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Erna R. Fanger: Trends, Tipps & Texte   

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Erna Fanger
Schreibschule

 

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Seit 5 Jahren www.schreibfertig.com

Seit 25 Jahren erfolgreiche Dozenten und Lektoren

Kreativ-Literarisches, Professionelles Schreiben

 

Wir praktizieren: Kreatives Schreiben - Literarisches Schreiben – Schreiben für Sachmedien - Kreativitätstraining für Autoren auf Fernschulbasis und professionellem Niveau.

NEU: Themenzentriertes Schreiben ist auf den Weg gebracht, ab sofort zu buchen: Schreiben nach einem Thema Ihrer Wahl, wie in unseren Gruppen und Seminaren erprobt, mit Inspirationen, die jeden zum Schreiben verlocken.

 

Im Zuge unserer langjährigen  Erfahrung stellte sich heraus, dass sich Themenzentriertes Scheiben in unseren Seminaren und Schreibgruppen besonderer Beliebtheit erfreut hat.  Überdies hat es sich als effizientes Kreativitätstraining erwiesen – geradezu Garant, zu originellen Texten zu gelangen. Mehr siehe Angebot

erfs Schreibimpuls zum Sonntag

25. März 2018

 

... heute für alle, die damit hadern, dass uns die Umstellung auf die Sommerzeit eine ganze Stunde kostet:

 

Vermisstenanzeige

Eine Stunde ist verschwunden. Wir können suchen, solange wir wollen, sie scheint unwiderruflich verloren. Aber es gibt für alles eine Lösung, sagt der Hüter der Zeit. Das eröffnet neue Perspektiven. Solchermaßen ermutigt, machen wir uns also auf den Weg, entschlossen, der verschwundenen Stunde auf Spur zu kommen. Sie kann sich schließlich nicht in Luft aufgelöst haben. Irgendwo muss sie stecken ... 

Schreibe hier weiter, lass deine Fantasie spielen, nimm es nicht schwer, nimm es leicht, so leicht wie ein Zaunkönig, tu es poetisch, sei ein bisschen verrückt und genieße dabei die laue Frühlingsluft!

Mein aktueller Schreibimpuls Vorfrühling

Kaum war mit dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, die Weihnachtszeit vorbei, der Tannenbaum entsorgt, wurden wir mit ersten Vorboten des Frühlings überschüttet: Heere von Tulpen in protziger Farbpracht ergossen sich in jedem Supermarkt über die Konsumenten. Gefolgt im Februar, Richtung Valentinstag, von Primeln aller Farbnuancen und üppigen Blumengestecken. Zur gleichen Zeit die Wiederkehr der Narzissen, die uns einreden wollen, der Winter hätte nun wirklich bald ausgespielt, der Frühling, ja Ostern, stünde vor der Tür. Das bereits stapelweise feil gebotene Osterkonfekt tut das Übrige, auch wenn es noch eine ganze Weile hin und ja eigentlich noch Winter ist. Aber nichts kann darüber hinwegtäuschen: Die Tage, sie werden wieder heller, spürbar. Wie haben Lust und wissen manchmal nicht worauf. Irgendetwas Neues anzufangen. Raus aus dem Trott. Lust auf Veränderung. Das müssen nicht die großen Umwälzungen sein. Oft reicht es schon aus, endlich einmal zu tun, was man schon lange tun wollte, wozu einem bislang der Elan gefehlt hat. Und obwohl es noch kalt ist, spüren wir dieses Kribbeln, diesen Drang, Unbekanntes zu erkunden. Und draußen boomt er schon, der Vorfrühling: es schnarrt, scharrt, piepst und blubbert und singt wie verrückt! Zeit rauszugehen

wieder Spaziergänge zu unternehmen und aufzuatmen, uns von dem allgegenwärtigen Wachsen und Sprießen mitreißen zu lassen, etwas auszuprobieren, übermütig zu werden.

       Hier bietet sich hier das experimentelle Schreiben an. Beispielhaft im Folgenden anhand eines kleinen Auszugs aus dem Hörspiel von Dylan Thomas „Unter dem Milchwald“ nachzuvollziehen:

Aus Dylan Thomas: „Under Milk Wood“ (1954; dt.  „Unter dem Milchwald“, 1954), Hörspiel:

 

„ERSTE STIMME: (...) Früh­lings­wiehern und Morgenmuhen von den holzschuhtanzenden Farmen, das Möwenkreischen und Ge­krächze auf dem booteschaukelnden Fluß und Meer, und die Kräuselmuscheln wie Blasen im Sand, das Strandläuferstelzen, Schnepfenschreien, Krähenkrächzen, Taubengurren, Glockenschal­len, Stierbrüllen, und das schnickschnackende Klatschen der Bärenzwingerschule, und die Frauen, die scharren und gackeln in Mrs. Orgel‑Morgans Kramladen, der alles führt, Vanillesoße, Eimer, Hen­na, Rattenfallen, Garnelennetze, Zucker, Briefmarken, Konfetti, Petroleum, Äxte, Pfeifen (...).

Draußen strömt die Sonne nieder auf die holterdiepolternde Stadt. Sie läuft durch die Hecken der Sta­chel­beergasse und stößt die Vögel, daß sie singen. Der Frühling schwingt seine grüne Peitsche in der Muschelzelle, daß die Muscheln erklingen. An diesem Prachtstück von Morgen ist Llareggub ei­ne warme, wilde Frucht. Die Straßen, Felder, Watten und Wasser lenzen und glänzen in der jungen Son­ne (...)

ZWEITE STIMME. Der Frühling schäumt an diesem kräftigen Morgen als gewaltige Flamme im Eingeweide von Jack Black, der sich einen Schuh mit hohem Absatz für Mrs. Dai Brot Zwei, die Zigeunerin, vorgenom­men hat. Aber Jack Black treibt ihn unerbittlich mit seinem Hammer aus (...)“

Bevor wir jetzt jedoch selbst zur Feder greifen, hier noch einmal das Verfahren des Freewriting – identisch mit écriture automatique – in seiner Autobiografie „Der Magier in uns“ (Goldmann TB, München 2016) aus der Sicht des Magiers Thimon von Berlepsch erläutert, um uns das Potenzial dieser eher intuitiven Methode, richtig angewandt, sprich ohne nachzudenken drauf loszuschreiben, zu vergegenwärtigen:

„Tatsächlich kann man Intuition üben. Ich bin im Laufe meines Lebens auf Menschen gestoßen, die das auf ganz unterschiedliche Art und Weise tun, vom Intuitiven Bogenschießen bis zur écriture automatique, dem sogenannten automatischen Schreiben, bei dem Texte ohne Zensur des eigenen Bewusstseins verfasst werden. Wenn ein Impuls eine Idee gebiert, dürfen wir nicht darüber nachdenken. Das Geheimnis liegt im ‚Machen’. Später können Sie immer noch überprüfen, was es gebracht hat. Wir dürfen keinesfalls schon vorher urteilen, auch wenn die Idee verrückt erscheint. Was kann schon passieren? Stellen Sie sich diese Frage ernsthaft. Wenn das Schlimmste, was geschehen kann, nicht wirklich schlimm ist, können Sie die Sache getrost angehen.“

Mein aktueller Sachbuchtipp:

© Erna R. Fanger  schreibfertig.com 

Alle Wege sind offen,

und was gefunden wird, ist unbekannt.

