser zu sein.

Sie lieben Kontrolle.

Menschen sind völlig krank im Kopf.

 

Wir haben in Berlin sehr viele Gedenkstätten besucht. Das habe ich davon gelernt.

 

Wieso sperrt man Menschen, die nichts getan haben,

einfach so ein.

Man mauert sie ein.

Man hält sie in einem Käfig.

Hier geht es nur um Macht.

Weil wir völlig verrückt sind.

Macht raubt uns jede Menschlichkeit.

Macht macht kaputt.

 

Wie konnte es überhaupt zu solchen Machtkämpfen kommen?

Durch verschiedene Meinungen, Religionen und Weltanschauungen.

Aber wieso wollen denn so viele Minderheiten, dass plötzlich alle so denken?

Wieso zwingt man Menschen dazu etwas zu denken?

Warum kann man nicht einfach in Frieden leben.

Das geht nicht in meinen Kopf rein.

Dieser Machtkampf.

Wieso darf es auf der Welt nicht mehrere Meinungen geben, die in Frieden miteinander leben können?

Weil irgendwo immer irgendwelche Vollidioten sind, die meinen die Welt besser zu machen, indem sie andere rumkommandieren, Menschen erschießen und Leute ausspionieren.Das ist doch vollkommen gestört.

Wie konnte der Mensch überhaupt zu so etwas werden?

Diese Frage werden wir uns wohl nicht beantworten können.

 

Wieso sind Menschen dazu fähig,

überhaupt nur daran zu denken,

die halbe Weltbevölkerung auszulöschen,

nur weil da ein paar tausende eine andere Meinung haben.

Und gleich müssen alle dran glauben.

Da läuft doch gewaltig was schief.

Wir leben alle nur einmal.

Andere umbringen ist okay.

Ihnen das Leben zu nehmen.

Oder ihnen das Leben zur Hölle zu machen.

Wir leben um Freude zu erleben.

Und nicht um terrorisiert zu werden.

 

Ich habe in Berlin gelernt, dass alle Menschen grausam sein können.

Dass Macht uns zerstören kann.

Und Menschen sind dumm.

Dumm zu glauben, Besitz würde sie glücklich machen.

Dumm zu glauben, nur eine Meinung wäre richtig.

 

Und ich habe gelernt,

dass das freie Leben ein Privileg ist,

das keines sein sollte.

 

Und jetzt sagt ihr sicher,

so was kann doch nie wieder passieren.

Das unnötige Morden, das Nehmen der Freiheit.

Diktaturen.

Islamischer Staat.

Und eigentlich haben wir ja alle nichts gegen Flüchtlinge in Poppenbüttel.

Eigentlich.

 

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Marie-Kristin Kleinfeldt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marie-Kristin Kleinfeldt,

Jahrgang 1999,

besucht die Oberstufe

des Heinrich-Heine-

Gymnasiums, über das

Schreiben hinaus,

macht sie Ballett.

 

                          Ich möchte lieber auf dem Blatt Klavier spielen

 

Ich möchte lieber auf dem Blatt Klavier spielen

und damit Worte zu einer Melodie werden lassen.

Die Melodie, die nicht in meinem Kopf ist.
Die Melodie, die aber wunderschön werden muss.

Ich weiß noch nicht mal, ob sie laut oder leise,

traurig oder fröhlich sein soll.

Es ist einfach nur ein leeres Blatt.

Ein Blatt, darauf wartet beschrieben zu werden.

Aber die Buchstaben wirbeln wahllos durcheinander.

Nur leere Worte, leere Ideen.

 

Für wen sollen diese Worte überhaupt sein?

Was will ich damit erreichen?

Sind Worte die Aussage?

Oder forme ich sie aus ihnen?

Vielleicht geht es auch gar nicht darum etwas auszudrücken,

vielmehr um den Klang.

Den Klang der Worte,

den Klang des Wörterzusammenspiels.

Oder Klang und Aussage?

 

Ich möchte über das Blatt rennen

und die Worte aus meiner Hand auf das Papier fallen lassen.

Ich wüsste genau, an welcher Stelle ich jedes Wort fallen lassen muss,

damit sich ein schönes Muster ergibt.

Aber ich weiß nicht, ob ich schnell oder langsam rennen soll.

Mit Schuhen oder ohne.

Es ist einfach nur ein leeres Blatt.

Ein Blatt, darauf wartet beschrieben zu werden.

Aber die Buchstaben wirbeln wahllos durcheinander.

Nur leere Worte, leere Ideen.

 

Ich denke zu viel.

Ich denke zu viel darüber nach,

wie Leuten mein Text gefallen könnte.

Ich denke zu viel darüber nach, ob das Thema gut ist.

Ich denke zu viel, welche Wörter ich benutzen kann.

Ich denke zu viel an Kritik.

Ich denke zu viel an Meinungen.

           

Ich möchte über das Papier tanzen

und die Worte verteilen.

Sie werden wie Blumen aus dem Papier sprießen.

Und sie werden zusammen passen,

denn sie folgen der Choreographie.

Aber ich weiß nicht, zu welcher Musik ich tanzen soll.

Klassisch oder modern?

Es ist einfach nur ein leeres Blatt.

Ein Blatt, darauf wartet beschrieben zu werden.

Aber die Buchstaben wirbeln wahllos durcheinander.

Nur leere Worte, leere Ideen.                

 

Ich will, dass diese Worte passen!

Es muss alles passen.

Die Reihenfolge muss stimmen.

Der letzte Satz muss überraschen.

Ich muss auf das Ziel zusteuern.

Ich muss gut vortragen.

Ich muss mich durchsetzen.

Ich muss meine Worte lebendig werden lassen.

Aber wenn die Worte fehlen,

wird auch nichts lebendig.

Da ist nichts, nur ein leeres Blatt, mit leeren Ideen,

die mit Worten gefüllt werden müssen.

Die Worte, die ich nicht finde.

 

Ich möchte das Blatt in Stücke zerreißen

und in den Himmel werfen.

Die Papierfetzen würden auf die Erden sinken

und die Worte würden plötzlich Sinn ergeben.

Aber ich weiß nicht, ob ich große oder kleine Stücke reißen soll

oder wie hoch ich sie werfen soll und wie der Wind stehen wird.

Es ist einfach nur ein leeres Blatt.

Ein Blatt, darauf wartet beschrieben zu werden.

Aber die Buchstaben wirbeln wahllos durcheinander.

Nur leere Worte, leere Ideen.

 

Ich weiß nicht, ob ich laut oder leise Klavier spielen will, traurig oder fröhlich.

Ich weiß nicht, ob ich schnell oder langsam rennen soll, mit Schuhen oder ohne?

Ich weiß nicht, zu welcher Musik ich tanzen soll, Ballett oder Hip Hop?

Ich weiß nicht, ob ich große oder kleine Stücke reißen soll, wie der Wind steht?

Aber all das ist doch eigentlich total unwichtig.

Die Worte werden schon kommen.

Und wenn ich plötzlich mit leerem Blick in die Ferne starre,

dann hab ich alles richtig gemacht.

Denn Worte sollten nicht mit möglichst viel Bedeutung aneinandergereiht werden,

wir sollten sie geschehen lassen.

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