Dr. Erna R. Fanger und Hartmut Fanger MA
Seit über 25 Jahren erfolgreiche Dozenten für Kreatives und Literarisches Schreiben, Fernschule, Seminare, Lektorat
Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Erleben Sie diesmal in der Poet’s Gallery ein typisches Klassentreffen, von Carolin Ilsemann authentisch nahegebracht. Zugleich wartet Im Herzen jung, passend zum Mai, mit einer Liebesgeschichte auf – lassen Sie sich überraschen. Unser Buchhtipp*: Abschied leben. Tagebuch eines Zeitgefühls, so das jüngste Werk von Gabriele von Arnim. Art Zeitgeist Chronik, in der die Autorin Klartext spricht, den Finger in die Wunde legt und die Versäumnisse der Politik einklagt. Deutlich wird, der Wandel, in dem die Menschheit begriffen ist, geht einher mit herben Verlusten und Abschied von so vielem, das uns das Leben einst großzügig bereitgestellt hat. Im Gegenzug wird sie nicht müde, die Essenz unseres Seins hervorzuheben – Liebe, Verbundenheit, Naturerleben. *Hier kann es aus organisatorischen Gründen zu Verzögerungen kommen, wofür wir um Verständnis bitten.
Wegzehrung
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Blauer Schmetterling/Flügelt ein kleiner blauer/Falter vom Wind geweht,/Ein perlmutterner Schauer,/Glitzert, schimmert, vergeht./So mit Augenblicksblinken,/So im Vorüberwehn/
Sah ich das Glück mir winken,/Glitzern, flimmern, vergehn. Hermann Hesse
Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte, zeigen
wer kann sich der Magie des Mais schon entziehn, diesem Sehnsuchtsraum par excellence mit seiner überbordenden Energie. „Verweile doch, du bist so schön“ möchte man ihm zurufen. Allein das mit dem Wonnemonat verbundene Glück gleicht eher dem von Hesse beschworenen ‚Blauen Schmetterling‘, der sich allenfalls im flüchtigen Augenblicksblinken, kaum merklich, So im Vorüberwehn zeigt. Das Glück jedoch, obschon zum Greifen nah, entzieht sich. Immerhin hat es sich dem lyrischen Ich zu erkennen gegeben: Sah ich das Glück mir winken. Glück, scheint das kleine Gedicht vermitteln zu wollen, ist nichts, was zu erlangen wäre, sondern zeigt sich wesentlich nur im Vergehn, geht einher mit verheißungsvoller Leere und der Sehnsucht nach Erfüllung. Und je weniger es zu greifen ist, desto mehr scheint es aufgeladen mit unseren vagen Vorstellungen und Wünschen. Doch macht womöglich gerade diese Unbestimmtheit des Begriffs seine Magie aus, offen für jeden, ihn mit seinen eigenen Träumen und Fantasien zu füllen. Das größte Glück wiederum mag dem widerfahren, der die Dinge des Lebens wunschlos, ohne Erwartungen in aller Offenheit hinnimmt, und dem sich so womöglich das unermessliche Potenzial offenbart, das allem was ist innewohnt – Glitzert, schimmert, vergeht. Übertragen wir dieses Fazit einmal auf das Glück des Schreibens, absichtslos, offen, mag dies ein Weg zu unserem inneren Schreibenden sein, der uns unser unerschöpfliches Potenzial offenbart – schreib Dich in den Wandel JETZT!
Herzlich Ihre/Eure erf
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Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. In der Poet’s Gallery haben sich, wechselhaft wie der April, die Kobolde eingeschlichen. Lass dich nicht von Kobolden fangen, so der Titel der 55 kurzen Geschichten von Hartmut Fanger, zugleich literarische Miniaturen, die nicht selten bezaubern, Erinnerungen wachrufen und Alltagsbegebenheiten zum Leuchten bringen, wie etwa in „Das sind zwei linke Schuh‘ ...“ Unser Buchtipp*: Lea Singer: Eine Frage des Formats. Rechtzeitig zum 100. Geburtstag der Queen am 21. April 1926 legt Lea Singer alias Kunsthistorikerin Eva Gesine Baur ihren 159 Seiten umfassende Roman vor. Erzählt wird von der Zusammenkunft der Queen mit dem Kunstmaler Lucian Freud, Enkel von Sigmund Freud, der den Auftrag erhalten hat, ein Porträt von ihr zu erstellen. Dabei lebt das Ganze von der Diskrepanz zwischen der schillernden, so zwiespältigen wie exzentrischen Figur Lucian Freuds und der überkorrekt sich zurücknehmenden Königin.