Es ist ein Wagnis,

ein heiliges Abenteuer.

Pablo Picasso

 

Plädoyer für die Chancen in einer sich wandelnden Welt                                                                                     

Ranga Yogeshwar: „Nächste Ausfahrt Zukunft. Geschichten aus einer Welt im Wandel“Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2017

Was zum Leidwesen der Bürger bislang in der Politik eher am Rande behandelt, dafür umso mehr als latente Bedrohung wahrgenommen wird, die Angst macht, fächert Yogeshwar hier im Detail auf: vom Umbruch im Zuge der digitalen Revolution, einhergehend mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen, der Vernetzung immer größerer Datenmengen, Massenüberwachung und dem Schwinden der Privatsphäre, über die Konsequenzen des Internets im Bereich Medien und Bildung, bis zu dem Feld der Gentechnik und Ernährung, Gesundheitswesen, Energiewende, Industrie. Exemplarisch hier die Autoindustrie, deren Krise sich bereits abzuzeichnen beginnt und sich im Zuge von zunehmendem Car-Sharing und Umweltbewusstsein verschärfen könnte. All dies unter den Vorzeichen der so stetigen wie stetig sich beschleunigenden Fortentwicklung und Ausdifferenzierung autonomer Maschinen und intelligenter Algorithmen, die unumgänglich ethisch-moralische, aber auch juristische Belange neu zu definieren erfordern, überdies eine erschreckende Eigendynamik entfalten, wo der Mensch Gefahr läuft, seine Autonomie einzubüßen. Zugleich sprechen wir hier von Innovationen, die sich im Zuge des Endes der Kausalität zugunsten von Korrelation wechselseitig beeinflussen, was das rasante Tempo, in dem sich die Prozesse im 21. Jahrhundert vollziehen, zusätzlich steigert und damit einhergehend die Gefahr, sie nicht mehr steuern zu können. Doch während mancher, der sich mit dem Thema dieses rasanten, in sich komplexen Wandels auseinandersetzt, uns mit ausweglos anmutenden Schreckensszenarien konfrontiert, gelingt es Yogeshwar hier, uns die Risiken, aber auch – und das ist das Verdienst seines Buches – vor allem die Chancen, die er in sich birgt, nahezubringen. Und zwar unaufgeregt, besonnen, mit leichter Feder und im Plauderton, versteht er es doch, seine so breit gefächerten wie fundierten Kenntnisse so in „Geschichten“ zu packen, dass die darin transportierten komplexen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Zusammenhänge auch für den interessierten Laien leicht zugänglich, ja durchaus von Unterhaltungswert, da spannend geschrieben, sind.

Yogeshwar, als Naturwissenschaftler und Physiker begnadetes Ausnahmetalent, stellt dabei Wissenschaft grundlegend zugleich auch infrage, erachtet er doch das Geheimnis des Lebens als größer als rationale Erkenntnis. Viele der hier geschilderten Szenarien hat er hautnah miterlebt. So war er etwa mehrmals zu Forschungszwecken und Dreharbeiten in Tschernobyl, ebenso wie er Fukushima besucht hat, dort Zeuge der dramatischen Versuche wurde, die allumfassenden Schäden einzudämmen, Normalität und Alltag wieder in Gang zu bringen. Beide Brennpunkte im wahrsten Sinne des Wortes haben ihm einmal mehr Atomkraft als Irrweg bestätigt. Ebenso wie sich in seinen Augen die Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche als Irrweg ausnimmt. So etwa im Gesundheitsbereich oder in der Kultur. Was dort geleistet wird, lässt sich nicht in kommerziellem Nutzen bemessen. Vielmehr bedürfen diese Bereiche der besonderen Unterstützung aller Mitglieder der Gesellschaft.

Yogeshwar verweist auf die ungleiche globale Verteilung des Reichtums ebenso wie auf die Wurzeln besagten Übels, die unschwer in der Rolle Europas und der USA auszumachen sind, die im Zuge des Kolonialismus Jahrhunderte lang indigene Völker „massakrierten“, versklavten und sich deren Rohstoffe bemächtigten, Letzteres bis heute, etwa im Kongo. An dieser Stelle darf auch die weltweite Produktion von Gütern in Billiglohnländern nicht unerwähnt bleiben. Und all dies im Gestus der Überlegenheit der weißen Rasse, was gleichwohl bis heute fortwirkt und nicht zuletzt in der Flüchtlingspolitik seinen Niederschlag findet. So entlarvt er etwa, ist wie so oft von „Nordafrikanern“ die Rede, die Anonymisierung im Zuge solcher Reduktion auf die ethnische Zugehörigkeit als „Merkmal kolonialen Denkens“. Doch auch wenn Yogeshwar immer wieder den Finger in die Wunde legt, soll dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Weltlage verifizierter statistischer Daten zufolge nicht, wie es den Anschein hat, immer katastrophaler würde, sondern das Leben insgesamt für alle Menschen auf dem Globus in den letzten circa 30 Jahren zunehmend besser geworden ist, überzeugend dokumentiert auf der Internetseite „Our World in Data“. Allein die Veränderung der Rolle der Frau etwa, Stärkung ihrer Rechte und weltweit zunehmende Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen belegen dies. Aber auch die soziale und rechtliche Anerkennung von Transsexualität, der Schwulen und Lesben, jüngst gipfelnd im Ja zur Homoehe im Bundestag.

Die auf uns zukommenden Veränderungen mögen gravierend sein, und sie betreffen alle, wenn auch in unterschiedlicher Weise. Die Ausführungen Yogeshwars hierzu sind zugleich als Kompass lesbar, zeigt er doch die sich andeutenden Richtungen facettenreich auf. Unmissverständlich weisen sie auf bislang unbekanntes Terrain. Es liegt an uns, eben dies zu erkunden und mutig neue Wege zu erschließen, dabei die Chancen für ein gerechteres, menschlicheres Miteinander für alle aufzuspüren und zu nutzen.

 

Unser herzlicher Dank für ein Rezensionsexemplar gilt dem Verlag Kiepenheuer und Witsch!

Weihnachtszeit 2017 

Weihnachtszeit: Fragile Freuden

oder Das Vergnügen, aus zerbrochenen Träumen wertvolles Neues zu schaffen

 

Dieses Jahr hat uns der Andere-Zeiten-Adventskalender“ mit dem in Japan beheimateten Brauch des „Kintsugi“ vertraut gemacht, deutsch: „Goldreparatur“. Kintsugi bedeutet, bei einer wertvollen Schale oder Tasse, sollte sie zerbrechen, die einzelnen Scherben an den Bruchstellen mit einer Art Goldlegierung (in feinstes Goldpulver getauchter Urushi-Lack) wieder zusammenzufügen, sodass sie hinterher in ihren sichtbaren Brüchen zugleich einen besonders ästhetischen Dekorationswert darstellt.

Leicht lassen sich hier Analogien zu existenziellen Belangen ausmachen. Besteht menschliche Existenz doch grundlegend darin, dass wir immer wieder Altes hinter uns lassen müssen. Etwas, das bislang Gültigkeit hatte, erweist sich als brüchig, wir sind angehalten, uns neu zu orientieren. Keine Kunstform, kein schöpferischer Prozess, in dem eben dies nicht zum Tragen käme. Es macht uns aus als Menschen, dass wir nicht stehen bleiben, sondern uns stetig fortentwickeln. Und es ist uns dabei wahrlich nicht immer behaglich zumute. Lieber halten wir am Vertrauten fest. Und freiwillig geben wir Bewährtes in der Regel nicht preis. Und das ist ganz natürlich. Umso heftiger reagieren wir, wenn die Umstände uns zwingen, Gewohntes hinter uns zu lassen. Und schnell passiert es dann, dass wir in eine Krise geraten und vor den Scherben eines vermeintlichen Glücks stehen. Das Leben zwingt uns, uns umzuorientieren, damit wir uns – jetzt auf anderer Ebene – neu einbringen können. Da gilt es, Kräfte zu mobilisieren, und im Nu kann es geschehen, dass wir Hürden nehmen, von denen wir nicht zu träumen gewagt hätten.

Und selbst wenn sich dies erst gegen  Ende eines langen Weges abzeichnen mag, können wir doch mit Fug und Recht von uns behaupten, es sind diese Brüche, die uns letzten Endes zu dem gemacht haben, die oder der wir heute sind, wodurch wir Schritt für Schritt unser Potenzial sozusagen ‚zutage zu fördern’ berufen waren. Und wir dürfen diese unsere so ‚gehobenen’, ureigenen Talente und Fähigkeiten in der Tat als einen Schatz erachten, in all seinen Brüchen, ganz im Sinne besagten Kintsugi, der Goldreparatur.

Die Kunst des Lebens mag vielleicht darin bestehen, einerseits besagte Bruchstellen nicht zu beschönigen, sie aber auch nicht in ihren Möglichkeiten zu unterschätzen. Vielmehr könnte es darum gehen, sie nicht nur in unser Leben zu integrieren, sondern, darüber hinaus, aus eben diesen Bruchstellen ‚Kapital zu schlagen’, sie als den Impuls anzuerkennen, der uns hilft, wertvolles Potenzial aus uns selbst heraus zu erschließen, uns dafür Wertschätzung zukommen zu lassen. Nicht umsonst handelt das Thema im bunten Reigen der Ratgeberliteratur, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau, immer wieder von der Kunst, uns selbst zu lieben.

Und nicht von ungefähr sprechen wir von Weihnachten als dem Fest der Liebe. Jetzt, wo zum Jahresende noch einmal auf den Prüfstand kommt, was uns die letzten zwölf Monate umgetrieben hat, und wo mit der Geburt des Kindes einmal mehr Altes hinter uns gelassen und Neues gefeiert werden soll. Das Zentrum des Weihnachtsfests, dem Jahresausklang, ist immer wieder die Liebe, an der wir stetig scheitern und die wir nicht aufhören können, wieder neu entwerfen, und wo gerade die brüchigen Spuren den Wert wesentlich mitbestimmen.

 

In diesem Sinne

Frohe Weihnachten!

© Erna R. Fanger

 

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Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,

Und neues Leben blüht aus den Ruinen.

Aus Friedrich Schiller: Wilhelm Tell 4. Akt, 2 Szene.

 

Kompass, statt Karte!

Orientierung in Zeiten radikalen Wandels

 

„Kompass, statt Karte!“ markiert treffend, was uns als Bürgergesellschaft Orientierung in Zeiten eines so noch nie dagewesenen Wandels gewährt: nämlich zwar die Richtung, in die es gehen soll, vor Augen zu haben, nicht jedoch zu meinen, dass die Wege dorthin bereits bestünden. Dazu sind die Herausforderungen zu groß, zu komplex. „Der Weg entsteht beim Gehen“ bewährt sich einmal mehr bei dem Unterfangen, Innovationen zu befördern. Dies kann nicht gelingen, indem wir auf bislang Bewährtes zurückgreifen, wie in vielen politischen Debatten zu beobachten. So etwa gebetsmühlenartig den Mythos von der Vollbeschäftigung hochzuhalten, wo doch jeder weiß, dass wir mit zunehmender Automatisierung der Arbeitswelt auf das Gegenteil zusteuern. Wohin soll die Reise gehen von der Arbeitsgesellschaft seit der Industrialisierung mit ihren Anfängen im 18. Jahrhundert, wo die Welt noch „leer“, sprich von wenigen Menschen bevölkert war. Letzteres etwa ist nachzulesen im jüngst erschienenen Bericht des Club of Rome von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Anders Wijkman u.a.: "Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen.“ Die explosionsartige Vermehrung der Weltbevölkerung habe sich erst in den letzten 50 Jahren herauskristallisiert. Heute lebten wir hingegen in einer „vollen“ Welt, die gänzlich andere Rahmenbedingungen benötigte.

      Der Journalist und Spiegel-Kolumnist Georg Diez wiederum hat in Harald Welzers Online-Plattform FUTURZWEI mit „Die Macht der Beharrung“ einen bemerkenswerten Beitrag vorgelegt. Ausgehend von den Fragen „Was ist die Gestalt des Neuen? Wie erkennt man es? Wie setzt es sich durch? Und warum ist beides so schwer, das Erkennen und das Durchsetzen?“, diskutiert er, welche Kräfte eine Gesellschaft nach vorne bringen und auf welche Hindernisse sie dabei stößt. Fängt man an darüber nachzudenken, wird – man erinnere sich an den hinter uns liegenden Wahlkampf – schnell klar, dass diese Fragen nicht im Zentrum etablierter Politik stehen. Vielmehr werden sie eher von einzelnen Publizisten oder sonstigen engagierten Mitgliedern der Zivilgesellschaft aufgeworfen, deren prominente Vertreter, wie etwa Richard David Precht, Harald Welzer oder Raga Yogeshwar, um nur einige zu nennen, sie dann, abgesehen von ihren Schriften, in diversen Talk-Shows zum Besten geben. Und das nicht selten zu fortgeschrittener Stunde.