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Manchmal/spricht ein Baum/durch das Fenster/mir Mut zu//Manchmal/leuchtet ein Buch/als Stern/auf meinem Himmel//Manchmal/ein Mensch/den ich nicht kenne/der meine Worte/erkennt Rose Ausländer (1901-1988)
Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,
2012 legt der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr (1929-2014) das Buch Es gibt keine Materie! Revolutionäre Gedanken über Physik und Mystik vor und stellt damit unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit radikal infrage. Die Lyrikerin Rose Ausländer, deren Gedicht „Manchmal“ (siehe oben) aus ihrer letzten Lebensphase (1977-1988) in einem Düsseldorfer Altenheim stammt, wo sie, ans Bett gefesselt, ihr Zimmer nicht mehr verlassen konnte, scheint dies zu bestätigen: „Die so genannte Wirklichkeit gibt es ja eigentlich nicht ... Hinter dem Wort Wirklichkeit steht, meine ich, das Wort Leben.“* Ein Blick in ihre Vita verrät die Lebensgeschichte einer Entwurzelten. Einst in Czernowitz, Bukowina, zu Hause, war sie im Zweiten Weltkrieg der Judenverfolgung ausgesetzt, verbrachte vier Jahre im Ghetto, um 1946 mit ihrem Mann in die USA auszuwandern, 1964 wieder nach Europa zurückzukehren. Die Wirklichkeit, in der sie lebte, war die Lyrik. Nicht der Blick nach vorn, nicht der Blick zurück inspirierte im Wesentlichen ihr Schaffen, sondern der Blick nach innen. Es scheint in unserem Inneren einen pulsierenden Herzraum grenzenloser Freiheit zu geben, unabhängig von äußeren Bedingungen und lebensgeschichtlich erlittenen Traumata. Und gerade in ihren Gedichten der letzten Jahre erlangt sie den Höhepunkt ihrer Sprachkunst. Was für ein Trost. Was für ein Fest. So gesehen, möchte man behaupten, das eigentliche Leben ereigne sich im Wunder, und dies mag hienieden aus der Wunde erwachsen, die das Menschsein unabdingbar mit auszumachen scheint. Und einmal mehr, wieder und wieder – schreib Dich in den Wandel JETZT!
Herzlich Ihre/Eure erf
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* Deutschlandfunk Kultur „In der Lyrik zu Hause“ von Joachim V. Hildebrandt 03.01.2008
Neues aus unserer Website: Unter Offene Schreibgruppen online und Aktuell finden sich alle Infos & Termine. Auch im März präsentiert Reinhard Glüer in der Poet’s Gallery mit Der Tod die so bemerkenswerte wie „Wunder volle“ Phantasie des Todes in Gestalt einer Frau. Unser Buchtipp*: Ferdinand von Schirach: Der stille Freund. Der neuste Band des renommierten und vielfach ausgezeichneten Autors Ferdinand von Schirach überrascht mit einer bunten Mischung aus völlig unterschiedlichen Textsorten und Themen. Neben Kurzgeschichten findet sich Essayistisches, wie etwa „Wirklichkeit und Wahrheit“ über den Hamas-Terror oder ein Vergleich des Begriffs der Zeit bei Capote und Proust. In Voices FOR FUTURE! beschäftigen wir uns unter dem Motto „Apokalypse: now?“ – Menschheit am Scheideweg? mit dem neuen Buch des Musikers, Theologen und Fernsehmoderators Julian Sengelmann: Ankerpunkte. Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist.
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Wir werden Frieden finden./Wir werden Engeln lauschen/und den Himmel sehen,/
funkelnd von Diamanten. Anton Tschechow (1860-1904)
Liebe Schreibfreudige, Freund:innen & Interessierte,
just am Morgen des 1. März haben uns die Nachrichten über die Bombardierung des Irans seitens Israels und der USA ereilt. Ein paar Stunden später fand im Abaton, Hamburgs renommiertestem Programmkino, eine Matinee statt anlässlich der Vorstellung des Films „Giora Feidman – Seele des Klezmers“ unter Anwesenheit des jüdischen Meister-Klarinettisten und Botschafters für den Frieden und seinem Komponisten und Manager, Majid Montazer, mit iranischen Wurzeln. Unter dem Schock der Ereignisse nahm die Veranstaltung naturgemäß einen anderen Verlauf als geplant. Am Ende ein Moment, der alles Dunkel im Außen überstrahlte: Giora Feidman und Majid Montazer, ein Jude und ein Iraner, treten gemeinsam, sich die Hände reichend, auf die Bühne. Geste der Versöhnung, die nicht nur von Standing Ovations begleitet war, sondern auch das Publikum zu Tränen rührte. Giora Feidman: „Ich glaube so sehr, dass Gott diesen Krieg beenden wird.“
Einig ist man sich, dass die deutliche Mehrheit der Weltbevölkerung nichts anderes als in Frieden leben will. Vielleich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dies umzusetzen. Der erste Schritt, Frieden zu erzielen, beginnt mit dem inneren Frieden. Jedes Zeichen der Verbundenheit, jede freundliche Geste ein Puzzle, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Matthieu Ricard: „Ein Lächeln hebt die Grenzen auf, die uns trennen.“ Vorübergehende anlächeln, einfach so. Wir mögen staunen, wie viele es prompt erwidern, und reich beschenkt nach Hause gehen. Probieren wir es aus, werden wir nicht müde, Zeichen zu setzen, Zeichen der Verbundenheit, eines Miteinanders, das trägt. Und schreiben wir darüber, wieder und wieder nach dem bewährten Motto –schreib Dich in den Wandel JETZT!
Herzlich Ihre/Eure erf
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