     Georg Diez sieht eben darin ‚den zentralen Konflikt’: „die Macht der Beharrung gegen die Notwendigkeit der Veränderungen“. Die daraus resultierenden Kräfte laut Diez, Aufbruchseuphorie auf der einen Seite, Angst vor der Ungewissheit andererseits, führten zu gewaltigen Spannungen, zu einer Art ‚tektonischer Verschiebung’, „bei der verschiedene Zeitplatten aneinander reiben, sich ineinander verkeilen und verkanten ...“ Dies sind Kräfte, die Naturkatastrophen – Erdrutsche, Erdbeben, schlimmstenfalls einen Tsunami – bedingen. Im globalen Zusammenleben stehen dafür

Flüchtlingskrise und Migration auf der einen Seite, Gewaltexzesse des IS, 

aber auch die Exzesse struktureller Gewalt, wie sie seitens multinationaler Konzerne immer mehr ans Licht kommen. Auf Kosten der Mehrheit, etwa durch Steuerhinterziehung im großen Stil, vor allem aber auf Kosten der ärmsten Länder, die nicht nur nachweislich von den Naturkatastrophen weitaus stärker betroffen sind als die westlichen Industrienationen, sondern deren Rohstoffe, etwa im Kongo, ohne Rücksicht auf die Belange der Bevölkerung und in Kooperation mit korrupten Regierungen skrupellos geplündert werden.

     „Die Menschen“, wie es nicht selten seitens manchem Politiker heißt im Tenor, als ginge es um eine sehr entfernte Spezies, ein Großteil der Bürger also, reagiert verunsichert. Besonders im Mittelstand geht die Angst vor dem sozialen Abstieg um. Wer soll für die Renten aufkommen. Die Angst vor Altersarmut und Pflegenotstand, nicht zuletzt vor Einsamkeit in alternden Gesellschaften, kommt hinzu. Viele verschließen angesichts der Vielzahl der Herausforderungen die Augen. Deutlich sei dies bei der plötzlichen Ankunft der vielen Geflüchteten 2015 geworden. Eine Gelegenheit, sich dem Neuen zu öffnen, die zahllose Bürger zwar mit Empathie und Tatkraft ergriffen haben, um dabei zugleich jedoch auch die Erfahrung zu machen: „Die Kräfte des Alten arbeiten mit allen Mitteln daran, das zu verhindern.“

      Mut zur Veränderung also, die, wie von Ranga Yogeshwar in dem soeben erschienenen Buch „Nächste Ausfahrt Zukunft. Geschichten aus einer Welt im Wandel“ eindrucksvoll belegt, ebenso die Chance birgt, ein erfüllteres Leben für alle zu erschaffen. Ein erfüllteres Leben, als es zum Beispiel die Arbeitsgesellschaft gewährt hat, wo es in der Regel nur dem Privilegierten vorbehalten bleibt, sein Potenzial in Gänze zur Entfaltung zu bringen.

     Schritt für Schritt will der Geist des Neuen errungen werden. Ohne Land- oder Straßenkarte, dafür mit Kompass im Gepäck. Veränderung ist möglich! 

 

© Erna R. Fanger

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erf's aktueller Sachbuchtipp 

© Erna R. Fanger

 www.schreibfertig.com

  

Als ob Wählen, als ob Entscheiden, als ob Nein-Sagen einfach Fähigkeiten wären, die man lernen könnte wie Schnürsenkelbinden oder Fahrradfahren. Die Dinge stießen einem zu. Wenn man Glück hatte,bekam man eine Schulbildung. Wenn man Glück hatte, wurde man nicht von dem Typen missbraucht, der das Fußballteam leitete. Wenn man sehr viel Glück hatte, gelangte man irgendwann an einen Punkt, an dem man sagen konnte: Ich werde Buchhaltung studieren ... Ich würde gerne auf dem Land wohnen ... Ich möchte den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Aus Mark Haddon: „The Gun“

 

Zwischen Autonomie und Ambivalenz: Ringen um die Freiheit

                                                                                                                                                                                                                                             

Beate Rössler: „Autonomie. Ein Versuch über das gelungene Leben“, Suhrkamp Verlag Berlin 2017.

Seit Kant Grundthema der Philosophie und in westlichen Gesellschaften normativ, scheint der Begriff der Autonomie längst seinen festen Stellenwert behauptet zu haben und eine grundlegende Größe darzustellen. Bei näherer Betrachtung erweist sich allerdings, so klar umrissen, wie es scheint, manifestiert er sich in der Lebenspraxis des Einzelnen nicht. Sprich es gibt eine Menge Aspekte, die der Autonomie im Alltag entgegenstehen. So sind nicht selten überhöhte Ansprüche mit dem Begriff verbunden, die keiner in Gänze erfüllen kann. Sind wir doch als Gemeinschaftswesen miteinander verbunden, woraus sich zwangsläufig wechselseitige Abhängigkeiten konstituieren.

Die Spannung zwischen dem Selbstverständnis eines autonom ausgerichteten, selbstgestalteten Lebens und den Hindernissen, die dabei zutage treten können, lotet Beate Rössler, Professorin für Philosophie an der Universität Amsterdam, in neun Kapiteln von jeweils vier bis sechs Unterkapiteln auf 400 Seiten so kenntnis- wie facettenreich und differenziert aus. Im Zuge dessen gelingt ihr das Kunststück, die Stringenz ihres fundiert wissenschaftlichen Diskurses durch zahlreiche literarische Beispiele, in denen die Figuren mit mehr oder weniger Erfolg um Autonomie ringen, so nahezubringe, dass auch dem interessierten Laien ein lebendiger Zugang zu der Auseinandersetzung mit dem Thema und entsprechend Einblick gewährt wird. Auch wenn – es sei an dieser Stelle nicht unterschlagen – die philosophischen Debatten über Autonomie, an denen sich Rössler hier abarbeitet, nicht unbedingt für jedermann zugängig sind, sondern immer wieder geduldiger Nacharbeit bedürfen, ist man nicht bereit, bisweilen darüber hinwegzulesen.  

Dessen ungeachtet gewinnen wir Einsicht von der Definition des Begriffs bis zum Zusammenhang zwischen Autonomie und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Von der Überlegung, wie sich Autonomie zwischen Selbsterkenntnis und Selbsttäuschung etablieren kann, oder wie sie etwa in der Selbstthematisierung vom Tagebuch bis zum Blog in Erscheinung tritt. Zugleich, inwieweit Autonomie im Hinblick auf die von der Furie des Verschwindens bedrohte Privatsphäre im virtuellen Raum nicht Gefahr läuft,  sich selbst zu verleugnen. Ebenso geht Rössler der Frage nach, ob die Autonomie als Wahl zwingend das gute Leben nach sich ziehe, stellt dabei aber auch zugleich die Bedingungen einer solchen autonomen Wahl infrage. Und wie verhält es sich mit der  Autonomie im privaten, häuslichen Bereich, in Beziehungen. Wie in der demokratischen Gesellschaft. Aber auch die sozialen Bedingungen von Autonomie werden durchbuchstabiert, wie z. B. Grenzfälle zwischen Autonomie und Unterdrückung. So etwa im religiösen Kontext einer Muslima, die sich frei dafür entscheidet, ihren Glauben zu leben, auch wenn sie dafür – aus Perspektive der Vertreter westlich-demokratisch geprägter Gesellschaften – Autonomie einbüßt und sich dem Dogma der Vollverschleierung  ebenso beugt wie dem des Gehorsams gegenüber ihrem Mann. Allein schon anhand dieses Beispiels wird deutlich, inwieweit der Begriff der Autonomie nicht zuletzt im Hinblick auf kulturelle, soziale und politische Voraussetzungen relativiert und differenziert werden muss.

Das Verdienst von Rösslers Autonomie-Konzeption ist ihre Distanz zu radikalen Konzepten, die allenfalls Theorien, nicht aber dem Alltag standhalten. Demnach läuft sie auch nicht Gefahr, die Bedingungen für Autonomie festzuschreiben. Vielmehr entwirft sie Autonomie als Prozess, in dem eigenständige Entscheidungen sowohl möglich sind, als man dabei zugleich jedoch auch Abstriche machen muss, um die eigene Position zu ringen hat. Im Gegensatz zu radikalen Entweder-oder-Positionen, in denen den Bedingungen von Autonomie weniger Rechnung getragen wird. Rössler gelangt schließlich zu dem Fazit, ‚alle grundsätzlichen Angriffe auf die Möglichkeit und Wirklichkeit von Autonomie zwar aus dem Weg geräumt zu haben’, ohne jedoch vor den mit dem Thema verbundenen Spannungen und Widerständen zurückgewichen zu sein. Des Weiteren räumt sie ein, dass unser normatives Verständnis des Begriffs nie unter durchgängig idealen Bedingungen realisiert werden, sprich immer nur annähernd erfüllt werden kann, dementsprechend nicht ohne Relativierung auskommt. Personen können immer nur bedingt, mehr oder weniger autonom handeln, stets abhängig vom sozialen, politischen oder biografischen Kontext. Damit grenzt sie sich bewusst ab von radikaleren Positionen, wie etwa von Harry Frankfurt vertreten. Sieht sie Autonomie doch immer schon situiert im gesellschaftlichen Kontext, worin die Verletzlichkeit der Akteure bedingt ist. Weshalb sie auch in Zweifel stellt, inwieweit einer Person Autonomie abzusprechen sei. Desgleichen postuliert sie einen Zusammenhang zwischen einem autonomen und einem sinnvollen Leben. Von einem sinnvollen Leben kann man nach Rösslers Definition nur dann sprechen, wenn wir es als unser eigenes Leben betrachten, das wir nach Maßgabe unseres Erkenntnis- und Bewusstseinsstands gewählt haben. Ein Leben, für das wir einzustehen bereit sind. Im Zweifelsfall entgegen allen Widrigkeiten, die unseren Alltag prägen, wie Ambivalenz, Entfremdung, Zerrissenheit. Rössler exemplifiziert dies anhand Siri Huvstedts Protagonistin Harriet Burden in „Die gleißende Welt“ (2015), wo die Unvereinbarkeit von Wünschen und Möglichkeiten durchgespielt wird. Dies erfordert laut Rössler einen gelassenen Umgang mit den Ambivalenzen, die unser Leben prägen, was uns nicht selten abverlangt, verschiedene Identitäten einzunehmen und zu leben. Mehr noch bedinge dies Autonomie geradezu grundlegend. Widersprüche dieser Art schmälern nicht grundsätzlich Autonomie, sondern konstituieren sie vielmehr insofern, als Autonomie durchaus keine Garantie darstellt, diese ohne jede Einschränkung leben zu können, sondern immer nur gemeinsam mit anderen.

Unser herzlicher Dank für ein Rezensionsexemplar gilt dem Suhrkamp Verlag! 

 

So

02

Sep

2018

Neu: Die Presse über uns

Ausschnitt aus dem Artikel „Schreiben ist machbar“ von Hannes Vater in der „TAZ am Wochenende, Nord“ Thema „aus- und weiterbildung“, „die verlagsseiten der taz nord“, Sonnabend/Sonntag 1./2. September 2018,Seite 51:   

 

Von Hannes Vater

 

Die eigene Stimme finden

 

Um aus der großen Masse an Veröffentlichungen herauszustechen, sollte man auf bewährte Prinzipien zurückgreifen, das allerdings auf möglichst ganz neue Art und Weise. Was leichter klingt als es ist. Erna Fanger, Dozentin für kreatives und literarisches Schreiben und  Leiterin der Schreibschule, „Schreibfertig“, rät ihren Schülern, eine eigene Stimme zu finden „geprägt von Authentizität und Eigensinn“. Im Ansatz verfüge jeder über so eine Stimme, die sich mit der Zeit entfalten will. Der optimale Schreibstil ist natürlich auch genreabhängig. Kriminalromane brauchen eine andere Sprache als Liebesgeschichten. Was aber noch wichtiger sei, ist der innere Antrieb: „Ein bestimmtes Anliegen, das  uns bewegt, für das wir brennen und das wir mitteilen wollen." Christa Hilscher, 67, spielt seit ihrer Jugend gern mit Wörtern, schreibt Träume auf, Kummer und Ängste. Durchs Schreiben verliere sie die Schwere. Um sich zu disziplinieren und besser schreiben zu lernen, wandte sie sich an, „Schreibfertig“. Sie schließt sich dem zweijährigen Fernkurs an. Fast täglich sitzt sie an ihrem Schreibtisch, auch wenn mal nichts dabei  rauskommt. Zwischenzeitlich habe ihr der Kurs das Lesen verdorben: In Büchern suchte sie gezielt nach dem, was langweilt, was die Spannung aufrechterhält Das ging vorüber. Durch das Feedback von Fanger und ihrem Team lernt sie, worauf sie im Schreib- und Leseprozess achten muss. Bei sich und bei anderen. „Dabei merke ich öfter, was ich zur Seite legen sollte“, sagt Hilscher. Früher hat sie viele Gedichte über Liebe und Weltschmerz geschrieben. Heute beschäftigt sie die Biografie ihrer Mutter.  „Zwischendurch sehe ich aus dem Fenster und hoffe, etwas Leichtes, Lustiges, Fröhliches fliegt vorbei, was gern in Worte gefasst wäre." Empfehlen könne sie die Schule jedem, der gern schreibt. Besonders das konstruktive Feedback hab ihr geholfen. „Es waren volle, aufregende  Monate.“

 

Welcher Verlag passt zum Werk?

 

Was macht man, wenn ein Buch fertig ist und man es veröffentlichen will? Zunächst sollte man nach einem Verlag oder einer Literaturagentur suchen, die programmatisch zum Inhalt des neuen Buches passt. Große Verlage vereinen oft viele Genres, während kleine Verlage deutlich spezialisierter sind. Über ihre Website lässt sich herausfinden, was Autoren vorlegen sollten und was nicht. „Die hier üblichen Textsorten, Expos6, Textprobe und das Anschreiben, müssen die entsprechenden Kriterien erfüllen und gelten  als Visitenkarte“, sagt Fanqer ...

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Do

14

Jun

2018

Sinclair Lewis - Der erste US-Nobelpreisträger und sein "Main Street'-Roman

In diesem Jahr wird kein Nobelpreis für Literatur vergeben. Zeit also, an einen Nobelpreisträger der ersten Stunde zu erinnern. Sinclair Lewis erhielt 1930 als erster US-amerikanischer Autor die begehrte Auszeichnung, die ihm einst Weltruhm einbrachte. Dabei hätte er schon im Jahre 1925 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet werden sollen, den er jedoch abgelehnt hatte, nachdem ihm diese Trophäe zuvor vorenthalten wurde. „Main Street“ (1920), womit Lewis zugleich seinen literarischen Durchbruch erzielte, zählt zusammen mit „Babbit“ (1922) und „Elmer Gantry“ (1927) von insgesamt 21 Romanen zu seinen bedeutendsten Prosawerken, von denen Ersteres 1936 unter dem Titel  „Kleine Stadt mit Tradition“ von Archie Mayo verfilmt wurde. 

„Main Street“, Hauptstraße, steht für das, was jedem Ort Amerikas seinen Stempel aufdrückt. Dementsprechend könnte der Roman, wie Lewis gleich zu Beginn verrät, ebenso „in Ohio oder Montana, in Kansas, Kentucky oder Illinois“ spielen. Wobei eine solche amerikanische ‚Main Street’ nicht mehr und nicht weniger ‚als der Höhepunkt der Zivilisation’ gilt. Und natürlich hat auch der fiktive Ort „Gopher Prairie“ eine solche – obwohl es in der Provinz mit der ‚Zivilisation’ nicht gerade zum Besten bestellt ist. Die kleine Stadt ist von Grund auf hässlich und verfügt über allenfalls ein Minimum an Kultur. Besonderen Reiz erfährt das Ganze, wenn sich jemand wie Carol Kennicot, die hinreißend charmante, so gebildete wie engagierte Hauptfigur, Großstädterin und Frau des ortsansässigen Arztes es sich zur Aufgabe macht, die kleine Provinzstadt kulturell auf Vordermann bringen und modernisieren zu wollen. Ein Unterfangen, das von vornherein zum Scheitern verurteilt  zu sein scheint. Dies erweist sich spätestens in dem Moment, wo die von ihr inszenierte Theateraufführung wirkungslos bleibt und sie sich vorerst geschlagen geben muss. Ihr größtes Problem ist dementsprechend, dass sich die Bevölkerung für jedwede Veränderung als resistent entpuppt. 

Dabei ist das Engagement, das die Protagonistin an den Tag legt, immens. So macht sie sich in der oberen Gesellschaft des Nestes bekannt, zieht ihre Fäden, versucht Freundschaften zu schließen und wird, noch bevor sie einen eigenen Salon gründet, gar Mitglied im erzkonservativen „Frauenkulturclub Thanatopsis“, der sich, man lese und staune, gegen das Frauenwahlrecht ausspricht, sich zugleich jedoch mit Vorliebe, wenn auch etwas oberflächlich, den Literaturen Europas widmet. Doch schon an den britischen Dichtern scheiden sich spätestens bei Swinburne, der aufgrund seiner Vorliebe für Erotik als Schunddichter in Verruf stand, die Geister. Aber auch die Vorstellung Carols von der Höhe der Bezahlung der Dienstmädchen kommt nicht gut an. Ebenso wie ihre Mode – sie trägt knöchelfreie Röcke – Aufsehen erregt, gilt dies doch als anstößig. Eine Bürde zu allem hin, dass sie ausschließlich vom Haushaltsgeld ihres Mannes leben soll, der dies nur allzu gerne zu zahlen vergisst. Und dann die Tatsache, dass jeder von jedem so gut wie alles weiß. Selbst die zum Trocknen aufgehängte Unterwäsche Carols ist vor der Dorfjugend nicht sicher.  

Wie leicht zu erkennen, treffen hier unterschiedliche Weltbilder aufeinander. „Urbane Liberalität und ländlicher Eigensinn“Weitsicht und Enge. Unschwer tun sich dabei Parallelen auf zu den USA heute. Der Riss dort zwischen Land- und Stadtbevölkerung ist spätestens mit dem letzten Wahlergebnis von 2017 eklatant zutage getreten. Die Politik wiederum eines Donald Trump mit seinen nationalen Ambitionen und populistischen Parolen scheint dementsprechend eine logische Konsequenz. Dies war zu der Zeit, in der dieser Roman spielt, im ersten Jahrzehnt des zwanzigstens Jahrhunderts, offensichtlich nicht viel anders und verleiht dem Ganzen seine Aktualität und Brisanz, wie auch anhand vieler kleiner Details ablesbar.

Hartmut Fanger

Sinclair Lewis "Main Street", Manesse Verlag, München 2018 

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Sa

03

Mär

2018

Glück ist ein Politikum

© Erna R. Fanger

 

Die Zeit kommt, in der sich die Menschen auf ihre moralische Stärke besinnen. Dann verlieren sie ihre Angst und stützen sich gegenseitig mit ihrer Hoffnung

Wangari Maathai anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises. Oslo, Dezember2004

„Glück ist machbar“

Dr. Ha Vinh Tho: „Grundrecht auf Glück. Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander. Aufgezeichnet von Gerd Pfitzenmaier, nymphenburger in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, Stuttgart 2017

1951 väterlicherseits als Spross eines alten Adelsgeschlechts aus Zentral-Vietnam geboren, dessen Familie mit der kaiserlichen Nguyen-Dynastie verwandt war, seine Mutter wiederum Französin, aus einfacher Arbeiterfamilie stammend, bezeichnet Ha Vinh Tho sich selbst als „Wanderer zwischen den Welten“. Was sich gleichwohl der Tätigkeit seines Vaters als Diplomat verdankt, weshalb die Familie in verschiedenen Ländern lebte. Außerordentlich breit gefächert sein Erfahrungsspektrum: von der 68-er- zur Hippiebewegung, über eine Pilgerreise zum Himalaya, wo er mit dem Tibetischen Buddhismus in Berührung kommt. Dann das Studium am Schweizer Goetheanum, geprägt vom Geist der Anthroposophie Rudolf Steiners, wo er christliche Religion eingehend studiert. Nach dem Studium kurze Zeit Waldorflehrer in Deutschland, widmet er sich in der gleichwohl anthroposophisch orientierten Camphill-Gemeinschaft in der Schweiz, wo er mit seiner Frau und den beiden Kindern ohne persönliches Eigentum lebt, der Heilpädagogik in der Behindertenarbeit. 1982, seit dem Ende des Vietnamkrieges erstmals wieder in Vietnam, folgt die für ihn maßgebliche Begegnung mit Thich Nhat Hanh, dem bekannten vietnamesischen Mönch, Lyriker und Achtsamkeitslehrer: „Diese Begegnung veränderte mein Leben. Ich hatte das Gefühl, spirituell zu Hause angekommen zu sein.“ Nach seiner Tätigkeit als Ausbilder in der Heilpädagogik an verschiedenen europäischen Universitäten wechselt er noch einmal das Berufsfeld und wird Leiter des Ausbildungsdepartments des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), im Zuge dessen er Krisen- und Kriegsgebiete auf dem ganzen Globus bereist. Inzwischen ist ihm klar geworden, dass, so unterschiedlich die militärischen Auseinandersetzungen und Auswirkungen von Naturkatastrophen sein mögen, die Wurzel des Übels woanders liegt. Und zwar in der strukturellen Gewalt.

... einer Gewalt, die – um es nur mit einem Beispiel zu verdeutlichen – zulässt, dass Millionen Menschen auf der Erde verhungern, obwohl wir als Menschheit noch nie so reich und satt waren, wie wir es heute in vielen Regionen und Gesellschaften auf der Erde sind.

Immer dringlicher stellt sich für ihn die Frage, wie die Ursachen der strukturellen Gewalt und, damit einhergehend, der strukturellen Ungerechtigkeit, zu beseitigen wären. Bedingt nicht zuletzt durch die Tatsache, dass weltweit der Einfluss von Regierungen zusehends schwindet – zugunsten des Wirtschaftsdiktats multinationaler Konzerne, deren alleinigem Ziel der Gewinnmaximierung alles andere subsumiert wird. Die Folgen sind so komplex wie gravierend: neben der drastisch zunehmenden Spaltung in Reich und Arm, Verarmung immer größerer Teile der Weltbevölkerung, skrupelloser Umgang mit Ressourcen mit dramatischen Auswirkungen, sei es auf Klimawandel, schwindende Artenvielfalt und, damit einhergehend, Klimakatastrophen und Territorialkriege. Antworten auf das ihn bedrängende Anliegen kommen ausgerechnet von einem der ärmsten Länder, dem Himalaya-Staat Bhutan. Geht von dort doch der Impuls aus, der Welt einen neuen Maßstab ans Herz zu legen, der sich nicht an Wirtschaftswachstum und Bruttosozialprodukt orientiert, sondern am Glück seiner Bevölkerung.

Davon ausgehend, dass er seine Arbeit im IKRK bis zu seiner Pensionierung betreibe, erreicht ihn Ende 2011, zu einem Zeitpunkt, wo dort Management-Methoden eingeführt werden sollten, was ihm weniger behagt, unerwartet eine E-Mail mit einem Stellenangebot als Programmdirektor im neu gegründeten „Gross National Happiness Centre“ (Zentrum für Bruttosozialglück) in Buthan. Damit sind die Weichen für eine erneute Wende gestellt. Und am 2. April 2012 ist er in seiner Eigenschaft als Programmdirektor dabei, wenn in New York die Uno den 20. März fortan als Internationalen Tag des Glücks ausruft, Ban Ki Moon ein neues Wirtschaftssystem postuliert, in dem ‚soziales, wirtschaftliches und ökologisches Wohlergehen untrennbar seien’. Ergänzend differenziert der ehemalige Ministerpräsident Bhutans, Jigmi Y Thinley:

Wir unterscheiden klar den Begriff des Glücks im Sinne von Bruttonationalglück von jenem eines oberflächlichen, angenehmen „feel good“-Gefühls, das nur zu oft damit identifiziert wird. Wir wissen, dass dauerhaftes, echtes Glück nicht bestehen kann, wenn andere leiden.

Um dies wiederum dauerhaft zu etablieren, gilt es, drei fundamentale Entfremdungszustände zu überwinden: Die Entfremdung von anderen Menschen. Denn wirkliches Glück kann es nur geben, wenn alle daran teilhaben können. Die Entfremdung von der Natur. Glück erwächst nur in Harmonie mit der Natur. Die Entfremdung von uns selbst. Glück entsteht nur, wenn wir unserer selbst und der einem jeden innewohnenden Weisheit bewusst werden und diese nach Kräften einbringen. Letzteres bestätigt etwa die Gehirnforschung, wonach jeder Mensch von Grund auf mit „Mitgefühl, Güte, Großzügigkeit oder Selbstlosigkeit“ ausgestattet sei. Fähigkeiten, die unserem Vermögen, Glück zu empfinden, vorausgehen. Hinzu kommt jedoch noch eine weitere Herausforderung, nämlich die einer grundlegenden Führungskrise, in der das Gemeingut sträflich missachtet wird. Der Denkhorizont der politischen Eliten scheint verengt. Nur bis zu den nächsten Wahlen reichend, dabei weniger dem Gemeinwohl als vielmehr dem Lobbyismus verpflichtet. Hier sind Kräfte gefordert, die Verantwortung in einem sehr umfassenden Sinne zu übernehmen vermögen, um einer Menschheit am Scheideweg voranzugehen. Eine zentrale Rolle spricht er hingegen in entwickelten Ländern der Zivilgesellschaft zu, die die Mächtigen der Politik, Wirtschaft und Medien durchaus bewegen könnten, neue Wege einzuschlagen. Möge dies Buch, zugleich Vermächtnis eines herausragenden Geistes, dazu beitragen! Die Indikatoren für Glück sind schließlich hinlänglich bekannt, zuverlässig erforscht. Es liegt an uns, den vier Säulen, auf denen das Bruttosozialglück beruht, zunehmend Beachtung zu schenken: 1) ‚eine gerechte, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung’, 2) Umweltschutz, 3) „Bewahrung und Förderung traditioneller, kultureller Werte“ und 4) U‚eine gute Regierungsführung – Glück ist machbar!  

Unser herzlicher Dank für ein Rezensionsexemplar gilt dem Nymphenburger Verlag!

Hier dabei zum Herunterladen:

Glück ist ein Politikum
„Glück ist machbar“ - Dr. Ha Vinh Tho: „Grundrecht auf Glück. Bhutans Vorbild für ein gelingendes Miteinander. Aufgezeichnet von Gerd Pfitzenmaier, nymphenburger in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, Stuttgart 2017
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Mo

01

Jan

2018

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Fr

01

Dez

2017

Tausendundeine Nacht Vom Orient zum Okzident

Wer sich selbst und andre kennt,

Wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

Goethe: „Westöstlicher Divan“

 

Spätestens seit der Flüchtlingskrise herrschen jede Menge Vorbehalte, Angst und Skepsis gegenüber allem, was aus dem Orient nach Europa drängt. Immer wieder neue Schreckensmeldungen, Terroristische Anschläge in den Metropolen unterstreichen dies und errichten eine unsichtbare Mauer, die umso schwerer zu überwinden zu sein scheint. Im Gegenteil ziehen immer mehr europäische Staaten Grenzzäune hoch, sammeln Menschen wie Vieh in Auffanglagern und versuchen, sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden, sprich abzuschieben. Von einem seit Jahrhunderten gemeinsamen auf Gegenseitigkeit befruchtenden kulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident sind wir so weit wie lange nicht mehr entfernt.

Umso erstaunlicher, wenn man derzeit vor Weihnachten in den Buchhandlungen eine Vielzahl dicker Bände mit orientalischen Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ entdeckt. In unterschiedlichster Ausstattung und Übersetzung, ob für Kinder, ob für Erwachsene. Schillernd und mit Strahlkraft, exotisch und außergewöhnlich, nicht selten mit Golddruck und orientalischer Graphik versehen. Diese Märchen haben offenbar nichts von ihrem Zauber verloren und die Verlage wissen dies dementsprechend zu vermarkten. Der persische, bis nach 500 nach Christi zurückführende Anteil der Märchen bildet mittlerweile eine lange Tradition in deutschen Kinderzimmern. Wer hat die Geschichten von „Aladdin und die Wunderlampe“,  „Ali Baba und die Vierzig Räuber“ oder „Sindbad der Seefahrer“, um nur die bekanntesten zu nennen, nicht mit Spannung und Begeisterung verfolgt. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass in der deutschen Dichtung und Literatur inhaltlich schon früh orientalische Einflüsse zu verzeichnen sind. Insbesondere im 18. Jahrhundert finden sich Übereinstimmungen, Parallelen und Gemeinsamkeiten mit dem Islam, vor allem im Hinblick auf die  Märchen von „Tausendundeiner Nacht“.  Als Goethe 1775 nach Weimar kam, fand er Wieland vertieft in die von Galland ins Französische übersetzten Geschichten aus 'Tausendundeiner Nacht'. Motive aus dieser Sammlung tauchen im gleichen Jahr in Wielands Veröffentlichungen, wie u.a. in der "Geschichte des Weisen Danymed und der drey Kalender" im "Teutschen Merkur" auf. In den Jahren 1781‑1785 übersetzt J.H. Voß Gallands "Les Mille et Une Nuit" ins Deutsche.

Goethes Verbundenheit zum Orient über die Geschichten aus 'Tausendundeiner Nacht' hinaus deutet sich sogar schon früher, bereits in seinen ersten Lebensjahren an. Schließlich stammen auch die biblischen Geschichten, selbstverständlich zu seiner Erziehung gehörend und ihn wesentlich prägend, aus dem Orient. In seiner Jugend dürfte er dann in Straßburg, im Winter 1770/1771, durch Herder Bekanntschaft mit dem Koran gemacht haben. Über zweihundert Jahre später gelangte die Literaturwissenschaftlerin Katharina Mommsen jedenfalls zu der Einsicht, dass Goethes religiöse und philosophische Überzeugungen mit denen der islamischen Lehre zum Teil übereinstimmen. "Dies schuf ein Verwandtschaftsgefühl besonderer Art, intensiv genug, dass man sagen darf: ohne diese Affinität wäre der West‑östli­che Divan schwerlich entstanden." 

Insbesondere "Das Märchen (1785) von Goethe enthält nachweislich Motive aus „Tausendundeiner Nacht“.  Seit seiner Entstehung gilt es als hermetisch und rätselhaft.  Doch die Nähe zu „Aladdin und die Wunderlampe“ und anderen Märchen ist nicht zu übersehen. So zum Beispiel in der Figur des Alten mit der Lampe, der im Gebirge unterhalb der Erde einen Schatz sucht, die Befürchtung, in einen schwarzen Stein verwandelt zu werden, und das Ausstreuen von Goldmünzen unter das Volk. In der „Geschichte von den beiden Schwestern, die ihre jüngste Schwester beneideten“, werden dann tatsächlich Prinzen in ‚schwarze Steine’ verwandelt, nachdem sie sich verbotener Weise nach einem singenden Baum umgedreht haben. Bei Goethe ist es der Mops, der in einen schwarzbraunen Stein verwandelt wird, da er die von Irrlichtern ausgeschütteten Goldmünzen gefressen hat.  

Eine weitere Figur aus „Tausendundeiner Nacht“ korrespondiert mit dem Märchen von Goethe: Die „Lilie“, versehen mit dem Namensattribut 'schön'. Die  ‚schöne Lilie’ besitzt wundersame Kräfte, kann sie doch alles Tote "...durch ihre Berührung lebendig machen, wie sie alles Lebendige durch ihre Berührung tötet". Gleichwohl sieht der französische Literaturkritiker Gonthier Louis Fink darin eine Analogie zum "Feenbasar von 'Tausendundeiner Nacht'". Er verweist in diesem Zusammenhang auf die "Histoire du Roi Hormuz". Dort soll das Motiv der 'lebenspendenden Frau' auftauchen, "…die zu einer todbringende[nl Meduse [wird], deren Blick den Betrachtenden in einen wandelnden Schatten verwandelt' und deren Berührung das Leben raubt." So verwandelt sich der Park der Meduse in einen Friedhof. Vom Garten der schönen Lilie wiederum heißt es: "Alle Pflanzen in meinem (…) Garten tragen weder Blüten noch Früchte; aber jedes Reis, das ich breche und auf das Grab eines Lieblings pflanze, grünt sogleich…" 

Weit mehr Analogien, Parallelen, Figuren und Motive des Goetheschen Märchens zu „Tausendundeiner Nacht“ ließen sich ausmachen, ebenso Bezüge anderer Autoren des 18. Jahrhunderts dazu, inwiefern obige Ausführungen lediglich als exemplarisch zu betrachten sind. Leicht lässt sich daran jedoch der Einfluss entfernter kultureller Errungenschaften aus dem Orient und die befruchtenden Auswirkungen schon damals im sogenannten Abendland ablesen.

Gerade heute, wo im Zuge der Angst vor Überfremdung in gewissen Teilen der Bevölkerung, im Zuge des IS-Terrors, Verunsicherung und, damit einhergehend, Fremdenfeindlichkeit aufflammen, mag eine Rückbesinnung auf den Reichtum, den so ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen als fruchtbares Potenzial in sich birgt, erhellend sein. Zumindest im Hinblick auf die literarische Überlieferung ist deutlich geworden, dass, bei allem, was den Orient vom Okzident trennen mag, genügend Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Nicht zuletzt sei hier abschließend auf Goethes Verehrung des persischen Dichter Hafis verwiesen, einem weiteren großen Kapitel in diese Richtung.

Wir jedenfalls wünschen eine schöne Weihnachtszeit. Kommen Sie gut ins neue Jahr!

© Hartmut Fanger  www.schreibfertig.com    

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nichts leichter

 

vereinzelt noch tönen

ahorn, buche und birke

ihr rot, gelb und gold

schwebend zwischen

himmel und traum

verwischen die farben

nichts leichter als

 

sterben

Sommerende 

Während wir

geträumt haben

unter dem Brückenbogen

von Sonnenstrudeln 

und Lichtsalven#

wird Tee gereicht 

unter gestreiften Markisen

wo die Zeit unter dem 

Gewicht des Tages 

zum Erliegen kommt

und die Schwingen

                                                    des Sommers verstummt sind 

                                                    verkehren Engel und

                                                    Schimären wispern

                                                    Bäumen ihr Geheimnis

                                                    spielen Schatten leuchten 

                                                    stromabwärts

                                                    im Blattwerk fließen 

                                                    Sterne am Himmel

                                                    erster Vogelzug 'gen Süden    erf

 

 

Dezember wieder

ein Jahr das geht

an dunklen Nachmittagen

durch lichte Straßen

flanieren wir bange

Fragen versiegen

bei einer Tasse Tee

Stollen auch dabei

feiern wir das tolle Leben

Dezember wieder                                                                              

                                erf

 

                              

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